Kreisverkehr in der Warteschleife

von Redaktion

Immer wieder müssen Rettungskräfte zu schweren Unfällen an der Kreuzung in Stephanskirchen bei Amerang ausrücken. Die Rufe nach einer Entschärfung der Gefahrenstelle werden lauter. Ein Kreisverkehr soll gebaut werden. Doch wann der kommt, ist noch unklar.

Amerang – Die Kreuzung an der B304 und der Kreisstraße RO35 im kleinen Örtchen Stephanskirchen ist Anfang März erneut Schauplatz eines Unfalls geworden: Ein 81-jähriger Motorradfahrer fuhr trotz „Stop-Schild“ in den Kreuzungsbereich auf die Bundesstraße und wurde dabei von einem Auto erfasst. Mit schwersten Verletzungen wurde er von einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Zeichen für
Kreisverkehr auf Grün?

Einer von vielen Unfällen, bei denen die Feuerwehr Evenhausen einmal mehr gefordert war. Kommandant Josef Huber registriert regelmäßige Einsätze an der Stelle und würde den Bau eines Kreisverkehrs begrüßen. „Das ist keine Frage, es gibt keine Alternative“, lautet seine klare Stellungnahme zu der unfallträchtigen Kreuzung, an der der Verkehr der Bundesstraße auf Tempo 80 gedrosselt ist.

Ein Kreisverkehr bremst den Verkehr in der Regel immer herunter und würde künftige Einsätze der Feuerwehr wohl deutlich reduzieren. Anfang der 2000er-Jahre beispielsweise wurde der Kreisverkehr in Evenhausen mit den Richtungsmöglichkeiten nach Amerang und Eiselfing gebaut. „Seitdem ist dort nichts Gravierendes mehr passiert“, weiß Huber aus Erfahrung. „Das letzte Mal, als wir dort ausrücken mussten, war vor einigen Wochen, als ein Lkw auf winterglatter Straße in den Graben gerutscht ist. Auf weiter Flur der einzige Einsatz an dem Standort.“

Ein Grund mehr, für einen Kreisel zu plädieren. Die Option einer Ampel auf der freien Strecke der Bundesstraße lehnt Josef Huber ab. „Wenn’s kracht, dann richtig – im schlimmsten Fall mit Schwerverletzten. Eine Ampelanlage bringt keine Verbesserung an der Stelle.“

Ins gleiche Horn bläst Amerangs Bürgermeister Konrad Linner. Er spricht sich zum wiederholten Male für den Bau eines Kreisverkehrs in Stephanskirchen aus und weiß, dass die Planungen wohl tatsächlich diese Richtung einschlagen. Aber aktuell hakt es wohl an noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen zum notwendigen Grundstückserwerb. Wenn alles unter Dach und Fach ist, könnten theoretisch heuer noch die Bagger rollen. Linner sieht also ein vages Licht am Ende des Tunnels flackern. Einer baldigen Verbesserung der Situation des „größten Unfallschwerpunkts östlich des Inns“ blickt er optimistisch entgegen.

„Die Kreuzung ist brandgefährlich, hauptsächlich für Linksabbieger in Richtung Wasserburg. Eine Ampellösung würde zwar theoretisch funktionieren, doch beim Kreisverkehr müssen die Autofahrer zwingend abbremsen und dann kommt es höchstens zu einem Blechschaden“, so seine Einschätzung.

In der Gemeindeverwaltung haben sowohl er als auch schon sein Vorgänger viele Jahre lang darauf hingearbeitet, eine Verbesserung zu erwirken: „Nach vielen Abwägungen sind wir in der Priorität nach vorn gerutscht. Nun gehen wir davon aus, dass ein Kreisel gebaut wird. Sollte die Baustelle heuer nicht mehr beginnen, dann im Frühjahr 2027 – vorausgesetzt, die Grundstückseigentümer pokern nicht zu hoch.“

Kreisel kommt –
bloß wann?

Wie sich die Situation tatsächlich darstellt, weiß Ursula Lampe vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. Auch sie spricht von derzeit noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen mit Grundstückseigentümern. Favorisiert wird tatsächlich der Bau eines Kreisverkehrs: „Zur Entschärfung des Knotenpunkts bei Stephanskirchen kommt der Bau eines Kreisverkehrs in Betracht. Das ist das Ergebnis einer Variantenuntersuchung, bei der verschiedene Möglichkeiten, den Unfallhäufungspunkt zu entschärfen, miteinander verglichen wurden.“

Nähere Details zu dem Bauvorhaben konnte sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings nicht nennen. Es steht und fällt alles mit den Grundstücksverhandlungen.

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