Nachruf

von Redaktion

Griesstätt – Ihre Lieblingsblumen Schneeglöckchen sind auf dem Sterbeandenken von Rosina Wagner, der Hofmeister-Mutter von Kettenham. Von einer schweren Krankheit vor etwa einem Jahr konnte sich die Hofmeister-Rosi nach dem Erhalt der Krankensalbung eigentlich wieder gut erholen. In den letzten Tagen ihres Lebens wurde die Kraft doch deutlich weniger.

Ihren 89. Geburtstag konnte sie noch mit ihrer Familie beim Wirt feiern. Auch freute sie sich, wenn sie von ihren Angehörigen immer wieder zu kleinen Ausflügen mitgenommen werden konnte. Zwei Wochen vor ihrem Tod wurde eine Krankenhausbehandlung notwendig. Dort durfte Rosi Wagner später friedlich einschlafen.

Pfarrer Andreas Kolb blickte beim Seelengottesdienst in der Griesstätter Pfarrkirche auf das Leben der Verstorbenen zurück und auf das, was sie ausmachte. In Brudersham in der Gemeinde Babensham wurde sie auf dem elterlichen Hof im Februar 1937 geboren. Gemeinsam mit ihrer Schwester Elisabeth wuchs sie dort während den Kriegsjahren auf. Schon früh musste sie in der Landwirtschaft mitarbeiten. Besonders kümmerte sie sich um die Pferde, wie sich die Liebe zu Tieren insgesamt durch ihr langes Leben zog. Sehr innig war auch immer die Beziehung zu ihrer einzigen Schwester Elisabeth, so wünschte sie sich doch damals immer mehr Kinder. Ein Wunsch, der sich später erfüllen sollte.

Bei der Hochzeit ihrer Schwester lernte sie ihren zukünftigen Mann Martin Wagner kennen. Martin fand dann immer wieder Gründe, warum er Rosi auf dem Hof ihrer Eltern besuchen konnte. Er schaffte es dabei schnell, einen sehr guten Eindruck zu machen.

Rosi und Martin Wagner heirateten im Mai 1961 in Griesstätt und übernahmen den Hofmeister-Hof. Bald erfüllte sich der Kinderwunsch der Verstorbenen mit den gemeinsamen Kindern Rosmarie, Margarete, Martin, Korbinian, Elisabeth und Markus.

Noch größer wurde die Familie mit den 17 Enkeln und den zwölf Urenkeln. Als Mutter, Oma und Urgroßoma war die Rosi immer für sie da. Sie war in ihren Regeln sehr konsequent. Es ist auch ihrer Erziehung zuzurechnen, dass in der Familie schon immer so gut zusammengeholfen wurde, so Pfarrer Kolb.

Neben der vielen Arbeit auf dem Hof, die sich im Leben der Verstorbenen durchzog, machte sie sehr gerne auch Ausflüge mit der Familie und mit Freunden. Sehr gerne ging es dabei in die Berge oder auch nach Südtirol. Wenn Rosi Wagner zu Hause war und gerade keine Arbeit anstand, lebte sie zu Hause ihr Talent fürs Malen und Tapezieren aus. So war zu Hause immer alles sauber und gut in Schuss.

Leider blieben in ihrem Leben Schicksalsschläge nicht aus. Nach einem Blitzeinschlag brannte im Jahr 1970 der Hof ab, in einer Zeit, als die Verstorbene hochschwanger war. Anschließend musste der Hof neu aufgebaut werden.

Hart traf sie der Tod ihres Mannes Martin im Jahr 2003. Es war für sie ein großer Einschnitt und herber Verlust. Viel hatten sie gemeinsam geschafft und viel waren sie auch gemeinsam unterwegs gewesen. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis Rosi Wagner wieder mit Bekannten etwas unternahm.

Auch der Tod ihrer Schwester Elisabeth vor gut elf Jahren war ein harter Schlag für sie. Auch hier fand sie Hilfe und Trost bei ihrer Familie, die auch in schweren Zeiten gut zusammenstand. Das vielleicht Wichtigste in ihrem Leben war für die Verstorbene, dass keiner hungern durfte. Für die Enkel machte sie nur zu gerne Kaba und Pfannkuchen. Nicht, dass aus Versehen jemand hungrig von ihr weg ging. Auch bei den Tieren auf dem Hof schaute sie immer wieder nach, ob sie auch genug zu fressen hatten. So fütterte sie bei den Kühen auch in späteren Jahren noch gerne Kraftfutter, wenn sie das Gefühl hatte, die Tiere könnten zu wenig erwischen.

Die Rosi könne im Himmel ein sorgenfreies ewiges Leben führen. Sie brauche keine Sorge mehr haben, dass jemand hungere. Gott selbst kümmere sich darum, dass es allen gut gehe, auch der Rosi, so Pfarrer Kolb.alb

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