Ein Beruf wie ein Geschenk

von Redaktion

Melanie Thurner in Obing begeht ihr erstes Osterfest als Mesnerin

Obing – „Der Beruf ist so schön, weil man dabei das Leben feiern darf“, sagt Melanie Thurner, die Mesnerin der Pfarrei St. Laurentius Obing. Gerade in der Osterzeit merke man, wie das Leben aufblüht. Aufblühen heißt es auch in der Obinger Pfarrkirche. Gerade nach der Fastenzeit beginnt in eer Kirche ein neuer Abschnitt. Alles wird neugestaltet, rundum alles frisch geputzt und entstaubt. Die Kirche erstrahlt im neuen Glanz.

Ein wunderschönes Erlebnis war es nicht nur für die Mesnerin, als in der Osternacht mit dem dreimaligen „Lumen Christi“ das Licht der neu entzündeten Osterkerze in die völlig dunkle Kirche einzog und nicht nur die Augen, die Ohren, sondern auch die Herzen wahrnahmen: Christus ist das Licht.

Alle Hände
voll zu tun

Bis aber alles so weit war, war für Mesnerin Melanie Thurner viel zu tun. Mit viel Arbeit und Organisation ist das Osterfest, das Hochfest der katholischen Kirche verbunden. Es fing schon weit vor Palmsonntag an, als die Palmzweige für den Palmsonntag geschnitten wurden. In den Tagen der Karwoche folgten viele Gottesdienste, angefangen mit der Messe zum letzten Abendmahl am Gründonnerstag, wo nach dem Schlussgebet das Allerheiligste in einer Prozession zu einem verschlossenen Aufbewahrungsort gebracht, die Kreuze aus der Kirche entfernt oder neu farblich verhüllt wurden und der Altar abgeräumt wurde.

Das Heilige Grab, das von der Mesnerin schon vorbereitet war, stand Karfreitag im Mittelpunkt. Bis zur Grablegung Jesu war es verhüllt und wurde dann während der Karfreitagsliturgie feierlich mit Blumen gestaltet.

Im Pfarrverband fanden am Karfreitag vormittags der Kinderkreuzweg, am Nachmittag die Karfreitagsliturgie und am Abend die Kreuzwegandacht statt, was eine zeitliche Herausforderung für die Mesnerin war. Schon Tage vorher hatte sie alle Kelche und Hostienschalen poliert und die Gewänder für die Pfarrer, wie für die Diakone und Ministranten für das Hochfest der Auferstehung zurechtgelegt. Natürlich hat sie rechtzeitig Kerzen, Weihrauch und Hostien, wie auch den Blumenschmuck besorgt.

Gerne nimmt Melanie Thurner das ganze Jahr Blumenspenden aus der Pfarrei entgegen und dabei erinnert sie sich an einen Satz ihrer Mutter: „Der Herrgott hat die Blumen wachsen lassen, dann dürfen sie auch mal zu seinen Ehren am Altar erblühen.“ Der Blumenschmuck in der Kirche ist für die ehemalige Gärtnerin eine echte Herzensangelegenheit.

Blumenschmuck musste
arrangiert werden

Besonders an Karsamstag ging es hoch her. Der Blumenschmuck des Altars musste arrangiert und die Figur des „Auferstandenen“ am Hochaltar platziert werden. Für die Wasserweihewar bereits der Wasserkessel mit Wasser gefüllt, Herzurichten war auch die Schale für das Osterfeuer. Alle Altäre waren neu einzudecken und für alle Gottesdienstbesucher wurden Kerzen bereitgelegt, die von den Ministranten an der Osterkerze entzündet wurden.

Nach der Kinderosternacht am Karsamstag hieß es erstmal durchatmen, die Nacht wurde kurz, denn bereits um 5 Uhr morgens begann in Obing die Osternacht. Thurner schätzt das gute Miteinander mit den Seelsorgern in Obing und auch die Unterstützung durch Vorgänger Alois Hof-stetter, der ihr mit gutem Rat zur Seite steht.

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