Amerang – Mit einem erneuten Angriff auf die Lachmuskeln hat die Theatergemeinschaft Amerang einen echten Klassiker zurück auf die Bühne gebracht: das Lustspiel „Pension Schöller“. Bereits im Jahr 2001 war die Komödie mit großem Erfolg aufgeführt worden – und auch bei der Premiere der Neuauflage zeigte sich schnell, dass der Evergreen nichts von seinem Charme verloren hat. Rund 200 Besucher erlebten einen äußerst kurzweiligen Theaterabend und dankten dem Ensemble mit viel Applaus und herzhaftem Gelächter.
Etliche Akteure
schlüpfen in alte Rollen
Ein besonderes Schmankerl für das Publikum: Nach 25 Jahren waren einige Rollen wieder mit den Akteuren von damals besetzt. Anton Neubauer, Franz Strell, Rupert Huber, Konrad Gubisch, Monika Multerer und Georg Dums brillierten bei der Neuauflage erneut in ihren Paraderollen – unter der bewährten Leitung von Regisseur Yps Hronek. Neben weiteren versierten Darstellern gaben Mario Zmire, Josef Mayer und Anna Mitter ein gelungenes Debüt bei dem Komödienklassiker.
Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung steht Ladislaus Robitschek, der von Anton Neubauer herausragend verkörpert wird. Gleich zu Beginn stellt er fest: „Das Einzige, was Zukunft hat, sind die Nerven.“ Überzeugt davon, dass Nervensanatorien Hochkonjunktur haben werden, weil sich der Mensch nach Ruhe und Frieden sehnt, möchte er unbedingt einmal eine Nervenheilanstalt besuchen. Sehr zum Kopfschütteln von Schwester Ulrike Sprosser (Geli Schmid). Doch Robitschek lässt sich davon im wahrsten Sinne des Wortes nicht beirren.
Da ein Besuch in einer echten Heilanstalt nicht so einfach ist, soll sein Neffe Alfred (Mario Zmire) ihm den Wunsch erfüllen. Dessen Freund, der akademische Maler Richard Wagner (Quirin Mayer), hat schließlich die zündende Idee: Man bringt den Onkel einfach in die Pension Schöller. Zwar ist das Etablissement keine Nervenheilanstalt – doch die dort versammelten, äußerst exzentrischen Gäste kommen der Sache ziemlich nahe. Verwechslungen, Missverständnisse und skurrile Begegnungen sind damit vorprogrammiert.
Die „Pension Schöller“ lebt von skurrilen Figuren, schnellen Dialogen und einer Handlung, bei der Missverständnisse am laufenden Band entstehen. Schräge Charaktere mit übertriebenen Macken sorgen für viele Missverständnisse und Verwechslungen. Getoppt wird alles durch schnelle Wortgefechte, pointierte Dialoge und eine Handlung, die sich immer weiter zuspitzt. Kurz gesagt: „Pension Schöller“ ist eine turbulente, temporeiche Boulevardkomödie voller schräger Typen, Wortwitz und Situationskomik.
Und so ging es auf der Bühne turbulent zu – sehr zur Freude des Publikums. Insgesamt 17 Darsteller sorgten für ein lebhaftes und bestens aufgelegtes Ensemble. Da waren etwa die beiden Nichten Ida (Magdalena Noppl) und Paula (Sandra Kirschner), die verzweifelt Ausschau nach einem Ehemann hielten und fürchteten, „dass wir verwelken“. Für zusätzliche Aufregung, vor allem in eigener Sache, sorgte die überkandidelte Schriftstellerin Sophie Malz- Pichler (Karina Köhldorfner), eine echte Drama-Queen. Ebenfalls für zahlreiche Lacher verantwortlich waren der weltreisende Löwenjäger Fritz Bernardi (Josef Mayer), das temperamentvolle „HB-Männchen“ Major a.D. Gröber (Rupert Huber), der melancholische Pianist Dr. Reisfleisch (Georg Dums), der nonchalante Kellner Josef (Konrad Gubisch) sowie der Billardspieler (Stefan Hintermayr). Komplettiert wurde das bunte Treiben durch Pensionsinhaber und ehemaligen Musikdirektor Schöller (Sepp Mitter), seine Gattin Amelie (Veronika Gubisch) und Tochter Friederike (Anna Mitter).
Das Publikum war von Beginn an bestens unterhalten. Die zahlreichen Wortspiele wurden mit vielen Lachern und teilweise sogar mit Szenenapplaus honoriert. Besonders die Auftritte von Anton Neubauer als Robitschek und Franz Strell als Leopold Schöller sorgten immer wieder für wahre Lachsalven im Saal.
Stimmgewaltiger Auftritt
von Monika Multerer
Ein besonderer Höhepunkt wartete am Ende des zweiten Aktes: der stimmgewaltige und mitreißende Auftritt von Monika Multerer als „Dirne“ Walli Staudinger – ein echter Leckerbissen für die Zuschauer. Mehr sei an dieser Stelle allerdings nicht verraten, außer, dass weitere Aufführungen am 13., 14., 20. und 21. März jeweils um 20 Uhr in der Gemeindehalle Amerang stattfinden.
Karten gibt es im Vorverkauf im Getränkemarkt Michael Kippnik, bei Sepp Wiesböck unter der Telefonnummer 0151/75027721 oder ab 19 Uhr an der Abendkasse.