Wasserburg – Der Josefi-Tag, der morgen, am 19. März begangen wird, war seit alters her in Bayern ein geschätzter Feiertag. Darstellungen des heiligen Josef findet man in vielen Kirchen. In Wasserburg flankiert er in der Spitalkirche zusammen mit dem heiligen Joachim das spätgotische Pfingstrelief. In der Pfarrkirche ist ihm die fünfte Chorkapelle auf der Nordseite gewidmet und in der Frauenkirche hatte Pfarrer Melchior Jegg (gestorben 1690) den linken Pfeileraltar für die Verehrung dieses Heiligen vorgesehen, wobei an den Gedenktagen das Altarblatt versenkt wurde und eine silberne Büste des heiligen Josef zum Vorschein kam. Der heilige Josef schmückt auch die Max-Emanuel-Kapelle, die in der Obhut der Maurerzunft steht. Den Zunftpatron hat 1981 Edlbergmeier geschnitzt.
In Vergessenheit geraten sind die beiden Figuren, die der Wasserburger Bildhauer Willi Ernst (1909 bis 1982) geschaffen hatte, weil die entsprechenden Kapellen mittlerweile profaniert sind. Die Oberin Sr. Dulcissima Steidle hatte 1950 bei Willi Ernst die Figur eines heiligen Josef (110 Zentimeter hoch ) für die Krankenhauskapelle Im Hag in Auftrag gegeben. Der Bildhauer hat das übliche Attribut einer Lilie mit einer Axt kombiniert – was eigentlich zu „Josef dem Arbeiter“ gehört, dessen Fest seit 1955 am 1. Mai gefeiert wird. Von dort kam die Figur in die Krankenhauskapelle in der Burgau und nach deren Auflösung in die Obhut der Pfarrei St. Jakob.
Pfarrer Viktor Käß, Hausgeistlicher bei den Schwestern am Englischen Institut, hat 1965/67 für die Neugestaltung der Hauskapelle einen heiligen Josef (130 Zentimeter hoch) in kniender Haltung von Willi Ernst schnitzen lassen, wobei diese Darstellung am ehesten zu einer Krippenszene gehören würde. Seit dem Weggang der Englischen Fräulein 1979 und der Umwidmung der Kapelle steht die Figur etwas verloren im Gang des Pfarrsaals in der Färbergasse.fst