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von Redaktion

Basketball-Fanclub „Wasserburger Lions“ findet doch noch einen neuen Vorstand

Wasserburg – Einem Krimi gleich verlief diesmal die Jahresversammlung des Basketball-Fanclubs „Wasserburger Lions“. Der Grund: Mit dem alternativ zu den angesetzten Neuwahlen auf der Tagesordnung aufgeführten Top 8 wurde die Auflösung des Vereins angekündigt, sollten sich gemäß Paragraf 15 der Satzung keine drei neuen Kandidaten für den Vorstand finden.

Diese Suche war im Vorfeld ergebnislos verlaufen, und der Showdown im Queens gestaltete sich als Mischung aus „Reise nach Jerusalem“ und Überbietungswettbewerb in Überredungskünsten. Nach über einer halben Stunde Diskussion löste sich zur Erleichterung aller der gordische Knoten: Ein neuer Vorstand wurde einstimmig gewählt, allerdings, so der Kompromiss, diesmal nur für ein Jahr. Diese Zeit soll nun genutzt werden, um den Verein in noch jüngere Hände zu übergeben.

Rückblick auf
eine erfolgreiche Ära

Sichtlich gerührt bedankte sich Wolfgang Tschentscher bei seiner Familie und seinen bisherigen Wegbegleitern. Nicht ohne Stolz verwies er dabei auf die gesamten Aktivitäten seit Vereinsgründung. Als 2001 die erste Basketball-Damenmannschaft des TSV 1880 Wasserburg den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft hatte, dauerte es nicht lange, bis 2003 bei wachsenden Erfolgen der Wunsch nach einem unterstützenden Fanclub laut wurde. Diesem stand Wolfgang Tschentscher nun seit 20 Jahren als Vorsitzender vor. Auch seine Stellvertreterin Brigitte Aversano und Kassier Peter Maurer waren seit 2006 im Vorstand aktiv. Ein seit Jahren verschobener Generationenwechsel stand deshalb nun ultimativ an.

Dass der alte Vorstand die Messlatte für Aktivitäten sehr hoch gehängt hatte, verdeutlichte Tschentschers Rechenschaftsbericht. Elf deutsche Meisterschaften und neun Pokalsiege konnten zumeist in der Zeit seines Vorsitzes gefeiert werden. Zeitweise war man mit 327 Mitgliedern im Jahr 2018 sogar größter Fanclub in Deutschland.

Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten 90 Fahrten zu Auswärtsspielen in ganz Deutschland organisiert, dazu noch einige Mehrtagesfahrten. Beliebt waren auch Tschentschers Interviews mit Funktionären und Spielerinnen im Nachgang von Heimspielen in der Badria-Gaststätte mit teilweise bis zu 100 Teilnehmern. Ohne Hilfe des Fanclubs hätte zudem der TSV allein die Organisation von Großveranstaltungen wohl nur schwer bewältigen können.

In diese „großen Fußstapfen“ traute sich zunächst keines der anwesenden 28 Mitglieder als Nachfolger zu treten – und das, trotz Beteuerung Tschentschers, dass sich der Arbeitsaufwand seit Corona und dem Abstieg in die 2. Liga deutlich verringert hätte. Letztlich schien nach allen Vorschlägen und den damit verbundenen Ablehnungen die Auflösungsberatung bereits greifbar nahe.

Dann aber erwies sich der Vorschlag, zunächst nach Kandidaten für den Stellvertreterposten und den Kassier zu suchen, als zielführend. Nachdem sich nach einigen persönlichen Bedenken Nadine Ionker als neue Kassiererin und Ute Brunckhorst als potenzielle Zweite Vorsitzende bereit erklärt hatten, für zumindest ein Jahr zur Verfügung zu stehen, überwand sich angesichts dieser Kombination schließlich Brigitte Aversano. Sie erklärte sich ihrerseits bereit, die Nachfolge Tschentschers als Vorsitzende ebenfalls für ein Jahr anzutreten. Nach diesen Erklärungen hörte man im Raum förmlich den Stein der Erleichterung fallen.

Die Wahl der drei Hauptposten erfolgte in der Folge einstimmig, ebenso die des restlichen Vorstandes. Neue Schriftführerin ist nun Heide Eggen-Gödde, als künftige Beisitzer fungieren Verena Wernthaler, Markus und Wolfgang Tschentscher, Peter Maier und Rene Nowak. Neue Revisoren sind Stefan Haidn und Doris Fetting.

Zukünftige Aufgaben
und Appelle

Dass einige Aufgaben auf die Neuen warten, wozu auch eine spätere Verjüngung des Vorstandes gehören könnte, zeigte sich in den begleitenden Grußworten des Trainers der Basketball-Damen, Danijel Brancovic, und des Zweiten Abteilungsleiters des TSV, Jakob Schedel. Beide betonten die Wichtigkeit, den Nachwuchs für die Damenmannschaft in Wasserburg künftig verstärkt selbst heranzuziehen. Nur wenn sich ein Team formiere, das für den Erfolg brenne, könne in Zukunft die Badria-Halle bei sportlichen Wettkämpfen auch gefüllt werden.

In Wasserburg sei man diesbezüglich im Vergleich zu anderen Spielorten ohnehin noch auf einer Insel der Glückseligen. Der Erfolg sollte mit verstärkter Jugendförderung und Anreizen, in Wasserburg zu spielen, auch weiter ausgebaut werden. Dazu gehöre aber auch, Wohnraum bereitzustellen, vor allem für jüngere Talente aus dem Raum zwischen Salzburg und München, denen nicht zuzumuten sei, über weite Strecken dauernd zu pendeln. Bei dieser Suche mitzuhelfen, seien künftig alle Wasserburger aufgerufen.

Beim Punkt „Wünsche und Anträge“ meldete sich lediglich Obertrommler Karl Botzang. Er würde sich über Nachwuchs zur Unterstützung im Trommlerteam freuen.

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