Osterbrunnen der Kindergruppe zerstört

von Redaktion

In Obing wurde der Osterbrunnen einer Kindergruppe kurz nach seiner Fertigstellung von Randalierern zerstört. Die Kinder hatten den Brunnen am Pfarrheim mit Hunderten selbst bemalten Eiern geschmückt. Die Zerstörung sorgt für großes Unverständnis in der Gemeinde.

Obing – Mit viel Liebe zum Detail wurden zahlreiche Ostereier ausgeblasen und bemalt. Der bunt dekorierte Brunnen am Pfarrheim aber durfte nicht lange glänzen: Kurz nachdem die Kindergruppe des Gartenbauvereins, die „Coolen Würmer“, den Brunnen am vergangenen Freitag in mühevoller Kleinstarbeit geschmückt hatte, wurde er prompt mutwillig zerstört.

Nicht die erste
Sachbeschädigung

Ein Unding in den Augen von Bürgermeister Josef Huber: „Das sind negative Aktionen, die braucht es wirklich nicht. Eine solch blinde Zerstörungswut ist mir unerklärlich.“

Wenn man nicht weiß, wer hinter solchen Taten steckt, seien der Gemeinde die Hände gebunden. In diesem konkreten Fall scheint man den oder die mutmaßlichen Täter zu kennen. „Da wird es sicherlich Gespräche geben mit den jungen Erwachsenen. Ist uns bekannt, wer da beteiligt war, müssen sie antreten, sich erklären, und es hagelt Schadensersatz“, mahnt Huber. Oft seien die Täter dann am Ende doch einsichtig. Schließlich sei es nicht das erste Mal, dass Sachbeschädigungen in der Gemeinde vorkommen: „Wir müssen uns öfter mal mit der Thematik auseinandersetzen, dass Eier an Wände geworfen werden oder Graffitischmierereien an Gebäuden auftauchen. Solche Arten von Sachbeschädigungen sind leider nicht unbekannt in Obing und immer mit Ärger und Arbeitsaufwand verbunden.“

Unglaublich ärgerlich ist die ganze Sache auch für die Leiterin der Kindergruppe, Carina Ober: „Mit viel Liebe, Kreativität und Einsatz haben die ‚Coolen Würmer‘ in den vergangenen Tagen unseren Osterbrunnen mit Hunderten Eiern gestaltet und geschmückt. Für sie ist es wie jedes Jahr etwas ganz Besonderes, gemeinsam etwas Schönes für unser Dorf zu schaffen. Umso trauriger ist es, dass der Osterbrunnen mutwillig beschädigt wurde. Für die Kinder ist das nur schwer zu verstehen – sie sind enttäuscht und traurig, dass ihre Arbeit so wenig Wertschätzung erfahren hat.“

Der Osterbrunnen sollte Freude bringen, ein Zeichen für Gemeinschaft sein und gerade in dieser Zeit ein kleines Stück Zusammenhalt zeigen, erklärt Ober. Nicht zum ersten Mal glänzt ein bunt geschmückter Osterbrunnen in der Gemeinde, mittlerweile eine lieb gewonnene Tradition.

Ursprünglich aus der Fränkischen Schweiz stammend, hat sich dieser Brauch, in der Zeit vor Ostern öffentliche Dorfbrunnen mit bemalten Ostereiern und anderen Verzierungen als Osterbrunnen zu schmücken, seit den 1980er- Jahren auch in weiten Teilen Süd-, Mittel- und Ostdeutschlands verbreitet.

Neuer Anlauf
für den Osterbrunnen

„Wir hoffen sehr, dass so etwas nicht wieder passiert – und der Respekt gegenüber der Arbeit und dem Engagement unserer Kinder in Zukunft mehr Beachtung findet“, unterstreicht Carina Ober. Auf eine Anzeige verzichtet der Gartenbauverein. Doch die Kinder lassen sich nicht unterkriegen: Am kommenden Samstag, 28. März, wird der Brunnen mit frischem Tatendrang aufs Neue dekoriert. Für die fleißigen und motivierten Helfer wird als kleines Trostpflaster Eis seitens eines Obinger Unternehmens spendiert. Somit gibt es für den Obinger Osterbrunnen bis zu den hohen christlichen Feiertagen wohl doch noch ein Happy End.

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