Wasserburg/Reitmehring – Ganz leicht sei es nicht, nach 24 Jahren als Bürgermeister aufzuhören und sich damit auch von der Feuerwehr zu verabschieden: Ein wehmütiges Wort sprach Michael Kölbl bei seinem Auftritt vor der Freiwilligen Feuerwehr Attel-Reitmehring. Er fügte gleich hinzu: „Es fällt einem leicht, wenn man weiß, dass ihr eine gute Feuerwehr seid – und gut aufgestellt. Auf euch ist immer Verlass.“
Zum letzten Mal also nahm Kölbl in offizieller Funktion an einer Jahreshauptversammlung der FFW teil. Auch in Zukunft sei er herzlich willkommen, wie FFW-Vorsitzender Andreas Klitzner im voll besetzten Saal des Feuerwehrgebäudes in Reitmehring versicherte: „Du darfst jederzeit kemma“, so Klitzner. Dann eben als Gast. Der gewählte Nachfolger Kölbls, Bastian Wernthaler, sowie mehrere Mitglieder des Stadtrats und Kreisbrandmeister Marcus Huber nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.
Viele Mitglieder, aber Nach-
wuchssorgen bei Aktiven
Kölbl wies in seinem Grußwort auf die große Zahl der FFW-Mitglieder hin, es seien 302: Damit sei die Feuerwehr fest verankert in der Bevölkerung. „Das ist ein Pfund, mit dem ihr immer noch wuchern könnt, ein starkes Zeichen.“
Dennoch waren in der Hauptversammlung auch Nachwuchssorgen immer wieder Thema. So wies Vorstand Klitzner daraufhin, dass „immer mehr Traditionsvereine sich leider auflösen müssen, weil es keine Nachfolger für den Vorstand gibt.“
Bei ihnen sei es Gott sei Dank doch noch nicht so weit“, trotzdem wies auch Kommandant Lerch darauf hin, dass die Feuerwehr Attel-Reitmehring verstärkt in die Nachwuchswerbung insbesondere für den Aktiven-Dienst eingestiegen sei.
Derzeit könne der tägliche Einsatzdienst noch gestemmt werden, doch niemand wisse, wie es in fünf bis zehn Jahren aussehe, hieß es in der Jahreshauptversammlung.
Geeignet sei zudem jeder für den Dienst. „Man muss nicht immer vorne an der Front mit dabei sein, es gibt auch so viele Aufgaben im Hintergrund, die kann fast jeder übernehmen“, so Lerch.
Der scheidende Bürgermeister Kölbl lobte zudem den hohen Ausbildungsstand der Feuerwehr und wies zudem auf die psychische Belastung bei manchen Einsätzen hin. Bei der Verarbeitung müsse man Gemeinschaft spüren. „Und die Stadt Wasserburg schaut, dass ihr immer gut ausgestattet seid.“
Auf der Tagesordnung der Versammlung standen außerdem turnusmäßig Wahlen: Noch vor der Vereinsversammlung wurden die beiden Kommandanten Thomas Lerch und Thomas Rücker in einer Aktivenversammlung einstimmig in ihrem Amt bestätigt.
Zum größten Teil unverändert blieb auch der Vereinsvorstand. An der Spitze bleibt Andreas Klitzner und Michael Löw als sein Vize. Andreas Neuhoff behält den Posten des Schriftführers, Max Riedl löst Sebastian Kurzmeier als Kassenwart ab.
Geehrt wurde Christian Blues, der mehr als 30 Jahre als Gerätewart für die FFW tätig war.
83 Einsätze für 48
aktive Mitglieder
Lerch listete in seinem Bericht die Zahl der Aktiven auf, es sind 48, davon acht Frauen und fünf Jugendliche, und er gab einen detaillierten Überblick über den Arbeitsaufwand der FFW.
Im vergangenen Jahr habe man 83 Einsätze absolviert, 42-mal handelte es sich um technische Hilfeleistungen, 21-mal um Brände, zehnmal wurde man wegen Vorkommnissen in Gabersee gerufen. Zwischenfälle gab es auch in Attel: Geholt wurde man dreimal zur Stiftung, darunter wegen eines angebrannten Essens und eines Wasserschadens.
Die Dauer der Einsätze sei höchst unterschiedlich gewesen: von einer halben Stunde in einem Fall bis zu elf Stunden in einem anderen, als ein Lastwagen aus einem Graben geborgen werden musste, berichtete Lerch. Zudem standen für die Feuerwehrler zahlreiche Rettungsübungen auf dem Programm. Jugendwartin Natalie Rokyta-Bräu präsentierte spannende Bilder von den Übungen des Nachwuchses.