Pfaffing – Die Gemeinde Pfaffing möchte Teil einer Treuhandstiftung werden. Das beschloss der Gemeinderat ohne Gegenstimme in seiner jüngsten Sitzung.
Vor Jahren erhielt die Gemeinde eine Spende ohne Maßgabe zum Verwendungszweck. Die sollte, so der Gemeinderat damals, nicht einfach im Haushalt aufgehen, erklärte Geschäftsleiter Christian Thomas auf Nachfrage, sondern etwas Konkretes bewirken. Auch sehe sich die Gemeinde zuweilen mit sozialen Härtefällen konfrontiert, bei denen sie helfen wolle. Fließe nun Geld in eine Stiftung, sei das an einen Zweck gebunden und damit transparent. Denn es sei möglich, dass Zuwendungen aufgrund fehlender Erben künftig häufiger vorkommen.
Zwar sei die Einrichtung einer solchen Stiftung aufwendig, aber jetzt vom Gesetz her einfacher geworden. Das fasste Gemeinderat Christian Rosenauer (ÜWG) zusammen, der dieses neue Modell für seinen Arbeitgeber, die „meine Volksbank Raiffeisenbank“, vorstellte. Später enthielt er sich aufgrund Betroffenheit der Abstimmung. Neu sei nämlich, dass die Bank eine Stiftung einrichte und die Gemeinde sich mit geringem Aufwand anschließen könne. Nicht einmal Verwaltungskosten fallen für die nächsten fünf Jahre an. Der Stiftungsrat sei mit drei Personen aus der Gemeinde und einem Vertreter der Bank besetzt. Konkret soll das der jeweilige Bürgermeister, der Kämmerer und ein Mitglied aus dem Gemeinderat sein. Treuhänder sei die „Bürgerstiftung Rosenheimer Land“.
Grundsätzlich könnte diese Beteiligung an einer Stiftung jederzeit in eine eigenständige Variante überführt werden, so der Finanzfachmann. Dabei sollte diese Stiftung einen vorher bestimmten Zweck verfolgen, etwa die Erhaltung des Dorflebens. Mithilfe der Erträge, Spenden und Rücklagen daraus könnten Vereine und Initiativen steuerfrei Unterstützung erhalten, etwa für mildtätige Zwecke, Kunst und Kultur, Tierschutz, Naturschutz bis hin zur Heimatpflege. Der Grundstock betrage 50.000 Euro, jeweils zur Hälfte von Bank und Gemeinde eingezahlt. Dafür gab es Zustimmung. kg