Kommentar

Sieg für den Krisen-Manager

von Redaktion

Gibt es eine bessere Bestätigung für die Arbeit, als sich im ersten Wahlgang gegen vier Kandidaten durchzusetzen? Wohl kaum. Max Heimerl hat dies geschafft, sogar mit knapp über 60 Prozent: Er geht in eine zweite Amtszeit als Landrat.

Die Erste hat die Wähler anscheinend überzeugt: skandalfrei, unaufgeregt, voll wichtiger Weichenstellungen: Landkreis-Werk für die Energieversorgung gegründet, InnKlinikum – vorerst? – gerettet, keine großen Baustellen rund um die Flüchtlingsbetreuung wie im Nachbarlandkreis Rosenheim. Und, was fast schon vergessen ist: Große Krisen wie die Pandemie hat der Landrat souverän bewältigt.

Heimerl ist außerdem ein gewiefter Marketing-Profi: Er hat den Begriff „Chancen-Landkreis“ geschaffen. Die Region Mühldorf, die oft im Schatten des Chiemgaus steht, hat er als attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort gepusht. Mit Erfolg. Ein neues Gefühl Heimatstolz ist anscheinend entstanden. Die Landkreis-Bürger fühlen sich mehrheitlich wohl und gut versorgt. Deshalb gaben sie ihrem Landrat die Aufgabe: Weiter so! 

Spannend war es auch in der Stadt Mühldorf: Hier gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Amtsinhaber Michael Hetzl (Freie Wähler/UM) und Claudia Hungerhuber (SPD). Die beiden müssen nun in die Stichwahl am 22. März. Die Tatsache, dass er „nachsitzen“ muss, ist eine klare Klatsche für Hetzl am Wahlabend. Lag es am mehrwöchigen Streit um seine Informationspolitik beim Umgang mit dem Stadtwerke-Minus? Und auch Waldkraiburgs Amtsinhaber Robert Pötzsch (UWG) muss in die Stichwahl: Emil Kirchmeier (CSU) hat ihn sogar knapp geschlagen: Pötzsch bekam 37,8 Prozent, Kirchmeier 39,2 Prozent. In Neumarkt St. Veit ist die Sache dagegen jetzt schon klar: Stefan Schreck (CSU) ist der neue Bürgermeister, er setzte sich mit 53,5 Prozent gegen drei Konkurrenten durch. Der Neue im Rathaus ist erst 26 Jahre alt. Ein Mega-Erfolg für den Jungspund!

Die Wahlbeteiligung lag etwas höher als 2020. Wählen zu dürfen, das ist in Zeiten, in denen weltweit die Autokraten auf dem Vormarsch sind, wohl doch ein Geschenk der Demokratie, das viele Bürger nicht ausschlagen wollen.

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