Wasserburg – Auf großes Interesse stieß die Jahresversammlung der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Wasserburg beim Huber-Wirt. Mit einer Menge an Informationen zu örtlichen, aber auch überregionalen Gefährdungen der natürlichen Lebensräume sowie mit einem umfangreichen Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres präsentierte sich laut Kreisvorsitzendem Rainer Auer „eine der umtriebigsten Ortsgruppen des Landkreises“. Zudem standen Ehrungen und Neuwahlen auf dem Programm.
Angesichts von Kriegen, Konflikten und Problemen fernab des Naturschutzes würden im Gerangel um Wählerstimmen lebenswichtige Umweltthemen immer mehr an den Rand gedrängt, so der Vorsitzende der Ortsgruppe, Max Finster. Der anhaltende Ruf nach mehr Lebensqualität und höherem Lebensstandard verdränge zunehmend Umwelt- und Naturschutzgedanken. Dabei wäre die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen eigentlich die wichtigste Aufgabe unserer Zeit. Vor allem allen Bestrebungen, das Verbandsklagerecht abzuschaffen, erteilte Finster eine klare Absage. Der Bund Naturschutz lasse sich jedenfalls nicht entmutigen und kämpfe weiter für naturverträgliche und solide Planungsverfahren. Angesichts von gut 7.500 Mitgliedern im Landkreis wolle man auf alle Fälle von Wasserburger Seite aus mithelfen, die heimische Natur mit ihrer Flora und Fauna durch umsichtige Pflegeregime zu erhalten.
Ein Beispiel hierfür erläuterte dazu der Biodiversitätsberater im Landratsamt, Jonas Garschhammer. Er informierte über die aktuellen Renaturierungsmaßnahmen in den Weiher Filzen bei Daim in der Gemeinde Soyen. Hier waren vom Landratsamt und vom Bund anteilig drei Hektar Moorflächen erworben worden. Mithilfe von Moorbagger und Spundwänden wurde seit Herbst erfolgreich versucht, den ursprünglichen, vernässten Moorcharakter wiederherzustellen, passend zu den angrenzenden Ausgleichsflächen der Gemeinde. Diese werden extensiv bewirtschaftet und schaffen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.
Burkhard Martl und Alois Schrems informierten, untermalt von zahlreichen Bildern unter anderem aus Ferienprogramm und BUND-Garten, über Aktivitäten. In ihren Berichten über die vielfältigen Aktionen der Ortsgruppe, die ein breites Spektrum abbildeten, zeigten sie auch auf, wie man bei Kindern den wachsamen Blick auf die Natur schärfen kann. Aktuell informierte Schrems zudem darüber, dass zwischenzeitlich bereits über 250 Amphibien, vornehmlich Erdkröten, sicher zu ihren Laichplätzen gebracht werden konnten.
Nach dem ausführlichen Bericht des Kassiers Stefan Kuhrt, der geordnete Finanzen auswies, und der darauf erfolgten Entlastung des Vorstandes gab auch noch Kreisvorsitzender Rainer Auer einen kurzen Überblick über die Kreisaktivitäten, wobei er die zumeist einseitige Berichterstattung bezüglich der Neubauabsichten im Bereich der Kampenwandbahn bemängelte. Es gehe dem BUND hier nicht darum, Neuerungen zu verhindern, sondern nur darum, unnötiges, den Naturraum störendes Remmidemmi am Berg zu unterbinden.
Die anschließenden Neuwahlen ergaben wenig Überraschungen. Für vier weitere Jahre wurde Max Finster in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, sein Stellvertreter bleibt Alois Schrems, als Kassier wurde Stefan Kuhrt gewählt.
Burkhart Martl gab sein Amt als Schriftführer an Heiko Bräuer weiter. Als Beisitzer wurden Veronika Westenrieder, Norbert Buortesch, Simone Schrems, Rainer Drews und Toni Langgaßner bestätigt. Geehrt wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft Barbara Edl-Schmid. 40 Jahre dabei sind nun Rosemarie Eichmann, Klaus Dellian, Barbara Ernstdorfer, Monika Mayer, Peter Oberpriller, Detlev Orschau, Hildegard Scherl und Karl Haider. Für 50 Jahre Mitgliedschaft gab es die goldenen Nadeln für die Familienmitgliedschaften Dempf und Wimmer. kr