Kommentar

Florian Haas nun in Beweispflicht

von Redaktion

Abgewählt: Das ist eine bittere Pille für Haags Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD). Nun wird sie vom Wähler nach zwei Amtsperioden vorzeitig in den Ruhestand geschickt.

Doch dieses Ergebnis war zu erwarten gewesen: Denn dieses Mal hatte Schätz einen starken Gegenkandidaten: Dr. Florian Haas, eloquent, kommunalpolitisch erfahren, bürgernah. Er wusste vier Parteien und Wählergruppierungen hinter sich: CSU, PWG, FWG und Grüne. Eine Macht, der Schätz trotzdem mutig entgegentrat. Dafür gebührt ihr Respekt. Viele wären eingeknickt und hätten es nicht gewagt.

Wahlkampf etwas altmodisch

Doch Schätz ließ sich nicht beirren, weil sie ihre Lieblingsprojekte wie den Zehentstadel und den Masterplan für die Ortsmitte noch zu Ende bringen wollte. Aber ihr Wahlkampf wirkte etwas altmodisch und müde, anders als bei Haas, der bei seinen Nachbarschaftsgesprächen sogar in den Siedlungen das Gespräch suchte.

Ob er es besser kann als Schätz, muss er nun beweisen. Er hat viel versprochen: mehr Tempo bei der Umsetzung von wichtigen Maßnahmen wie der Sanierung der Ortsdurchfahrt, weniger bürokratisches Denken und Handeln. Doch Rathauschefs sind diesbezüglich oft die Hände gebunden: Sie müssen gesetzliche Vorgaben einhalten. Da wird auch Haas wenig Spielraum vorfinden.

Einfach wird es für den neuen Rathauschef also nicht, doch einfach war es in Haag ja noch nie. Aber vielleicht zieht der neue Gemeinderat mit Haas an der Spitze der Verwaltung besser mit als das alte Gremium bei Schätz? Dass es auch „gemeinsam“ geht, wie Haas im Wahlkampf stets betont hatte, muss das Gremium jetzt beweisen.

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