Reiseland schließt nach über 40 Jahren

von Redaktion

Nach mehr als 40 Jahren hat die „Reiseland“-Filiale in der Wasserburger Ledererzeile seit März geschlossen. Als Grund für die Schließung und die Verlegung des Standorts nach Markt Schwaben nennt das Unternehmen personelle Engpässe.

Wasserburg – Die „Reiseland“-Filiale gehört zur Zentrale in Burghausen. Deutschlandweit gibt es mehr als 180 Filialen.

Maximilian Meixner ist federführend für die Standorte des Unternehmens in Südostbayern zuständig und kennt die Hintergründe zur Schließung des Wasserburger Reisebüros. Er weiß: Nachfrage und Bedarf nach Reisebüros seien vorhanden. Die Branche boome, wirtschaftlich gesehen. Doch die individuelle Personalsituation entscheide oftmals über den Fortbestand einzelner Filialen – wie der in Wasserburg.

Filiale nach
Markt Schwaben verlegt

„Personaltechnisch konnten wir den Wasserburger Standort leider nicht so besetzen, wie wir es gerne täten“, erklärt er. Daher haben wir beschlossen, unsere Kräfte zu bündeln und die Filiale in der Ledererzeile nach Markt Schwaben zu verlegen.“

Aus unternehmerischer Sicht ist die Zusammenlegung ein sinnvoller Schritt, auch, wenn dies bedeutet, dass den Kunden ein direkter Ansprechpartner in der Innstadt künftig fehlt. „Ob wir alle Kunden mitnehmen können, ist bislang nicht abschätzbar. Es wurden jedoch alle schriftlich über die Neuerung informiert, dass wir ab März mit gebündelter Stärke in Markt Schwaben als Ansprechpartner fungieren.“

Hinzu kommt laut Meixner, dass viele Kunden gar nicht mehr klassisch den Weg ins Reisebüro zum Buchen suchen, sondern vieles über Telefonate oder Videoberatung läuft. Schließlich müsse man mit der Zeit gehen und auf moderne Entwicklungen aufspringen.

Dass sich der Reisebüromarkt im Wandel befindet, ist nicht von der Hand zu weisen. Immer weniger Menschen entscheiden sich für das klassische Reisebüro und Buchen vor Ort im persönlichen Gespräch ihren Urlaub. Der Trend geht zur Online-Reisebuchung. Dies geht aus statistischen Daten von rund 750 Reisebüros hervor, die der Backoffice-Anbieter „Tats“ („Travel Agency Technologies & Services“ GmbH) mit Sitz in Frankfurt am Main ausgewertet hat. Das Fazit des Daten-Dienstleisters: Die Reisebüros in Deutschland haben einen insgesamt äußerst schwachen Januar erlebt, liegen für das Reisejahr 2026 aber noch gut im Rennen. Doch auch Reisebüros und Reiseveranstalter bieten vermehrt Buchungen online an. Und: Reisebüros sind besonders für komplexe Reisen wie Kreuzfahrten oder Fernreisen sowie für sicherheitsbewusste Kunden relevant und bleiben trotz Digitalisierung ein wichtiger Vertriebskanal.

Leerstand in Ledererzeile: Nachfolge unklar

Die Räumlichkeiten in der Ledererzeile gehören der Wasserburger Raiffeisenbank. Wie es damit weitergeht, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bekannt. Auf mehrfache Nachfrage der Redaktion gab es seitens der Eigentümerin des Gebäudes keine Rückmeldung.

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