Rathäuser in Isen und Rechtmehring in weiblicher Hand

von Redaktion

Irmgard Hibler gewinnt die Wahl in Isen klar, Irmgard Daumoser setzt sich in Rechtmehring an die Spitze

Isen/Rechtmehring – Isens Bürgermeisterin Irmgard Hibler (FWG Isen) konnte sich mit 65,8 Prozent eindeutig gegen ihren Gegenkandidaten Tobias Steiner (CSU) durchsetzen. „Ich danke für das entgegengebrachte Vertrauen, meinem Team und Herrn Steiner für den fairen Wahlkampf“, erklärte Hibler noch am Wahlabend des 8. März. „Das Ergebnis, so muss ich ehrlich zugeben, habe ich mir erhofft – und es ist eingetreten“, freut sich die wiedergewählte Bürgermeisterin.

In der Politik weiß sie sich als Frau durchzusetzen, hat aber mitunter das Gefühl, dass mit dem weiblichen Geschlecht etwas „handsamer“ und auch „einfühlsamer“ umgegangen wird. „Anfeindungen, wie sie die Männerwelt oft berichtet, kann ich nicht bestätigen und sind mir auch noch nie widerfahren. Aber womöglich liegt das auch an den Bürgern und der Kommune. In Isen gibt es natürlich auch Meinungsverschiedenheiten, aber die werden immer auf sachlicher Ebene ausgetragen“, betont die Bürgermeisterin.

Und Themen gibt es in Isen genügend: Ein Gesichtspunkt, der die Bürger umtreibt, ist die Finanzlage. Hibler ist bewusst, dass man zusehen müsse, den kommunalen Haushalt wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Gerade die Schulsanierung stelle die Verantwortlichen gerade vor „große Herausforderungen“. Daher sei es essenziell, die Entwicklung des Marktes Isen im Allgemeinen voranzutreiben und auch die Ortskernentwicklung, die bereits angestoßen wurde, weiter fortzuführen.

„Der Erfolg dieser Projekte hängt jedoch von den finanziellen Möglichkeiten ab. Der Blick richtet sich nach vorn. Es war die letzten sechs Jahre schon schwierig und es wird auch wieder schwierig, vor allem, wenn man die aktuellen weltpolitischen Unruhen betrachtet, die sich bei uns unter anderem mit Preissteigerungen bemerkbar machen“, so Hibler.

Neu im Amt ist Irmgard Daumoser von der Wählergemeinschaft Rechtmehring (WGR). Mit einem klaren Ergebnis von 93,1 Prozent setzte sie sich als alleinige Kandidatin bei der Kommunalwahl durch und ersetzt damit Sebastian Linner, der sich nicht mehr zur Wahl stellte. Ein Ergebnis, mit dem sie „sehr zufrieden“ ist.

Ganz unbekannt sind ihr die Aufgaben im Bürgermeisteramt allerdings nicht: Daumoser war bislang als Linners Stellvertreterin tätig. „Die Wahl bestätigt, dass die Rechtmehringer das Engagement als Zweite Bürgermeisterin, das ich in den vergangenen sechs Jahren geleistet habe, würdigen. Die Übernahme stand fest und unser Bürgermeister hat sich gewünscht, dass ich mich als seine Nachfolgerin aufstellen lasse. Dieses Ergebnis spiegelt das Vertrauen der Bürger wider und freut mich ungemein.“

Um auf dem Laufenden zu bleiben, befand sie sich in regelmäßigem Austausch mit der Verwaltung und den Gemeinderäten, um Linner bei einem Ausfall gleich vertreten zu können. „Ich habe immer geschaut, dass ich auf dem Laufenden bleibe, wusste also schon in etwa, was auf mich zukommt“, erklärt die 52-Jährige.

Wie auch für Hibler stellt für sie die eher männerdominierte Kommunalpolitik keine Herausforderung dar: Als Mama von zwei Söhnen und Ehefrau sei sie das gewohnt und wisse, was sie erwarte, sagt sie lachend. „Ob Mann oder Frau, ist für mich nicht ausschlaggebend – wichtig ist, dass die Belange der Gemeinde fokussiert vorangetrieben werden.“ Statt Würdigungen mit Blumen wie am Weltfrauentag wünsche sie sich lieber mehr Anerkennung und gleichberechtigte Behandlung in Beruf und Alltag.

Daumoser als neue Bürgermeisterin in Rechtmehring appelliert an alle Frauen, mehr an sich selbst zu glauben: „Vielleicht liegt es auch ein bisserl in der Natur der Frau, dass sie sich grundsätzlich eher weniger und Männer sich tendenziell mehr zutrauen.“ Sie persönlich jedenfalls freue sich auf ihre neue Aufgabe als Gemeindeoberhaupt.

Marina Birkhof

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