Ruhiges Jagdjahr und neue Technik

von Redaktion

Schonstetter Jagdgenossen investieren 6.000 Euro in Drohne zur Kitzrettung

Schonstett – Mit einem Rückblick auf ein vergleichsweise ruhiges Jagdjahr hat die Jagdgenossenschaft Schonstett ihre durchschnittlich besuchte Jahresversammlung im Gasthof „Zur Post“ abgehalten. Jagdvorstand Hans Petzenhauser sprach von einer wie jedes Jahr „ausbaufähigen“ Teilnahme an der Waldbegehung. Der Zustand des Waldes hinsichtlich der Verbissschäden sei jedoch besser gewesen als erwartet.

Im Bericht des Jagdvorstandes wurden unter anderem die Folgen von Biberaktivitäten thematisiert. In einem Vortrag sei erläutert worden, dass die Generierung von Ökopunkten bei vorheriger Vernässung von Wiesen durch Biber unter Umständen nicht mehr möglich sei, was zu erheblichen finanziellen Einbußen führen könne. Zudem wurde der finanzielle Aufwand bei Aufforstungen angesprochen: Hier sei man nach den Ausführungen Petzenhausers rasch bei einem höheren fünfstelligen Betrag pro Hektar. Wichtig sei deshalb eine Naturverjüngung, idealerweise eine gemischte, was jedoch sehr selten der Fall sei. Dem Plan, ein Gesetz zu erlassen, das die Jagd ohne Abschussplan vorsieht, stehen die Jagdgenossen eher skeptisch gegenüber.

Der Kassenbericht von Korbinian Wagner fiel positiv aus. Kassenprüfer Erich Böck bestätigte die ordnungsgemäße Führung der Kasse, die anschließende Entlastung erfolgte einstimmig.

Im weiteren Verlauf beschloss die Versammlung, der Gemeinde für Instandsetzungsmaßnahmen an öffentlichen Feld- und Waldwegen bis zu 1.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Auf die Auszahlung des Jagdpachtschillings wollen die Jagdgenossen zugunsten der Anschaffung einer Drohne mit Wärmebildkamera verzichten. Die Kosten dafür werden mit etwa 6.000 Euro beziffert. Die Drohne soll zur Kitzrettung eingesetzt werden. Die Jäger Sebastian Schuster und Johannes Baumgartner erklärten sich bereit, die Drohne bei Einsätzen zu fliegen. Sie regten zugleich an, dass künftig auch einige Landwirte den Umgang mit dem Gerät erlernen sollten.

Landwirt wegen
Tierquälerei verurteilt

Auslöser für diese Initiative war ein Urteil des Landgerichts Traunstein, in dem ein Landwirt wegen Tierquälerei zu einer nicht unerheblichen Geldstrafe verurteilt worden war, nachdem er ein Rehkitz niedergemäht hatte. Das Aufstellen von Vergrämstäben sei nicht immer wirksam, eine hundertprozentige Sicherheit werde es aber trotzdem nicht geben können. Durch den Einsatz einer Drohne hätte der Landwirt nach Einschätzung der Jägerschaft jedoch sein Möglichstes getan.

Ein weiterer Schwerpunkt der Versammlung war das Thema Biberschäden. Die Jägerschaft forderte die Jagdgenossen auf, wirklich jeden einzelnen Fall zu melden. Inzwischen müsse auch den Behörden klar sein, dass im Bereich der Jagdgenossenschaft ein zu hoher Biberbestand vorliege und es keine Gefährdung für die Art mehr gebe. Eine Flut von Schadenmeldungen könne dazu führen, dass mehr Entnahmen bewilligt werden.

Zufrieden zeigten sich die Jagdgenossen mit ihrer neuen Jägerschaft. Der Abschussplan wurde nahezu erfüllt. Schuster und Baumgartner gaben jedoch zu bedenken, dass es noch ein oder zwei Jahre dauern könnte, bis alles einigermaßen reibungslos ablaufe. Momentan sei man noch dabei, das Jagdrevier kennenzulernen, insbesondere mit Blick auf die Reviergrenzen.

Die jährliche Waldbegehung findet am Karsamstag, 4. April, statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Gasthof „Zur Post“. Abschließend erinnerte Petzenhauser daran, dass im nächsten Jahr turnusmäßig Neuwahlen anstehen. Neu zu besetzen sind dann der Posten des Schriftführers und des Kassenwartes.

mv

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