Schonstett – Mit Blick auf zu niedrige Abschusszahlen und eine kritische Verbisssituation hat die Jagdgenossenschaft Schonstett ein intensives Jahr 2025 hinter sich. Dies wurde bei der jüngsten Versammlung der Jagdgenossen deutlich.
Die Jagdgenossenschaft ist in drei Teilreviere mit unterschiedlichen Jägern gegliedert. Die Abschusszahlen für 2024 waren zu niedrig, weshalb die Vorgaben für 2025 erhöht wurden, wie Vorsitzender Matthias Bichler in der Versammlung erklärte. Dies sei notwendig gewesen, da man bei der Verbisssituation am „Tiefpunkt“ angelangt sei. Die Bewertung „nicht tragbar“ in Gutachten der Jahre 2021 und 2024 gelte als Beleg dafür. Die nächste revierweise Aussage ist 2027 fällig, bis dahin solle man nach den Worten von Bichler zumindest den Zustand „tragbar“ erreichen. Auch 2025 konnte der geforderte Abschuss jedoch nur in Teilbereichen erfüllt werden.
Als Konsequenz entschied sich die Genossenschaft für eine Neuverpachtung des Reviers Zillham-Süd. Die neuen Jäger Nino Buchner und seine Partnerin Vanessa Süss, beide seit etwa sechs Jahren Schieß- und Jagdausbilder in der Jagdschule Rosenheim, wollen das Revier „nach vorne bringen“. Sie sagten zu, baldmöglichst mit der Errichtung von Jagdeinrichtungen zu beginnen, wiesen aber darauf hin, dass es einige Zeit dauern werde, bis sie die Örtlichkeiten und insbesondere die Reviergrenzen vollständig kennen.
Finanziell steht die Jagdgenossenschaft solide da. Der Kassenbericht von Johann Obermaier fiel positiv aus, die Pachteinnahmen deckten alle Ausgaben, es blieb ein kleiner Gewinn. Kassenprüfer Josef Stübl bestätigte die ordnungsgemäße Kassenführung, die Entlastung der Vorstandschaft erfolgte einstimmig.
Schriftführer Bernhard Walter informierte die Versammlung, dass die Jagdgenossenschaft nun Mitglied im Bayerischen Bauernverband ist. Der Beitrag sei relativ gering, man verspreche sich davon mehrere Vorteile, insbesondere bei der Aktualisierung des Jagdkatasters. Auch eine mögliche Auszahlung des Jagdpachtschillings lasse sich mit einem entsprechenden Abrechnungstool einfacher abwickeln. Der Jagdpachtschilling wird in diesem Jahr nicht ausbezahlt. Stattdessen erhalten alle Teilnehmer der Versammlung einen Verzehrgutschein, zudem sollen einige Feldstraßen saniert werden. Genannt wurden die Gemeindestraße von Bernhard Walter ins Moos sowie eine weitere Straße in Richtung Murn. Die Kostenaufteilung zwischen Jagdgenossenschaft und Gemeinde muss nun zunächst mit dem neuen Gemeinderat abgestimmt werden. Bichler machte deutlich, dass es wünschenswert wäre, jemanden zu finden, der gelegentlich die Schlaglöcher an den Feldstraßen ausbessert.
Um die Jagd im Revier besser steuern zu können, sollen die Jäger künftig alle festen Jagdeinrichtungen in einer Karte verzeichnen und die Abschüsse mit Kreuzchen dokumentieren. Die Vorstandschaft hofft, damit nachvollziehen zu können, wo ausreichend bejagt wird und wo noch Nachholbedarf besteht. Ob es einen Waldbegang geben wird, soll kurzfristig entschieden werden; das Interesse daran sei in den vergangenen Jahren, so Bichler, „ausbaufähig“ gewesen. mv