Albaching – Mit einem neuen Pflege- und Entwicklungskonzept für Landschaftspflegeflächen setzt die Gemeinde Albaching auf langfristigen Hochwasserschutz und mehr ökologische Qualität in der Flur. In der Gemeinde wurde nun das Konzept für neu geschaffene Landschaftspflegeflächen übergeben. Es ist Teil der Gemeindeentwicklung und ein wesentlicher Baustein des seit dem Jahr 2000 laufenden Flurneuordnungsverfahrens der Ländlichen Entwicklung, wie das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern mitteilt.
Eine Fläche
von 1.091 Hektar
Im Zuge der Flurneuordnung Albaching wurde ein umfassendes Konzept zur nachhaltigen Landschaftspflege und zur ökologischen Verbesserung erarbeitet. Das Verfahren umfasst eine Fläche von 1.091 Hektar und zielt darauf ab, landwirtschaftliche Nutzung und ökologische Funktionen in Einklang zu bringen. Zum Abschluss des Verfahrens wurden nun die Pflegehinweise für die neu ausgewiesenen Landschaftspflegeflächen an die Gemeinde übergeben – ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherung von Maßnahmen zur Landschaftsentwicklung und zum Wasserrückhalt in der Landschaft.
Ein Schwerpunkt der Gemeindeentwicklung liegt auf der Steigerung der wasserwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Landschaft. Durch Aufweitungen und ökologische Verbesserungen an den Gewässern soll der Wasserrückhalt in der Fläche erhöht und damit das Risiko von Hochwasserereignissen verringert werden. Vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme infolge des Klimawandels komme der nachhaltigen Gestaltung von Gewässer- und Landschaftsräumen eine besondere Bedeutung zu, um lokale Hochwasserereignisse zu entschärfen.
Mit der Übergabe der Pflegehinweise wollen die Beteiligten sicherstellen, dass Pflege und Unterhaltung der neuen Flächen dauerhaft geregelt sind. Die Hinweise enthalten praktische Vorgaben für die Bewirtschaftung, um die ökologischen Funktionen zu erhalten und den Wasserrückhalt im Gemeindegebiet zu sichern. Die langfristige Pflege dieser Flächen gilt als entscheidend, damit die erzielten Verbesserungen bestehen bleiben und ihre Wirkung entfalten können. Erfahrungen aus anderen Regionen in Bayern zeigen laut ALE, dass dort, wo gezielte Landschaftspflege ausbleibt, negative Folgen, etwa durch Starkregen, deutlich stärker zu spüren sind.
Der für das Verfahren zuständige Projektleiter Peter Höcherl und Joachim Schmidt vom ALE Oberbayern hoben die Bedeutung der konsequenten Umsetzung des Pflege- und Entwicklungskonzepts für die Naturschutzflächen hervor. Die Gemeinde leiste damit einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Landschaft, der Gewässer und der Ortsumgebung, auch im Sinne eines wirkungsvollen Hochwasserschutzes.
Die Gemeindeentwicklung Albaching wurde im Jahr 2000 angeordnet und verfolgt unter anderem das Ziel, die Flur- und Landschaftsstruktur zugunsten landwirtschaftlicher und ökologischer Belange zu verbessern. Im Rahmen der Flurneuordnung wurden Landschaftspflegeflächen mit einer Größe von rund 8,7 Hektar ausgewiesen.
Bereits im Jahr 2006 wurden am Dorfweiher erste kleinere Maßnahmen umgesetzt, 2011 folgte die Aufweitung des Nasenbachs. Die Hauptmaßnahmen der Landschaftspflege führte die Teilnehmergemeinschaft (TG) Albaching in den Jahren 2017 bis 2020 mit Förderung durch das ALE Oberbayern durch, um die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Ziele des Verfahrens dauerhaft zu sichern.
Die Baukosten der im Rahmen der Flurneuordnung realisierten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 364.000 Euro. Davon wurden etwa 347.000 Euro über Fördermittel finanziert, rund 17.000 Euro brachte die TG Albaching als Eigenleistung ein.
Durch die Maßnahmen wurden die ökologische Qualität und das Landschaftsbild in und um Albaching nach Angaben der Beteiligten deutlich verbessert. Neben den wasserwirtschaftlichen Projekten entstanden zusätzliche Streuobstflächen, bestehende Lebensräume – insbesondere für den Kiebitz – wurden optimiert. Rückhalteflächen im Kaltenecker Moos, am Lukasberg sowie am Nasenbach und am Stettener Mühlbach erhöhen den Wasserrückhalt in der Landschaft vor der Ortschaft Albaching und reduzieren damit die Hochwassergefahr.
Begehung mit
breiter Beteiligung
An der Begehung der Landschaftspflegeflächen nahmen für die Gemeinde Albaching der Bürgermeister Rudolf Schreyer sowie der Landtagsabgeordnete, Zweite Bürgermeister und Pflanzmeister der TG Albaching, Sebastian Friesinger, teil. Das Bauamt war durch Manuel Göttler vertreten. Für die TG Albaching waren der Vorstandsvorsitzende und Projektleiter Peter Höcherl, der örtliche Beauftragte Hans Zacherl und Wegbaumeister Herbert Binsteiner vor Ort. Das ALE Oberbayern entsandte Joachim Schmidt und Josefa Regauer aus dem Sachgebiet Landschaftspflege. Zudem waren Sebastian Sehy von der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rosenheim, Johannes Gschwendtner von der Jagdgenossenschaft Albaching sowie Rosa Kugler vom Landschaftspflegeverband Rosenheim bei der Übergabe anwesend. Die breite Beteiligung unterstreicht laut Mitteilung den Umfang des Verfahrens und die gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten für den nachhaltigen Erhalt und die Pflege der ausgewiesenen Maßnahmenflächen im Gemeindegebiet.