Zünftige Musik und deftige Fastenpredigt

von Redaktion

Starkbierfest in der Maitenbether Mehrzweckhalle – Tosender Applaus für Bruder Burmaläus

Maitenbeth – Beim elften Moabether Starkbierfest in der voll besetzten Mehrzweckhalle sorgte die Isener Blaskapelle für zünftige Musik, die „Gschubstn“ heizten mit frecher Wirtshausmusik und komödiantischem Talent die Stimmung kräftig an und Fastenprediger Burmaläus las den Maitenbether Bürgern wieder kräftig die Leviten.

Die „Gschubstn“
sorgten für Stimmung

Durch das Programm führte schwungvoll und souverän Lukas Fichtner. Bürgermeister Thomas Stark hat sich seine Probleme beim traditionellen Bieranstich im vergangenen Jahr anscheinend sehr zu Herzen genommen und vorher fleißig trainiert, denn diese Aufgabe hat er diesmal mit Bravour erledigt. Da heuer kein Theaterstück auf die Beine gestellt werden konnte, sprangen die „Gschubstn“ – Andreas Gilnhammer und Jürgen Zott – ein. Sie zogen das Publikum schnell auf ihre Seite und brachten es bis zum Höhepunkt des Abends, der Fastenpredigt von Burmaläus, in Stimmung.

Burmaläus zog quer durch die ganze Halle unter den Klängen der Isener Blaskapelle ein und wurde mit tosendem Applaus empfangen. Nach seiner Begrüßung der vielen Ehrengäste stellte Burmaläus fest, dass die alle sowieso nur gekommen sind, weil die Kommunalwahlen anstünden und es Freibier gebe. Dann legte er gewohnt stimmgewaltig und emotional los, sichtlich erbost darüber, was sich so manche Mitbürger der ansonsten so harmonischen Gemeinde im vergangenen Jahr wieder alles zu Schulden haben kommen lassen. Dem Publikum merkte man die Anspannung darüber an, was Burmaläus diesmal wieder alles in Erfahrung gebracht hat, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass er alle Verfehlungen hört und sieht und sich keiner sicherfühlen kann. So schilderte er die Geschichte über einen Totgesagten, der weiter putzmunter herumläuft. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, mussten sich zwei angesehene Bürger anhören. Der eine wegen eines seitenverkehrt eingebauten Herzschrittmachers, der andere wegen des Diebstahls seines Wohnmobils in der Toskana. „Wos weg is, is weg“. Mit diesem Whatsapp-Status konnte lange Zeit keiner was anfangen, bis dann bekannt wurde, dass es sich um einen eingeklemmten Mittelfinger handelt, der dabei etwas gekürzt wurde. Burmaläus tröstete den Betroffenen mit den Worten: „Digitus pereat, manus maneat! Der Finger geht verloren, die Hand bleibt“!

Von der Fahnenweihe des Maibaumvereins untersuchte Burmaläus noch einmal genau die Kosten für die neue Fahne, durchleuchtete die Rolle des scheidenden Bürgermeisters in dem von ihm betreuten Winzz-Bulli und mahnte bildlich das fehlende Pflichtbewusstsein der eingeteilten Zeltwache an. In einem kurzen Video wurden die Aufgaben einer perfekten Zeltwache demonstriert.

Auch die Gemeindearbeiter bekamen ihr Fett weg wegen einer falsch platzierten Solar-Straßenlaterne und nur 30 Zentimeter hohen Schneestangen am Wertstoffhof. Thomas Stark wurde als scheidender Bürgermeister mit kräftigem Applaus verabschiedet. Der einzige Bürgermeisterkandidat der Gemeinde, Bernhard Schweida, wurde vorgestellt und musste gleich lernen, dass man in so einer Position bei einem Starkbierfest nie ungeschoren davonkommt und was man in Maitenbeth unter Bürgernähe versteht.

Er hat seine Augen
und Ohren überall

Ein Pärchen ist vom Maibaumfest leicht angeschlagen zu Fuß nach Hause in den Norden marschiert und legte sich unfreiwillig zu den Beteiligten eines Unfalls auf die B12. Die Verwunderung und Enttäuschung bei manchen Teilnehmern am Ausflug des Gartenbauvereins zum Bodensee war groß, als mit Spätzle mit Linsen ein in Baden-Württemberg traditionelles Gericht serviert wurde. Auch die Probleme bei der Fahrt der Fußballer zum Teambuilding-Rafting nach Österreich blieben nicht unentdeckt, genauso wie ein dubioses Bauwerk in Rain, bei dem viele davon ausgehen, dass es sich um ein Stundenhotel handelt.

Burmaläus durfte sich einen tosenden Applaus abholen und verabschiedete sich mit mahnenden Worten an alle, auch dieses Jahr aufzupassen, da er seine Augen und Ohren weiterhin überall haben wird.

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