Nachruf

von Redaktion

Obing/Diepoldsberg – Eine überaus große Trauergemeinde nahm vergangene Woche Abschied von Sebastian Reininger, der am 2. März völlig überraschend verstorben ist. Viel zu früh ging der Lebensweg vom Jodl Wast von Diepoldsberg, wie er überall bekannt war, zu Ende.

Im Requiem in der Albertaicher Kirche hielt Pfarrer David Mehlich Rückblick auf sein Leben, das am 16. Dezember 1959 in Traunstein begann. Er wuchs am Hof seiner Eltern mit seinen beiden älteren Schwestern in Diepoldsberg auf. Schon in früher Kindheit war er in die Arbeiten der Landwirtschaft eingebunden und hatte ein sehr enges Verhältnis zu seinen Eltern.

Seine Schulzeit begann in Frabertsham und führte ihn später über die Grundschule Pittenhart, Hauptschule Obing zur Realschule nach Wasserburg. In Landsberg am Lech absolvierte Wast die Ausbildung zum milchwirtschaftlichen Laboranten und fand anschließend eine Laborstelle bei der Firma Meggle in Wasserburg. Zusätzlich zu seinem Beruf bewirtschaftete er mit seiner Familie den Milchviehbetrieb daheim, was mit zunehmendem Alter seiner Eltern immer schwieriger wurde. 1995 entschied sich die Familie zur Aufgabe der Landwirtschaft. Nach Altersteilzeit durch seine gesundheitlichen Probleme ging er 2023 in Rente. Beständigkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zeichneten ihn aus und machten ihn zu einem sehr beliebten und geschätzten Kollegen im Labor.

Neben Beruf und Landwirtschaft ging der Jodl Wast in seiner Jugend sehr gerne zum Tanzen. Beim Tanz in Moosham bei Haag lernte er 1982 auch seine Frau Renate aus Waldkraiburg kennen. Aus der anfänglichen Freundschaft wurde bald Liebe und 1984 wurde standesamtlich geheiratet. Im Juli 1985 läuteten in der Diepoldsberger Kirche die Hochzeitsglocken.

Nach der kirchlichen Hochzeit lebte das Paar auf dem Jodlhof in Diepoldsberg, in dem sie vorher schon ihre Wohnung ausgebaut haben. In der glücklichen Ehe wurden vier Söhne geboren: 1985 Christian, 1987 Florian, 1993 Felix und 1997 Michael. Gerne wurden mit der gesamten Familie Ausflüge unternommen, ein Besuch im Bayernpark, wie auch kurze Urlaube machten immer große Freude. Ein großer Schicksalsschlag für die ganze Familie war im August 2009 der plötzliche Tod von Sohn Felix.

In der Rente entdeckte Wast die Liebe zum Garten; mit großer Begeisterung hat er aus den Samenkörnern sämtliches Obst und Gemüse herangezogen. Leider wurde mit dem Renteneintritt aus gesundheitlichen Gründen sein Bewegungsradius immer kleiner. Die letzten Jahre häuften sich Krankenhausaufenthalte und er musste immer wieder Operationen über sich ergehen lassen. Trotz all seiner „Baustellen“, wie er seinen Gesundheitszustand gerne bezeichnete, kam sein Tod sehr überraschend, da es ihm am Tag vorher gut ging und er voller Tatendrang und Pläne war.

Wast Reininger war im Trachtenverein Albertaich, bei der Feuerwehr und bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Albertaich ein immer gerne gesehenes Mitglied. Die Vereine erwiesen ihm mit gesenkter Fahne zu den Klängen des „Guten Kameraden“ am Grab die letzte Ehre. emk

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