Mehr Tempo bei der Bahn in Sachen ABS 38

von Redaktion

Neues „Europa-Netzwerk-Schiene“ fordert Taten statt Worte für die Strecke Mühldorf-Simbach-Braunau

Töging – Mit dem klaren Ziel, die Elektrifizierung der Bahnstrecke Mühldorf-Simbach sowie den grenzüberschreitenden Verkehr nach Braunau voranzutreiben, wurde im Rathaus Töging das „Europa-Netzwerk-Schiene“ (ENS) ins Leben gerufen.

Die Vereinigung setzt sich aus Mandatsträgern der Europa-Union Ober- und Niederbayern sowie der Kreisverbände Mühldorf und Altötting zusammen.

Zum Obmann wurde der oberbayerische Bezirksvorsitzende Walter Göbl gewählt, sein Stellvertreter ist Anton Freiherr von Cetto (Bezirksvorsitzender Niederbayern). Das Team wird durch die Beiräte Alexandra Seisenberger (Mühldorf) und Josef Jung (Kreisvorsitzender Altötting) ergänzt.

Eindringliche Warnung
vor einem Scheitern

Die operative Arbeit übernehmen Digitalbeauftragter Maximilian Bauer und Geschäftsführer Wilhelm Mack, der zugleich dem Kundenbeirat der Südostbayernbahn (SOB) vorsitzt. Obmann Walter Göbl warnte eindringlich vor einem Scheitern der Verbindung Simbach-Braunau. Grund sind die massiv unterschiedlichen Ausbaugeschwindigkeiten: Während Österreich voranschreitet, sind in Deutschland noch nicht einmal die benötigten Planungsmittel in Höhe von zehn Millionen Euro freigegeben. Das ENS fordert hier ein unmissverständliches Bekenntnis der Bundespolitik, dem endlich Taten folgen müssen. Ohne das Hauptprojekt ABS 38 ist natürlich die transeuropäische Verbindung München-Mühldorf-Simbach-Braunau-Linz-Wien nicht denkbar. ENS-Geschäftsführer Wilhelm Mack berichtete hier über den Sachstand. Im Frühsommer ist mit dem Abschluss eines ersten Planfeststellungsverfahrens zu rechnen. Man vertraue hier, so Mack, auf die Zusage von Bundeskanzler Merz, dass bei Baurecht auch sofort gebaut wird.

Unverständnis über
Verkehrspolitik

Das ENS hat bereits Kontakt mit dem Stadtverein Simbach aufgenommen. Bei einem Gespräch in Simbach wurde vereinbart, künftige Aktivitäten zu koordinieren. Auf völliges Unverständnis stieß sowohl bei Walter Göbl als auch bei der Stadtvereins-Vorsitzenden Theresia Nüßlein, dass im Rahmen einer über einstündigen Pressekonferenz zu bayerischen Verkehrsthemen weder von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) noch von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Wort zum Thema ABS 38 fiel.

Artikel 1 von 11