Bürgerversammlung mit Lebensretter

von Redaktion

Schnaitseer Bürgermeister Thomas Schmidinger informiert über künftige Vorhaben

Schnaitsee – Ob Feuerwehrbedarfsplan, eine neue Hütte für die Wasserwacht oder Baugebiete: Die Gemeinde rüstet sich intensiv für die kommenden Jahre. Bei der gut besuchten Bürgerversammlung am 9. April gab Bürgermeister Thomas Schmidinger einen detaillierten Einblick in bereits umgesetzte Projekte und informierte über zukünftige Vorhaben. Damit diese gestemmt werden können, braucht es dementsprechend Geld. Auch hierzu gab der Rathauschef Auskunft.

Gesamthaushalt
wächst

Der Gesamthaushalt der Gemeinde wächst von rund 14,62 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 17,12 Millionen im laufenden Jahr an. Davon entfallen etwa 11,68 Millionen Euro auf den Verwaltungs- und knapp 5,45 Millionen auf den Vermögenshaushalt. Die drei größten Einnahmequellen im Verwaltungshaushalt 2026 sind der Einkommenssteueranteil mit 2,75 Millionen Euro, die Gewerbesteuer mit 2,2 Millionen und die Kita-Einnahmen mit 1,48 Millionen. Dem stehen als größte Ausgabenposten aber auch die Kosten für Schulen und Kitas mit 3,63 Millionen Euro, die Kreisumlage mit 2,84 Millionen Euro sowie der Verwaltungsaufwand von 2,48 Millionen gegenüber.

Schulden steigen
im nächsten Jahr

Dank jährlicher Sondertilgungen von einer Million Euro bleibt der Schuldenstand 2026 mit rund 1,69 Millionen Euro stabil auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig sinken die Rücklagen von 2,66 Millionen (2025) auf etwa 2,22 Millionen zum Ende dieses Jahres. Ein deutlicher Schuldenanstieg ist für 2027 kalkuliert. Hier liegt der Betrag bei fast 5,48 Millionen Euro.

Auch der Haushalt des Schulverbands war Thema. Dieser liegt 2025 bei gut 1.270.000 Euro, im laufenden Jahr steigt er auf gut 1,4 Millionen. Für Neu- und Ersatzbeschaffungen sowie die Turnhallenbeleuchtung werden heuer 72.000 Euro investiert. Die gute Nachricht: Der Schulverband ist seit 2021 schuldenfrei.

Wie das Schulleben abläuft, darüber informierte Stefan Thanner, stellvertretender Leiter der Grund- und Mittelschule in Schnaitsee. Er berichtete über wesentliche Änderungen, wie die Abschaffung des Schulgongs, die Formation der Aula zum Lernraum und die Auszeichnung zur „Sport-Grundschule“. Dieser Bereich wird in Schnaitsee großgeschrieben, wie Thanner betonte. So wird Schwimmunterricht in den Lehrbecken in Reitmehring und Tacherting abgehalten.

Weiter lobte er die gut besuchte BIMS Ende März und ging auf einen weiteren Höhepunkt ein, welcher heuer im Juli ansteht: Der Spacebuzz kommt nach Schnaitsee. Hierbei handelt es sich um einen begehbaren Hightech-Lkw, der äußerlich einer liegenden Rakete ähnelt und im Inneren VR-Technologie im Weltraumdesign beherbergt. Die Schüler können auf beweglichen Sitzen Platz nehmen, eine VR-Brille aufsetzen und einen virtuellen Raumflug ins All erleben.

Abschließend erklärte Thanner noch, dass die Bürger die Schule unterstützen können. So werden Lesepaten gesucht, ebenso Verkehrshelfer und Fahrradspenden. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Grund- und Mittelschule Schnaitsee.

Weniger erfreulich hingegen ist derzeit die Situation für Schüler und Pendler Richtung Wasserburg. Seit der Einstellung der RVOLinie 9413 Ende 2025 ist ein direktes Durchkommen ohne Umsteigen nicht mehr möglich. Bürgermeister Schmidinger erklärte, dass die Konzession abgelaufen sei und durch den RVO nicht neu beantragt wurde. Zudem seien Änderungen aufgrund bestehender Verträge erst frühestens zum nächsten Schuljahr möglich. „Wir sind mit allem Möglichen dahinter, dass sich die Situation wieder verbessert“, fügte er hinzu.

Nun standen drei Bürger im Mittelpunkt, die für besonderes Engagement und Erfolge geehrt wurden: Paul Herdegen sicherte sich den Titel des deutschen Meisters bei der 74. deutschen Rassetaubenschau mit der Taubenart „Voorburger Schildkröpfer“.

Meister im
Sommerbiathlon

Franz Staudhammer wurde für den Schützenverein Harpfing zweifacher deutscher Meister im Sommerbiathlon. Ein besonderer Dank galt Niklas Deibl von der Wasserwacht, der am Weitsee eine Frau vor dem Ertrinken rettete und für seine beherzte Hilfe als Lebensretter ausgezeichnet wurde.

Zum Abschluss der Versammlung hatten die Bürger das Wort. Die erste Wortmeldung befasste sich mit der 30er-Beschränkung Mitternweg/Kampenwandstraße. Hier wurde der Standort des Geschwindigkeitsbegrenzungs-Schilds bemängelt, und ob das nicht an den Anfang der Straße verlegt werden könne. Bürgermeister Schmidinger versicherte, dass diese Möglichkeit geprüft wird.

Thema für
den Bauausschuss

Ein anderer Bürger schlug vor, den Grüngutcontainer am Wertstoffhof zu entfernen und eine bodenebene Grüngutablagerung zu ermöglichen. Das würde auch Senioren die Abgabe erleichtern. „Dann brauchen wir aber auch eine Überdachung, wie beim Container“, antwortete Schmidinger. Denn diese verhindere die Entstehung von Sickerwasser. Das Thema soll im Bauausschuss diskutiert werden.

Eine weitere Bürgerin wollte wissen, wie die Grundstücksausweisung für die Erweiterung des Gebiets „Schnaitsee-West“ (ortsauswärts Richtung Rinkertsham) abläuft. Hierzu erklärte der Rathauschef, dass der Gemeinderat erst noch die Verkaufsmodalitäten klären müsse, aller Voraussicht nach werde es aber nicht nach dem Einheimischenmodell vergeben. „Trotzdem werden Einheimische weiterhin günstig in Schnaitsee bauen können“, sagte Schmidinger.

Ein weiterer Gast der Bürgerversammlung bemängelte die Parksituation am Kinderhaus in Waldhausen. Die Plätze vor der Turnhalle werden vom Personal genutzt, Eltern müssen ihre Kinder daher am Straßenrand aussteigen lassen. Ebenso führe die derzeitige Umleitung zu gefährlichen Situationen. Der Bürger wollte daher wissen, ob es nicht möglich wäre, einen Feldstreifen entlang der Straße zu erwerben, um diesen als Parkmöglichkeit zu nutzen.

Müllbehälter
für den Friedhof

Hierzu antwortete Schmidinger, dass der dortige Grundstückseigentümer bereits viel abgegeben habe, wofür ihm die Gemeinde sehr dankbar ist. Und er schlug eine andere Lösung vor. Er bat die anwesende Leiterin des Kinderhauses, Michaela Eichinger, mit dem Personal zu sprechen, ob es nicht die Parkplätze auf der Südseite des Sportplatzes nutzen könne.

Weiter ging es um den Wunsch, zusätzliche Müllbehälter am Friedhof anzubringen, um eine bessere Mülltrennung zu gewährleisten. Das werde ebenfalls geprüft. Und zum Schluss wies ein Anwohner der Chiemseestraße noch auf klappernde Gullydeckel und eine Dehnfuge zwischen altem und neuem Straßenbelag hin, die ebenfalls Lärm macht, wenn Autos darüber fahren. „Die Straße wurde neu gemacht, da sollte eine Nachbesserung im Preis drin sein“, sagte der betroffene Anwohner. Schmidinger erwähnte hier die Gewährleistungspflicht, die im Zuge einer solchen Maßnahme gilt. Auch das werde kontrolliert.

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