Haag diskutiert Supermarkt auf Fischergelände

von Redaktion

Seit Jahren wird in Haag über die Zukunft des ehemaligen Fischergeländes diskutiert. Nun liegt ein neuer Plan vor: Statt eines Wohnkomplexes soll ein Supermarkt entstehen. Im Bauausschuss sorgt das Vorhaben für geteilte Meinungen, da es erneut keine Wohnbebauung vorsieht.

Haag – Seit Jahren wird geplant und doch ist immer noch nichts umgesetzt: Das ehemalige Fischergelände an der Münchner Straße im Ortsteil Rosenberg soll neu bebaut werden. Nur wie, darüber wird weiterhin diskutiert.

Gemeinde liegt
neuer Bauantrag vor

Zuletzt war das vor knapp drei Jahren der Fall. Damals hatte der Haager Bauausschuss trotz einiger Bedenken der Aufstellung eines neuen Bebauungsplans zugestimmt. Angedacht waren zu diesem Zeitpunkt zwei Gebäude mit Gewerbe und ein großer Wohnkomplex mit etwa 60 bis 80 Wohnungen. Getan hat sich danach aber nichts. Bis jetzt, denn in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Wie Stefan Högenauer (CSU), der die Sitzung leitete, erklärte, hat es einen neuen Bauantrag gegeben. Denn nach Ansicht der Investoren, der MBF Rosenberger Karree, sei gerade der Wohnkomplex aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht umsetzbar. Das Aufstellungsverfahren rund um den Bebauungsplan solle deshalb eingestellt werden, so der Wunsch der Investoren.

Stattdessen sei der Plan nun, das bisherige, in die Jahre gekommene Gebäude abzureißen und einen ähnlichen Baukörper an gleicher Stelle wieder aufzubauen. In jenem soll dann Einzelhandel untergebracht werden, darunter wie bisher der NKD, die Spielhalle. Neu hinzukommen solle außerdem ein Rewe, so Högenauer.

Klar war von Beginn an: Sonderlich viel Einfluss hat der Bauausschuss nicht auf diese Pläne. Denn es handelt sich um ein Vorhaben im Innenbereich, über den Bauantrag entscheidet damit schlussendlich das Landratsamt Mühldorf. Die Gemeinde selbst kann lediglich ihr Einvernehmen erteilen. Überzeugt von dem Vorhaben zeigten sich aber dennoch nicht alle Ausschussmitglieder. Insbesondere von Christa Moser (Grüne) kam Kritik. „Hier wird etwas abgerissen, um das Gleiche wieder hinzustellen“, monierte sie. Zudem handle es sich wieder um ein einstöckiges Gebäude ohne jegliche Wohnbebauung, die Flächenversiegelung sei dank des Parkplatzes enorm und auch Pläne für eine Photovoltaik-Anlage sehe sie nicht.

Thomas Eberharter (CSU) gab zu, dass auch er finde: „Schön ist was anderes.“ Dennoch brauche es für dieses Gelände eine Lösung und wenn der Bauherr der Überzeugung sei, dass die bisherigen Pläne nicht umsetzbar seien, dann werde er dem neuen Vorhaben zustimmen.

Josef Hederer (PWG) schlug unterdessen vor, dass die Gemeinde an die Grundstückseigentümer herantreten solle, um hier sozialen Wohnungsbau zu ermöglichen. Klaus Breitreiner (CSU) verwies dazu jedoch auf die Altlasten, die an dieser Fläche vorhanden seien. Schließlich erteilte der Bauausschuss mit einer Gegenstimme von Moser das gemeindliche Einvernehmen zum Einstellen des Aufstellungsverfahrens des bisherigen Bebauungsplans. Ebenfalls mit einer Gegenstimme von Moser gab der Ausschuss das Einvernehmen zum gestellten Bauantrag mit Abriss des bestehenden Gebäudes und Neubau.

Anregungen
für den Bauherrn

Der Bauausschuss entschloss sich zudem, mit zwei Gegenstimmen von Egon Barlag (FWG) und Hederer den Bauherren nicht verbindliche Anregungen mit auf den Weg zu geben. Diese sind: Der Bauherr soll dafür sorgen, dass möglichst wenig Fläche versiegelt wird. Außerdem regt der Bauausschuss an, eine PV-Anlage auf das Dach und auf überdachte Parkplätze zu bauen und sowie E-Ladesäulen zu installieren.

Dass es dieses Mal etwas mit den Bauplänen wird, davon ist zumindest Zweiter Bürgermeister Högenauer überzeugt. Er betonte auf Nachfrage von Hederer, dass es natürlich nie eine Garantie gebe, aber dass er „zuversichtlich“ sei. „Was ich gehört habe, sind die Verhandlungen mit Rewe fast abgeschlossen, damit steht also dem Neubau nichts im Weg“, so Högenauer.

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