Schnaitsee investiert in seine Zukunft

von Redaktion

In Schnaitsee ist viel los, wie bei der Bürgerversammlung deutlich wurde. Bürgermeister Thomas Schmidinger berichtete über die Entwicklung der Gemeinde im vergangenen Jahr und gab einen Ausblick auf zahlreiche Projekte und Investitionen, die von der Feuerwehr bis zum Weitsee reichen.

An der Rumeringer Kreuzung trifft sich die Staatsstraße 2360 mit den Kreisstraßen TS20 und TS39. Die TS20 wird aber seit dem 7. April verlegt, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen.

Schnaitsee – Ruhig ist es in der gut 60 Quadratkilometer großen Kommune keineswegs. Das verdeutlichte der umfassende Einblick in das gemeindliche Geschehen, der bei der Schnaitseer Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstagabend präsentiert wurde. Der Saal in der Taverna Ägais war rappelvoll, was auch Bürgermeister Thomas Schmidinger sichtlich freute: „Das zeigt einfach, wie groß das Interesse der Bürger hier in Schnaitsee ist.“

Nach seiner Begrüßung und dem Totengedenken stellte er die statistischen Daten des vergangenen Jahres vor. Insgesamt zählte Schnaitsee 3.897 Einwohner mit Hauptwohnsitz – ein Zuwachs von fast 50 Personen im Vergleich zum Vorjahr. 210 Personen hatten 2025 ihren Nebenwohnsitz gemeldet, 2024 waren es vier mehr. Fast 40 verschiedene Nationalitäten waren in Schnaitsee vertreten. Zudem waren 80 Asylbewerber und Ukrainer in vier Unterkünften des Landratsamts sowie in mehreren Privatunterkünften untergebracht.

Gemeindeentwicklung und
Feuerwehrbedarfsplan

Während 2025 insgesamt 29 Sterbefälle zu beklagen waren (vier weniger als im Vorjahr), gab es mit 39 Geburten einen erfreulichen Zuwachs zu verzeichnen. Für die jungen Familien fand erneut der Neugeborenenempfang statt. „Das wird sehr gut angenommen und ist eine ideale Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen der Eltern untereinander“, betonte Schmidinger. Passend zum Thema blickte der Rathauschef jedoch auch auf ein „einschneidendes Ereignis“ zurück: Die Aufgaben des Standesamts wurden zu Beginn des aktuellen Jahres nach Trostberg verlagert, da die bürokratischen Anforderungen mit dem vorhandenen Personal nicht mehr zu stemmen waren. Trauungen bleiben jedoch weiterhin in Schnaitsee möglich.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Berichts: das Feuerwehrwesen. In der Sitzung am 23. März wurde ein fünfjähriger Bedarfsplan verabschiedet, der als Grundlage für künftige Investitionen dient. Absprachen hierzu fanden mit Kommandanten, Kreisbrandrat sowie einem Ingenieurbüro statt. So wird das fast 35 Jahre alte Löschfahrzeug der Feuerwehr Waldhausen durch ein modernes Fahrzeug ersetzt, das speziell für Unwetter- und Vegetationsbrände gerüstet ist.

Auch baulich passiert etwas: Das Feuerwehrhaus Kirchstätt in Harpfing wird erweitert, wobei eine Gebäudeseite verlängert und die Sanitäranlagen erneuert werden. Während die Planungen 2027 abgeschlossen werden sollen, ist der Baubeginn für 2028 vorgesehen.

Schmidinger lobte an dieser Stelle das herausragende Engagement der Ehrenamtlichen in der Gemeinde und berichtete von den Neuwahlen der Feuerwehr Kirchstätt: Kommandant Christian Huber wurde im Amt bestätigt. Neu in der Führungsebene ist Josef Edlmann, der von Alexander Göbl das Amt des Zweiten Kommandanten übernahm. Göbl wiederum fungiert künftig als Dritter Kommandant und löst damit Andreas Hellmeier ab.

Ein weiteres Herzstück der Gemeinde ist der Weitsee. Um die Sicherheit der Badegäste zu gewähren, wurden auch heuer Stege und Spielgeräte geprüft. Diesen Frühsommer werden marode Anlagen durch moderne Schwimmplattformen ersetzt. Dies betrifft den sogenannten „Scherersteg“ sowie die Plattform mit dem Dreimeter-Sprungturm. Auch für die Spielanlage wird ein Ersatzneubau errichtet. Zudem ist für 2027 der Bau einer neuen Wasserwachtshütte geplant, wofür eine Leader-Förderung angestrebt wird.

Beim Breitbandausbau bleibt die Gemeinde am Ball, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben, hieß es. Ein massives Projekt betrifft die Wasserversorgung: Die alten Hochbehälter beim Fernsehturm aus den Jahren 1953 und 1986 haben ausgedient und werden durch einen Neubau ersetzt. Anstelle von Edelstahl kommen moderne Kunststoffbehälter zum Einsatz, was deutliche Vorteile bei den Bau- und Reinigungskosten biete. Die Auftragsvergabe soll im Juni 2026 erfolgen, gefolgt vom Abbruch der alten Anlagen. Bis Juli 2027 sollen insgesamt vier neue Behälter in Betrieb gehen, die nach der Fertigstellung mit Erde überdeckt werden.

In diesem Zusammenhang ging der Bürgermeister auch auf ein ärgerliches Thema ein: die Chlorung des Trinkwassers im November 2025. Nachdem in dem gut 70 Jahre alten Hochbehälter ein Keim festgestellt worden war, wurde dieser sofort außer Betrieb genommen. Die Gemeinde musste jedoch eine Abkochverfügung erlassen. Diese konnte zwar Anfang Dezember wieder aufgehoben werden, doch der Ursprung der Verkeimung bleibt bis heute unbekannt.

Auch abseits der Wasserwege wird kräftig investiert. Die Verlegung der Kreisstraße TS20 bei Rumering ist bereits gestartet, um den dortigen Unfallschwerpunkt zu entschärfen. In Pfaffenham rückt die seit vielen Jahren geplante Sanierung der Ortsstraße in greifbare Nähe: „Hier sind wir auf einem guten Weg“, so Schmidinger. Und in Waldhausen steht die Dorferneuerung im Fokus. Nachdem die Wasserleitungen erneuert wurden, ist die Ortsdurchfahrt aktuell wegen weiterer Ertüchtigungen gesperrt; die Neugestaltung des Dorfplatzes ist für 2027 geplant.

Abgerundet wurde der Ausblick durch die Erweiterung des Gewerbegebiets Rumering. Für das sollen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen die Grundstückspreise bekannt gegeben werden. Weitere Bauverfahren wie der Bereich „Spiegelwiese Süd“ werden vorangetrieben, die Pläne für die südliche Erweiterung des Gebiets „Schnaitsee West zwei“ liegen bereits dem Landratsamt vor. Hier wird auf eine zeitnahe Freigabe gehofft.

Mammutprojekt
Kinderhort

Ein Mammutprojekt der nächsten Jahre bleibt der Neubau des Kinderhorts für geschätzte 6,9 Millionen Euro. Aufgrund steigender Schülerzahlen und des gesetzlichen Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ist dieser Bau, wie auch eine Bedarfsumfrage bestätigte, dringend notwendig. Das neue Gebäude soll Platz für vier Hortgruppen mit je 25 Kindern, eine Kinderkrippengruppe mit 15 Kindern und eine Kindergartengruppe mit 25 Kindern bieten.

Wie sich das Schulleben konkret entwickelt, welche weiteren Fragen die Bevölkerung bewegten und welche drei Personen für ihre herausragenden Verdienste geehrt wurden – über diese Themen wird in einem Folgeartikel informiert.

Artikel 2 von 11