Städte und Gemeinden müssen SOS-Punkte planen

von Redaktion

Gut vorbereitet für den Ernstfall: Landkreis Mühldorf setzt auf umfassende Informationen

Mühldorf – Wie gut ist die Bevölkerung auf Krisen und Katastrophen vorbereitet? Dieser Frage widmet sich der Landkreis zusammen mit seinen Gemeinden aktuell mit zwei konkreten Maßnahmen: zum einen mit der umfassenden Information für alle Haushalte und zum anderen mit dem weiteren Aufbau zentraler Anlaufstellen im Notfall.

Ein wichtiger Baustein ist dabei der Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Insgesamt 45.000 Exemplare hat der Landkreis bestellt. Die Broschüren werden derzeit an die Städte, Märkte und Gemeinden weitergegeben und in den kommenden Monaten flächendeckend an alle Haushalte verteilt.

Ziel ist es, Bürgern praktische Hinweise zur Eigenvorsorge an die Hand zu geben – etwa zur Bevorratung, Notfallplanung oder zum richtigen Verhalten in außergewöhnlichen Lagen.

Parallel dazu soll auch die Infrastruktur für den Krisenfall weiter ausgebaut werden. Da Bevölkerungsschutz bei den Städten, Märkten und Gemeinden beginnt, hatte der Landkreis alle Kommunen im Zuge der Energiekrise 2022/2023 aufgefordert, Standorte für SOS-Punkte mitzuteilen sowie deren Aufbau und Organisation zu planen. Die Standorte dieser zentralen Anlaufstellen für die Bevölkerung in Notlagen werden nun erstmals in einer interaktiven Online-Karte gebündelt dargestellt. Über die Website des Landratsamtes können Bürger im Portal „GeoLokal“ die exakten Adressen der bislang gemeldeten SOS-Punkte einsehen.

Die SOS-Punkte sind in der Regel in öffentlichen Gebäuden untergebracht und verfügen über eine Notstromversorgung. Im Ernstfall bieten sie Orientierung und Hilfe: Hier gibt es aktuelle Informationen, Möglichkeiten zur Ersten Hilfe und die Gelegenheit, Notrufe abzusetzen. Auch das Laden von Akkus oder das Aufwärmen ist vorgesehen. Wie genau die Angebote ausgestaltet sind, hängt von der Situation vor Ort ab. Dass diese Strukturen funktionieren, wurde bereits erprobt: Im November 2025 führte der Landkreis gemeinsam mit den Gemeinden Ampfing und Mettenheim eine erste Übung durch. Getestet wurden die Einsatzbereitschaft der SOS-Punkte, die Notstromversorgung und die Krisenkommunikation. Noch in diesem Jahr soll eine Übung mit sämtlichen SOS-Punkten folgen.

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