Wasserburg – „Wasserburg hat jetzt ein „Förderzentrum“ für lernbehinderte Kinder‘ lautete eine der interessantesten Schlagzeilen im April 2001. Damit konnte der lange Weg von der ursprünglichen „Hilfsschule“ über die „Sonderschule“ zum offiziellen „Förderzentrum“ mit positiven Tendenzen für lernbehinderte Kinder erfolgreich abgeschlossen werden.
Alle Unterstützungsangebote, die das bayerische Schulsystem bieten konnte, von der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) bis zur Förderstufe 4 mit einer neunten Klasse, konnten nun ab August am Kaspar-Aiblinger-Platz angeboten werden. Das Kind da abzuholen, wo es stehe und es, wenn möglich, auch in die Regelschule zu führen, sei die Aufgabe, lautete die Auskunft des damaligen Schulleiters Richard Böhm.
Umfangreiche
Förderpalette
Dazu wurde eine entsprechende Förderpalette vom Kindergarten bis zum Abschluss der Schulpflicht angeboten.
13 Klassen gab es für 150 Schüler. Für sie galt schon damals, Defizite auszugleichen, um ihnen damit einen Regelschulbesuch zu ermöglichen. Zudem wurden mobile Angebote wie der sonderpädagogische Dienst zur Diagnose von Grenzfällen in Kindergärten und Schulen angeboten. Ein weiteres neues Angebot in der Stadt betraf die Stadtführungen. Denn der Fremdenverkehrsverein plante nächtliche Führungen durch die Altstadt, die von kleinen Schauspieleinlagen ergänzt werden sollten. Diese Idee war bei einem Besuch in Regensburg und den damit verbundenen Erlebnissen mit dem kostümierten Stadtwächter und anderen Figuren der dortigen Stadtgeschichte entstanden. Vorsitzender Andreas Aß wollte mit seinen Vereinsmitgliedern daraufhin ein Konzept mit Führungen und Vorführungen an historischen Wasserburger Plätzen in historischen Gewändern erarbeiten, womit sich der Reiz einer nächtlichen Stadtführung erhöhen sollte.
Im Gegensatz dazu schien der Reiz eines Badriabesuchs abzunehmen. Schon länger wurde über Attraktivitätssteigerungen wie eine Rutschen-Überdachung nachgedacht, das alleinige Nachdenken reichte aber offensichtlich nicht und die aktuellen Zahlen machten eine Umsetzung von neuen Ideen immer dringlicher. Denn die Besucherzahlen von 2000 zeigten, dass nur mehr 189.000 Bade- und Saunagäste, so wenige wie in noch keinem Jahr zuvor seit der Eröffnung 1977, verzeichnet worden waren. Zum Vergleich: Der Rekord lag im Jahr nach der Eröffnung der Doppelrutsche im Jahr 1982 bei 303.000. Als Gründe für den Rückgang wurden die „Alterung“ des Badria aber auch Konkurrenten wie die neuen Bäder in Prien und Erding erkannt.
Gute Laune in Wasserburg herrschte dagegen bei der lokalen Wirtschaftsmesse „Präsenta“. Schon am Eröffnungstag kamen mehr Besucher als sonst und die Stimmung bei den Ausstellern war dementsprechend gut. Dabei war es im Vorfeld nochmal hektisch zugegangen, denn ein Sturm hatte im Freigelände ein Zelt umgefegt und ein Stand mit Balkonen war umgefallen.
Der Schaden konnte aber rechtzeitig behoben werden. Auffallend war, dass diesmal viele junge Unternehmer mit dabei waren. Gelobt wurde fast durchgehend die Organisation und die Ausstattung der Hallen. Klagen, dass die Standgebühren und Eintrittspreise zu hoch seien, ließ Organisatorin Hildegard Schenkl mit Verweis auf das Preisniveau der Rosenheimer SOM nicht gelten.
Nicht nur Firmen stellten sich übrigens vor, auch Aus- und Weiterbildung standen im Mittelpunkt. Informationen zu Gesundheit, Schlaganfallbehandlung und Suchterkrankungen oder Modeschauen standen ebenfalls auf dem Messeprogramm.