Bauanträge, Bürgerversammlung und Betonteile

von Redaktion

Gemeinderat Babensham arbeitet umfangreiche Tagesordnung ab – Flüchtlingsheim deutlich überbelegt

Babensham – Die jüngste Sitzung des Gemeinderats startete wie gewohnt mit mehreren Bauanträgen. So hatte ein Antragsteller in der Gemarkung Loibersdorf die Errichtung einer Lagerplatzüberdachung für Hackschnitzel und Stückholz beantragt. Da das Vorhaben die genehmigungsfähige Grundfläche nur minimal überschreitet, gab der Gemeinderat dem Bauantrag einstimmig grünes Licht.

Nachverdichtung
und Stellungnahmen

Ein weiteres Vorhaben ist in der Gemarkung Babensham der Anbau einer zusätzlichen Wohneinheit über einer bestehenden in einen Hang integrierten Doppelgarage. Parallel soll eine energetische Dachsanierung des bereits bestehenden Gebäudes erfolgen. Die beabsichtigte Nachverdichtung im Siedlungsbereich wird von den Gemeinderäten einhellig begrüßt, zumal die Abstandsflächen eingehalten werden, Stellplätze nachgewiesen sind, und mit der Maßnahme zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird.

Die Nachbargemeinde Unterreit wünschte eine Stellungnahme zu ihrer Bauleitplanung in Bezug auf eine Änderung des Flächennutzungsplans in Form der geplanten Aufstellung einer Photovoltaikanlage im Ortsteil Bach. Der Gemeinderat kam zu einem einstimmigen zustimmenden Votum, die Belange der Gemeinde Babensham sind nicht betroffen.

Von der südlichen Nachbargemeinde Eiselfing wurde um Stellungnahme hinsichtlich einer Bauleitplanung für den Ortsteil Erpertsham gebeten. Konkret ist die Entstehung dreier Baugebiete vorgesehen. Auch hierzu erfolgte die einhellige Zustimmung der Gemeinderäte, die Belange der Gemeinde Babensham werden nicht tangiert.

Seitens der Stadt Wasserburg wurde um Stellungnahme bezüglich des Bebauungsplans „ehemalige Essigfabrik“ gebeten. Bekannterweise sollen zahlreiche Wohnungen errichtet werden, die Zufahrtsproblematik ändert nichts am Vorhaben der Stadt. Da auch zu diesem Vorhaben die Belange der Babenshamer Gemeinde nicht betroffen sind, erfolgte einstimmige Zustimmung.

Informiert wurde in der Sitzung, dass wegen des Ausbaus der Wasserleitung im Bereich von der Bäckerei bis zur Einmündung in die Raiffeisenstraße eine Straßensperrung erforderlich sein wird. Offen ist noch, ob die Baustelle, die in einem sehr engen Kurvenbereich liegt, in der Ferienzeit oder anhand einer einspurigen Lösung mit Ampelregelung erfolgen wird. Im Hinblick auf die bevorstehenden Änderungen in der Zusammensetzung des Gemeinderates sowie dem „Generationenwechsel“ im Bürgermeisteramt informierte der scheidende Bürgermeister Sepp Huber über anstehende wichtige Termine im April. So ist neben der Bürgerversammlung am Dienstag, 21. April, neben der nächsten regulären Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag, 23. April, für Dienstag, 28. April, eine Sondersitzung geplant. In dieser wird sich der Gemeinderat ausschließlich mit der Gestaltung des Flächennutzungsplans befassen. Konkret ist zu besprechen, wie die Gemeinde in den nächsten zehn bis 15 Jahren mit dem weiterhin bestehenden Siedlungsdruck umgehen will. Im Ergebnis geht es um die Abwägung, ob seitens der Gemeinde dafür gesorgt werden soll, weiterhin insbesondere jungen Familien den Erwerb eigener vier Wände zu tragbaren Bedingungen zu ermöglichen.

Zum Schluss des öffentlichen Teils der Sitzung wurden von einzelnen Räten mehrere Themen vorgetragen, die zu einer regen Diskussion führten.

So berichtete ein Gemeinderat über ein Gespräch mit einer Betreuungsperson des Flüchtlingswohnheims in Neudeck. Hintergrund des Gesprächs war das Vorhaben, den Bewohnern mit Leinwand, Pinsel und Farbe ein Integrationsangebot zu unterbreiten. Die Verwunderung des projektplanenden Gemeinderates war allerdings groß, als er hörte, im Wohnheim seien aktuell circa 160 Personen mit ukrainischer Nationalität untergebracht, obwohl dieses ursprünglich für 90 Personen ausgelegt war. Die Erklärung liegt unter anderem darin, dass knapp die Hälfte der Bewohner kleinere, aber auch schulpflichtige Kinder sind. Von den Kindern sind auch nur ganz wenige offiziell zum Schulunterricht angemeldet. Viele kommen nur sporadisch in die Schule, was den täglichen Schulbetrieb insbesondere angesichts von Sprachbarrieren spürbar verkompliziert. Erschwerend kommt hinzu, dass zahlreiche Eltern Analphabeten sind, was größere Hürden in der Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern bedeutet. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass es seitens der Gemeindeverwaltung nahezu unmöglich ist, steuernd einzugreifen. Oftmals entstehe der Eindruck, für die vorgebrachten Belange fühle sich niemand zuständig und verweise auf andere Abteilungen oder Stellen.

Weiher wegen zu wenig
Regen nahezu versiegt

Von verschiedenen Bürgern wurde berichtet, dass der idyllisch im Waldstück zwischen Altbabensham und Riepertsham gelegene Weiher nahezu versiegt sei. Früher war dieser Weiher öfter übergelaufen. Demnach war ein Ablaufrohr verstopft, das mittlerweile gereinigt wurde. Aktuell führt der in diesem Jahr noch fehlende ausreichende Niederschlag zur bemängelten Situation.

Eine weitere Diskussion bezog sich auf den Geh- und Radweg am Penzinger See im Bereich des „Moorbankerls“. Dort wurden als Abgrenzung sowohl größere Steine als auch „unansehnliche Betonbrocken“ deponiert. Wie die Verwaltung mitteilte, wurde festgestellt, dass zwar die Bummerlsteine im Vorfeld besprochen wurden, nicht jedoch die Betonblöcke. Das betreffende Gelände befindet sich im Eigentum der Gemeinde, es ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Seitens des Gemeinderates werden diese Betonblöcke nicht geduldet. Eine zeitnahe Entfernung derselben konnte zwischenzeitlich mit dem Verursacher geklärt werden.

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