Schulsanierung in Gars schreitet voran

von Redaktion

Bürgermeister Robert Otter berichtet auf Bürgerversammlung über Stand der Dinge

Gars – In diesem Jahr fanden die Bürgerversammlungen nach der Kommunalwahl statt, um den Verdacht einer Wahlkampfveranstaltung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Bürgermeister Robert Otter dürfte es egal gewesen sein – und mit einem Ergebnis von über 95 Prozent bei der Wiederwahl konnte er sich in den vergangenen Wochen gleich hoch motiviert auf die Informationstournee begeben.

Gemeinde plant
hohe Investitionen

Gars benötigt einen starken Haushalt, um Großprojekte wie die Sanierung der Schule stemmen zu können. Das Gesamthaushaltsvolumen betrug 2025 nach Otters Angaben knapp 16 Millionen Euro, Haupteinnahmequellen waren Einkommen- und Gewerbesteuer mit jeweils gut drei Millionen Euro, Hauptausgabeposten die Aufwendungen für Schulen und Kindergärten von zusammen rund 2,25 Millionen. Zwar beträgt der Schuldenstand etwa acht Millionen, was zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.967 Euro führt, die Hoffnung auf zumindest ähnlich erfreuliche Einnahmen in diesem Jahr und ein Rücklagenbestand von 4,4 Millionen Euro lassen aber trotz der anstehenden Großprojekte nicht allzu pessimistisch in die Zukunft schauen, erläuterte Otter.

Unliebsame
Überraschungen

Umfangreiche Rückblicke auf die Projekte des vergangenen Jahres und Ausblicke auf 2027 schlossen sich an. Viele Fotos und Erläuterungen machten deutlich, welche enorme Aufgabe der Schulverband mit der Sanierung der Mittelschule zu stemmen hat und welche unliebsamen Überraschungen den ursprünglichen Zeitplan zunichtegemacht haben. Asbestbelastungen, die Entdeckung zuvor verborgener Schäden, Ausschreibungsprobleme, ein Brandfall bei der Dachabdichtung und ein Wasserschaden im bereits sanierten Gebäude seien hier beispielhaft genannt.

Es wurde aber auch deutlich, dass sich das Warten lohnen wird, nicht zuletzt auch auf die rundum sanierte Turnhalle und das Lehrschwimmbecken, die Anfang 2027 wieder zur Verfügung stehen werden, wie Otter berichtete. Eine Teilrückkehr in das sanierte Schulgebäude wird aber bereits nach Beendigung des ersten Bauabschnitts in absehbarer Zeit möglich sein, sodass dann der nächste angegangen werden kann, hieß es. Dass Gars ein wichtiger Schulstandort bleibt, hatten zuvor schon die Zahlen gezeigt: 187 Schüler besuchen die Grundschule, 213 die Mittelschule und 890 das Gymnasium, davon 116 aus der Gemeinde Gars.

Da die wasserrechtliche Erlaubnis für den Betrieb der Kläranlage in Thal Ende 2029 ausläuft, muss deren energetische Sanierung geplant werden, Baubeginn soll spätestens im Frühjahr 2028 sein, die Fertigstellung Anfang 2029 erfolgen. Für das Baugebiet „Klosterfeld“ in Au am Inn läuft die dritte Auslegungsphase und für die Grundstücke im „Schabinger Feld“ in Mittergars wird man sich ab April bereits bewerben können, so Otter. Im Gewerbegebiet Lengmoos seien noch zwei Grundstücke zu haben und das dort geplante Feuerwehrhaus soll in diesem Jahr von einer Baufirma im Rohbau erstellt werden. Den weiteren Ausbau wollen die Feuerwehrler in Eigenleistung übernehmen, unterstützt von Fachfirmen.

Auf dem Garser Friedhof gab es Umgestaltungen, insbesondere im Hinblick auf die verschiedenen Formen der Urnenbestattung. Dem im Klosterbad schwimmenden grünen Teppich aus „Rauem Hornkraut“ wird man wohl nur durch Ablassen des Wassers beikommen können, bedauerte der Rathauschef.

Auf einer Reihe von öffentlichen Bauten in der Gemeinde wurden Photovoltaikanlagen errichtet und in Gars und Kloster Au Ladesäulen für E-Autos. Auch die Mitgliedschaft im neu gegründeten Landkreiswerk wird ein zukunftsorientiertes Energiemanagement unterstützen. Der Breitbandausbau steht vor dem Abschluss und die Situation beim Mobilfunk wird sich durch entsprechende Ausbaumaßnahmen weiter verbessern, versprach Otter. Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war für Otter die offizielle Einweihung des neuen „Gemeindehauses Alte Grundschule“. Daran anknüpfend wies Otter auf die zahlreichen Beratungs- und Hilfsangebote in der Gemeinde und auf Initiativen aus der Bevölkerung hin. Ein besonderes Anliegen sei ihm die Gründung einer Jugendgruppe. Ein Raum wäre dafür im Gemeindehaus vorhanden und mit Magdalena Bentenrieder stehe eine Organisatorin und Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Gelungene
Veranstaltungen

Ein Rückblick auf gelungene Veranstaltungen 2025 wie das Maibaumaufstellen, das 25-jährige Jubiläum des Dorfladens Mittergars und den Christkindlmarkt leiteten zu einem Ausblick auf das laufende Jahr über, in dem es, so Otter, wieder zahlreiche Feste und Veranstaltungen geben werde: etwa das Volksfest im Mai, der Besuch der französischen Partner aus Azay le Ferron anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Partnerschaft und der „Garser Wiesnzirkus“ im September.

Ehemaliges Wirtshaus
interessiert Bürger

Abschließend stand der Bürgermeister in allen vier Versammlungen noch für Fragen und Anregungen zur Verfügung, die Wünsche zu verlängerten Öffnungszeiten, Rückmeldungen zu Straßen und Wegen und den Mobilfunkausbau betrafen. Der Sachstand zum ehemaligen Wirtshaus Berger interessierte die Lengmoser und – sehr zukunftsorientiert – ob in der Gemeinde Gars ein Energiesharing möglich gemacht werden würde. Wie es mit dem geplanten Spielplatz konkret weitergehen werde, wollten die Mittergarser wissen, wo sich angesichts eines in Siedlungsnähe geplanten Batteriespeichers auch einmal Sorgen artikulierten, aber andererseits auch der Einsatz des Winterdienstes gelobt wurde.

Blick in die Garser Statistik

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