Krisendienst Psychiatrie in 120 Sprachen

von Redaktion

Mühldorf – „Die Krisendienste Bayern beraten mittlerweile telefonisch in über 120 Sprachen“, so die Mühldorfer Bezirksrätin Claudia Hausberger. In Oberbayern gibt es den Krisendienst Psychiatrie seit 2016, erläutert Hausberger. Mittlerweile ist auch Beratung in Gebärdensprache oder per Schriftdolmetscher möglich. Der Krisendienst ist Anlaufstelle, wenn man spürt, dass ein Mensch die Kontrolle verliert, wenn eine psychische Ausnahmesituation entsteht, die nicht mehr allein zu bewältigen ist. Hilfe bekommt man unter 0800/ 6553000. Wer die Nummer wählt, landet nicht in einem anonymen Callcenter, sondern sofort bei Fachkräften – Psychologinnen, Sozialpädagoginnen sowie psychiatrischen und pflegerischen Expertinnen und Experten. Am Telefon findet ein strukturiertes Krisengespräch statt, das in den meisten Fällen hilft, konkrete Schritte zu besprechen. Erst wenn das telefonische Gespräch nicht mehr ausreicht, greift die nächste Stufe. Das heißt, wenn der Bedarf einer persönlichen Krisenintervention festgestellt wird, kann – mit Einverständnis der Anrufenden – ein mobiles Team vor Ort kommen, das immer aus zwei Fachkräften besteht. Die Teams sind in der Regel innerhalb einer Stunde vor Ort. Der Krisendienst ist eine Form ambulanter Krisenhilfe, die mit den Betroffenen passende Unterstützungsangebote im Lebensumfeld sucht. Der Krisendienst ist auch Anlaufstelle für Angehörige. Auch hier wird gemeinsam mit Fachkräften die Situation besprochen und entschieden, welche Hilfe möglich ist, so Hausberger.

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