Wasserburg – Unter der Leitung von Professor Dr. Hiram Kümper vom Lehrstuhl für die Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Universität Mannheim und Dr. Anja Thaller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl, besuchten zehn Studierende des Masterstudiengangs Geschichte im März die Stadt. In einem Seminar beschäftigen sie sich mit der Entwicklung der Stadt Wasserburg vom Spätmittelalter bis 1800. Die städtischen Quellen hierfür sind komplett online zugänglich, so- dass die Forschungen an ausgewählten Stücken ortsunabhängig stattfinden können.
In der Seminarwoche in Wasserburg lernte die Gruppe zunächst die Stadt bei einem historisch-topografischen Rundgang näher kennen. „Vom tiefsten Keller unter dem Pensionat bis hoch zur Turmspitze der Frauenkirche konnten wir exklusive Eindrücke von der Geschichte und Gegenwart der Stadt gewinnen“, waren die Studenten begeistert. Bei Führungen durch das Stadtarchiv und das Museum erhielten sie auch vertiefende Einblicke hinter die Kulissen, lernten Projekte zur Bestandserhaltung und Erschließung von Kulturgütern und somit mögliche spätere Berufs- und Betätigungsfelder von Historikern kennen. Die Arbeit im Stadtarchiv an ausgewählten Originalen, die sie bereits zuvor online eingesehen hatten, war dann doch für alle Seminarteilnehmenden „überaus spannend“.
Laut Dr. Anja Thaller konnte man sich „dank hervorragender Arbeitsbedingungen im Archiv intensiv dem Quellenstudium widmen und gemeinsam einzelne Fragestellungen vertiefen“. Als Ergänzung zu den Schriftquellen dienen Objekte im Stadtmuseum, die das Museumsteam anschaulich präsentierte.
Im Dezember kommt ein Teil der Studierenden mit ihrem Professor zurück: Die Ergebnisse des Seminars sollen bei einer Vortragsveranstaltung des historischen Vereins vorgestellt werden. Ziel ist die Herausgabe ein kleines Büchleins: „Ein Wasserburger Lesebuch durch die Jahrhunderte“.