Hitzeschutz für Krankenhäuser

von Redaktion

InnKlinikum Mühldorf rüstet sich gegen die zunehmende Hitze

Mühldorf – Derzeit ist zwar noch kein Schwitzwetter, trotzdem beschäftigt sich der Landkreis schon mit der nächsten Hitzewelle. Denn jeden Sommer zählen Wetterbeobachter mehr Hitzetage, an denen das Thermometer auf mindestens 30 Grad Celsius klettert. Ihre Zahl hat sich in Bayern in den Jahren von 1950 bis 2020 auf jährlich rund 12 Hitzetage mehr als verdreifacht. Bis 2060 könnten noch einmal zehn bis 20 heiße Tage dazukommen. Das geht aus einer Studie mit Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervor.

Leichtere Arbeitskleidung
und Wasserspender

Sommerhitze an immer mehr Tagen betrifft auch Krankenhäuser. Die Bundesregierung hat dazu einen „Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser“ erarbeitet. Gibt darin Tipps wie leichtere Arbeitskleidung oder Kühlwesten für das Personal oder Wasserspender für Patienten.

Einen Antrag für mehr Hitzeschutz für Patienten und Personal im InnKlinikum Mühldorf hat Kreisrat Peter Corticelli für die FDP/ÖDP im Kreistag eingebracht. Durch Verschattung, dezentrale Kühlung und optimierte Lüftung sollen zusätzliche Verbesserungen in Patientenzimmern und Personalbereichen erreicht werden. Konkret wird gefordert: „Der Landrat solle gemeinsam mit der Geschäftsführung des InnKlinikums zeitnah ein Bündel konkreter, kostengünstiger und kurzfristig umsetzbarer Maßnahmen zur Verbesserung des Hitzeschutzes erarbeiten.“

„Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Hitzetage sind weitere Verbesserungen geboten“, führt Corticelli in dem Antrag vom November 2025 aus – auch mit Blick auf die Gewinnung und Bindung von Fachkräften sowie auf die Attraktivität des Standorts für planbare Eingriffe. Zusätzliche Ausgaben für wirksamen Hitzeschutz seien daher nicht nur als Kosten, „sondern als Investition in Qualität, Personalgewinnung und zusätzliche Erlöse zu begreifen“.

Zwar sei die „Thematik absolut berechtigt“, so Landrat Max Heimerl (CSU), nur sei der Kreistag dafür rechtlich nicht zuständig. Der Landkreis dürfe sich nicht in die operative Unternehmensleitung einmischen. Hitzeschutz sei Aufgabe des Klinik-Vorstands. Einstimmig wurde der Antrag deshalb aus formalen Gründen durch die Kreisräte von der Tagesordnung der Februarsitzung abgesetzt. Dass das InnKlinikum in Sachen Hitzeschutz nicht untätig bleibt, unterstreicht Stefan Blanke, Klinikleiter in Mühldorf, in seiner Stellungnahme zu dem Antrag.

„Nicht nur zentrale Funktionsbereiche wie OP, Intensivstation, Endoskopie, ambulanter OP oder Röntgenabteilung sind mit einer Klimatisierung versehen, sondern auch unser kompletter Neubau.“ In diesem neuen Bettenhaus wird sich nach dem Umzug der Großteil der Betten zur stationären Versorgung befinden.

Im April sollen die Bettenstationen in das neue Gebäude mit Platz für 107 Betten umziehen. „In den verbliebenen Bettenstationen sind an den neuralgischen Punkten Klimatisierungen eingebaut worden“, gibt Blanke zu den rund 70 Betten im Altbau Auskunft. „Die übrigen Bereiche wurden mit entsprechenden ergänzenden technischen Maßnahmen, wie zusätzlichen Markisen oder Jalousien zur Beschattung, ausgestattet.“ Ferner seien organisatorische Maßnahmen getroffen worden, um vereinzelte Hitzetage zu bewältigen: Lüftungskonzepte, Ventilatoren, die Positionierung von hitzeabstrahlenden Geräten oder punktuell Klimastandgeräte.

26 Grad Celsius
sind die Grenze

„Durch diese Maßnahmen können wir gezielt auf Hitzetage reagieren und für alle Beteiligten entsprechende Linderung erzielen.“ Somit sieht der Klinikleiter „für den Standort Mühldorf ein durchgängiges und aktuelles Hitzeschutzkonzept vorliegen“. Weiterer Handlungsbedarf ist ihm derzeit nicht bekannt.

Wie Blanke auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilt, gibt es für Krankenhäuser keinen festgelegten Grenzwert, was die maximal zulässige Raumtemperatur betrifft: „Hier gibt es keine separate Richtlinie, sondern es zählt die Arbeitsstättenverordnung.“ Nach dieser soll die Raumtemperatur im Sommer 26 Grad Celsius nicht überschreiten.

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