Stabile Verhältnisse und eine Überraschung

von Redaktion

Die Kommunalwahl-Ergebnisse im südlichen Altlandkreis wurden mit Spannung erwartet. Während in Obing die Kräfteverhältnisse stabil bleiben, sorgte in Amerang eine neue Fraktion für eine Überraschung bei der Gemeinderatswahl.

Amerang/Obing – Amtsinhaber Konrad Linner (GLA) hat die Bürgermeisterwahl in Amerang mit 60,9 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Herausforderer Georg Dumpler (Freie Wähler) kam auf 39,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,9 Prozent. Damit tritt Linner seine zweite Amtszeit als Bürgermeister an. Die Gemeinderatswahl in Amerang hat einige überraschende Verschiebungen gebracht. Von den 3.134 Stimmberechtigten gaben 2.190 Bürger ihre Stimme ab. Bei der Stimmenverteilung blieb die Gemeindeliste Amerang (GLA) stärkste Kraft. Sie erhielt 11.942 Stimmen und verteidigte damit ihre sechs Sitze im Gemeinderat.

Katerstimmung
bei der CSU

Auf die CSU entfielen 8.737 Stimmen, was künftig vier Mandate bedeutet. Für Bewegung im politischen Gefüge sorgten die Freien Wähler: 6.209 Stimmen gingen an die Freien Wähler Kirchensur, während die neu gegründeten Freien Wähler Amerang auf Anhieb 5.932 Stimmen erzielten. Beide Gruppierungen stellen künftig jeweils drei Gemeinderäte.

Ein wenig Katerstimmung herrschte bei der CSU. Von den ursprünglich sechs Sitzen aus der vergangenen Wahlperiode konnten nur vier verteidigt werden. Der langjährige Gemeinderat und stellvertretende Bürgermeister Werner Fröwis war nicht mehr zur Wahl angetreten, Christian Staber hatte während der laufenden Wahlperiode die Fraktion gewechselt. Wiedergewählt wurden Simon Strell, Markus Keller und Thomas Kriechbaumer. Neu in das Gremium zieht Adrian Oberbauer ein. Sebastian Stadler verpasste trotz beachtlicher 850 Stimmen den Einzug in den Gemeinderat.

Mit dem Wiederaufleben der Freien Wähler Amerang sei eine vierte Gruppierung ins Rennen gegangen. Möglicherweise hätten sich dabei Stimmen innerhalb des bürgerlichen Lagers verschoben. „Den Ausgang müssen wir akzeptieren“, so Keller. Die CSU habe bewusst keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt, da die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Linner gut funktioniert habe.

Auch die Freien Wähler Kirchensur mussten einen Sitz abgeben. Dennoch zeigte sich Fraktionssprecherin und bisherige Dritte Bürgermeisterin Lena Jarczyk zufrieden mit dem Ergebnis. Das Ergebnis zeige jedoch, dass die Arbeit der Freien Wähler Kirchensur wahrgenommen und wertgeschätzt werde. Dr. Wolfgang Wittwer und Ludwig Niedermaier sitzen nicht mehr im Rat, dafür Georg Sachsenhammer. Das starke Abschneiden der wiederbelebten Freien Wähler Amerang als sehr präsente Partei im Wahlkampf kam für Jarczyk nicht überraschend.

Große Freude und ausgelassene Stimmung bei den Freien Wählern Amerang. „Wir freuen uns narrisch über dieses Ergebnis und können es eigentlich noch gar nicht fassen. Das ist das Ergebnis unseres guten Zusammenhalts“, betonte Fraktionssprecher Georg Dumpler. Er sei „superstolz“ auf das Stimmenresultat der Neueinsteiger. Nun wolle man mit frischen Ideen in die Gemeinderatsarbeit starten. „Wir brauchen die Erfahrung der Routiniers und bringen dafür frischen Wind mit.“ Zufriedenheit herrschte auch bei der Gemeindeliste Amerang. Die sechs Sitze konnten verteidigt werden. Insgesamt zeigte sich Bürgermeister Linner überrascht, dass bei allen bisherigen Gruppierungen etablierte Gemeinderäte nicht mehr wiedergewählt wurden. In der eigenen Liste habe Andreas Schauberger überraschend den Wiedereinzug verpasst. Mit Christa Mittermair-Gassner verstärke eine weitere Frau dafür die Frauenpower im Gemeinderat. Insgesamt sieht Linner die Arbeit seiner Fraktion bestätigt. Für die kommende Amtszeit wünscht er sich eine gute Zusammenarbeit über alle Fraktionen hinweg. „Wir sind ein Gremium, ein Team – trotz unterschiedlicher Ansätze.“

Klare Entscheidung bei der Bürgermeisterwahl: Amtsinhaber Sepp Huber von den Freien Wählern bleibt weiterhin Rathauschef in Obing. Mit 92,8 Prozent der Stimmen sprachen ihm die Bürger erneut ihr Vertrauen aus. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,3 Prozent. Damit tritt der 57-Jährige seine dritte Amtszeit an. In Obing waren 3.534 Bürger wahlberechtigt. 2.309 machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Mit der CSU, den Freien Wählern, der Obinger Bürgerliste (OBL) und der Politischen Alternative Obing (PAO) traten vier Parteien beziehungsweise Gruppierungen zur Wahl an. Bereits im Vorfeld war klar, dass es personelle Veränderungen geben würde: Franziska Mayer (CSU) sowie Albert Lamprecht und Lisa Voit (beide OBL) stellten sich nicht mehr zur Wahl. Trotz dieser Veränderungen konnten alle Gruppierungen ihre bisherige Sitzanzahl im Gemeinderat verteidigen. Die CSU bleibt mit sechs Sitzen stärkste Kraft. Die Obinger Bürgerliste stellt weiterhin vier Gemeinderäte, während PAO und Freie Wähler jeweils drei Sitze besetzen.

Auch einige neue Gesichter ziehen in das Gremium ein. Für die CSU wurde Leoni Traue neu in den Gemeinderat gewählt. Bei der OBL gehören künftig Stefan Schausbreitner und Anna Mayer dem Gremium an.

Veränderungen gab es auch bei den Freien Wählern: Jakob Fischer junior und Johannes Ober wurden neu gewählt, während Peter Wurmannstetter und Hans Schloder nicht mehr genügend Stimmen erhielten.

Bei der PAO kehrt Thomas Breu nach sechsjähriger Pause in den Gemeinderat zurück. Der bisherige Gemeinderat Korbinian Stettwieser wurde damit Nachrücker.

Insgesamt entfielen 11.708 Stimmen auf die CSU, 8.796 auf die Obinger Bürgerliste, 7.251 auf die PAO und 6.242 auf die Freien Wähler. „Wir sind mit unserem Ergebnis sehr zufrieden“, betonte Rupert Freiberger. Der Sprecher der Orts-CSU hatte den Erhalt der sechs Gemeinderatssitze als Wahlziel ausgegeben. Auch mit Blick auf die Zusammensetzung des neuen Gremiums zeigte er sich optimistisch. Aus seiner Sicht werde es keine großen Veränderungen in der politischen Zielrichtung geben. „Wir werden weiter gemeinsam an einem Strang ziehen, um Obing weiterzuentwickeln.“ Ähnliches war von Albert Löw von den Freien Wählern zu hören. Er zeigte sich von dem Wahlergebnis und der Anzahl der Stimmen sehr erfreut. Thomas Breu freut sich auf die Gemeinderatsarbeit. Während seiner Abstinenz hat er gemerkt, „wie viel Freude ihm Kommunalpolitik macht. Auch wenn es ein wenig abgedroschen klingt, ist das die Basis der Demokratie.“

„Unser Ergebnis
macht uns stolz“

Auch die Obinger Bürgerliste freute sich über den Wahlausgang. „Unser gutes Ergebnis macht mich stolz“, betont Fraktionssprecher Simon Voit. Im Nachhinein bedauert er, dass sich die OBL bewusst auf sieben Kandidaten festgelegt und die Wahlliste nicht mit weiteren Namen aufgefüllt hat. Damit seien wichtige Stimmen und die realistische Chance auf einen fünften Platz verloren gegangen.

Dass das politische Miteinander im Ort funktioniert, zeigte sich auch bei der Wahlparty im neuen Eventsaal. Dort verfolgten Kandidaten und Anhänger aller Gruppierungen gemeinsam den Wahlausgang.

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