Alle Städte bleiben in CSU-Hand

von Redaktion

Die Bürgermeisterwahlen im Landkreis Traunstein sind entschieden. In zehn der 35 Kommunen gibt es einen Wechsel, zwei amtierende Bürgermeister wurden abgewählt. Einige Ergebnisse fielen äußerst knapp aus und wurden angefochten. Die CSU stellt weiterhin die meisten Rathauschefs.

Traunstein/Landkreis – Mit den Stichwahlen am vergangenen Sonntag sind die Bürgermeisterwahlen im Landkreis Traunstein endgültig beendet. Jetzt ist klar, wer in den Rathäusern in den nächsten sechs Jahren das Sagen hat. In den vier Städten des Landkreises – Traunstein, Traunreut, Trostberg und Tittmoning – sind es auch künftig Bürgermeister der CSU. 2020 war das erstmals in der Geschichte des Landkreises der Fall und die Rathauschefs Christian Hümmer, Hans-Peter Dangschat und Andreas Bratzdrum wurden auch wiedergewählt. In Trostberg verabschiedete sich zwar Karl Schleid, doch sein CSU-Kollege Nick Geiger wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Zehn Neue
im Rathaus

Von den 35 Kommunen im Landkreis stehen jetzt in zehn Wechsel an. Neben Geiger in Trostberg gibt es neue Bürgermeister in Palling (Markus Huber), Fridolfing (Werner Schulzke), Altenmarkt (Max Schwarz), Unterwössen (Johannes Weber), Siegsdorf (Christian Scheck), Schleching (Thomas Müllinger), Pittenhart (Sebastian Unterhuber), Bergen (Andreas Schultes) und Waging (Martin Dandl). In Pittenhart und Waging war der Wechsel mit bitteren Pillen verbunden, die die Amtsvorgänger zu schlucken hatten: Sepp Reithmeier und Matthias Baderhuber (beide CSU) wurden in ihren Gemeinden abgestraft – und abgewählt.

67 verschiedene Kandidaten – davon nur zwölf Frauen – verteilten sich auf die 34 Kommunen im Landkreis. In Inzell war keine Wahl nötig. In 15 Gemeinden stand nur ein Kandidat auf dem Zettel. Dass man damit nicht automatisch wieder ins Amt kommt, bewies die Fraueninsel im Landkreis Rosenheim. Dort schaffte Bürgermeister Armin Krämmer trotzdem keine 50 Prozent, jetzt steht dort eine Neuwahl an.

Im Kreis Traunstein konnten alle „Solo-Kandidaten“ die Hürde überspringen. Am ehesten war es noch bei Stefanie Lang in Taching knapp, die 65 Prozent bekam. Umso souveräner dagegen Martin Fenninger mit 95 Prozent in Wonneberg.

Klare Siege in Tacherting und Unterwössen

Stefanie Lang ist damit weiterhin eine von nur zwei Frauen, die in einem Rathaus an der Spitze stehen. Neben ihr auch wieder Martina Gaukler in Staudach-Egerndach, die ebenfalls konkurrenzlos antrat. Den deutlichsten Sieg in einem Duell fuhr Werner Disterer (FW) in Tacherting ein, der bei einer Gegenkandidatin – Petra Blum von der SPD – auf 81,7 Prozent kam. Nicht weniger souverän wurde Johannes Weber (CSU) in Unterwössen ins Amt gewählt: Er kam auf Anhieb auf 77,6 Prozent – trotz zweier Gegenkandidaten und fehlendem Amtsinhaber-Bonus. Vorgänger Ludwig Entfellner trat nicht mehr an.

Umso kniffliger liefen die Bürgermeisterwahlen dagegen in Waging und Kirchanschöring ab. In beiden Gemeinden lagen die Kandidaten so eng beieinander, dass die Wahlen angefochten wurden und ein weiteres Mal nachgezählt werden musste. Am Endergebnis änderte es jeweils praktisch nichts: In Waging war Martin Dandl (FW) sieben Stimmen vor Matthias Baderhuber und auch Hans-Jörg Birner (CSU) hatte in der Stichwahl in Kirchanschöring nur sieben Stimmen Vorsprung vor Sandra Klopsch (FW). Besonders eng war es auch in Ruhpolding, wo Justus Pfeifer (CSU) in der Stichwahl mit nur 40 Stimmen vor Xaver Utzinger (FW) ins Ziel kam .

Der Jüngste ist 35,
der älteste 68 Jahre alt

Ruhpolding war auch jene Gemeinde mit zwei weiteren Auffälligkeiten: Dort standen insgesamt fünf Kandidaten auf dem Wahlzettel, so viele wie sonst nirgendwo. Alles andere als eine Entscheidung über die Stichwahl wäre dort ein kleines Wunder gewesen. Außerdem wollte es in Ruhpolding ein früherer Bürgermeister ein zweites Mal wissen und kandidierte: Claus Pichler (SPD), der schon von 2008 bis 2020 im Amt war, kam aber nur auf 16 Prozent. Mit jeweils vier Kandidaten war die Auswahl auch in Traunstein und Fridolfing relativ groß.

Senkrechtstarter Sebastian Unterhuber (FW), der in Pittenhart das Rathaus eroberte, ist jetzt der jüngste aller Bürgermeister im Landkreis Traunstein. Der Landwirt bringt es auf 35 Jahre, knapp gefolgt vom Ruhpoldinger Justus Pfeifer, der 36 Jahre alt ist – und bisher der mit Abstand jüngste Bürgermeister der Region war. Am anderen Ende der Skala liegt Rainer Schroll (SPD). Der Vachendorfer Bürgermeister ist 68 Jahre alt und schon seit 2008 im Amt. Vor der neuen Legislaturperiode wurden in Bayern die Gesetze noch geändert, sonst hätte beispielsweise Schroll nicht mehr kandidieren dürfen. Früher durften Bürgermeister beim Amtsantritt höchstens 66 Jahre alt sein, diese Regelung wurde gekippt.

Schroll ist damit einer von insgesamt drei SPD-Bürgermeistern im Landkreis Traunstein: neben ihm auch Stefan Kattari in Grassau und Werner Schulzke in Fridolfing. In CSU-Hand sind 18 Rathäuser. Den großen Rest der Bürgermeisterposten besetzen die Freien Wähler beziehungsweise unabhängige oder parteifreie Kandidaten. Die Grünen stellen jetzt keinen Bürgermeister mehr. Bisher war es Stefan Schneider in Bergen. Der trat aber nicht mehr an und seine Parteikollegin Katharina Hallweger schaffte es nicht in die Stichwahl. Gänzlich erfolglos bei den Bürgermeisterwahlen im Landkreis Traunstein blieb auch die AfD. Einen Kandidaten stellte man nur in einer einzigen Kommune auf, in Tittmoning. Sebastian Gruttauer erhielt dort 14,6 Prozent.

Kein Grüner
ist Bürgermeister

Die allermeisten Bürgermeister konnten schon in der ersten Wahlrunde am 8. März bestimmt werden. Stichwahlen waren nur noch in Bergen, Ruhpolding, Kirchanschöring, Fridolfing und Tittmoning nötig. Wie auch bei anderen Wahlen war die Wahlbeteiligung wieder in Traunreut am niedrigsten. 43,6 Prozent wollten dort abstimmen, wer Bürgermeister wird. Die höchste Wahlbeteiligung gab es mit 76,5 Prozent in Schleching, wo es um die Nachfolge von Sepp Loferer ging.

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