Albaching – 30 Jahre „Couplet-AG“: Das wird gefeiert – mit einem brandneuen Jubiläumsprogramm aus drei Jahrzehnten Bühnenschaffen. Die Premiere geht am Freitag, 23. Oktober, im Wirtshaus „Kalteneck“ in Albaching über die Bühne.
Wieso ausgerechnet dort, weiß Gründer, Frontmann und Autor Jürgen Kirner: „Albaching ist eine für uns mehr als vertraute Region. Wir waren hier in den vergangenen Jahrzehnten vielfach mit allen Programmen der ,Couplet-AG‘ zu Gast. In Kalteneck feiern wir aber deshalb, weil in diesem Haus zwei Komponenten wunderbar zusammentreffen: grandiose Kultur und allerbeste Gastronomie.“
Enge Verbindung
zur Stiftung Attl
Zudem sei die Nähe zu Attel gegeben. Mit der Stiftung ist Kirner nicht erst seit seiner Schirmherrschaft „mehr als verbunden“, betont Kirner. Insofern füge sich das Ganze nun in Kalteneck.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in der Denk- und Herangehensweise extrem viel getan, fährt Kirner fort. Pointensetzung, Humor und Unterhaltung insgesamt – Schranken seien ihnen aber keine gesetzt. Insofern erfreuen sich die Programme einer beispiellosen Vielfalt, die die Fans ohne Einschränkung lieben.
„Genauso wie die Gesellschaft und ihre Ansprüche sich verändern, haben wir uns auch künstlerisch und inhaltlich weiterentwickelt. Stillstand bedeutet immer in gewisser Weise Rückschritt“, mahnt Kirner. „Meine Texte und Ideen zu den Figuren und Typen in unseren Kabarettprogrammen sind im Jetzt verhaftet, genauso wie die genialen und sehr eingängig komponierten Melodien von Bernhard Gruber. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wir für viele Impulsgeber sein dürfen. Dieser Herausforderung stellen wir uns gerne. Zudem beherrschen wir den Spagat, beides zu können: die traditionellen und überlieferten Couplets zu interpretieren und unsere unzähligen eigenen neuen Nummern zu präsentieren. Die Bandbreite macht unwahrscheinlich Spaß.“
Auf die Frage nach den erinnerungsreichsten Momenten der „Couplet-AG“ kann Kirner gleich mehrere nennen: „Absolute Höhepunkte waren und sind sicherlich der Auftritt anlässlich der Münchner Millenniumsmeile auf dem Odeonsplatz vor über 30.000 Zuschauern. Ebenso das gemeinsame Programm und die umjubelten Gastspiele ‚Klassik trifft Couplet‘ mit dem Streicherensemble der Münchner Philharmoniker ‚Saitensprung‘. Dann natürlich der Bayerische Kabarettpreis 2005, der große Jubiläumsabend im ausverkauften Circus Krone.“
Die feierliche Aufnahme der „Couplet-AG“ in die Karl-Valentin-Gesellschaft durch Anneliese Kühn und Rosemarie Scheitler-Vielhuber als Enkelin und Urenkelin Karl Valentins wird dem Quartett wohl ewig in Erinnerung bleiben.
Zudem zeigen sie mit der CD „Neues vom Valentin“ und dem gleichnamigen Bühnenprogramm eine eher unbekannte Seite von Valentin: die des Volkssängers.
Der „Couplet-AG“ gelang es nicht nur, die totgesagte Tradition der Münchner Volkssänger wieder aufzugreifen und der Liedform des Couplets zu einer Renaissance zu verhelfen, sondern auch, diese musikalisch-kulturelle Nische in absoluter Eigenständigkeit erfolgreich neu zu besetzen. Das belegen satirisch-bissige Texte und „Couplet-AG“-Klassiker wie „Geh peitsch mi“, „Oh CSU, von der wir alles haben“ oder „A Glaserl Eigenurin“.
Volkslieder und auch Schlager boomen seit Jahrzehnten: Das kann Christopher Rakau, Gründer der Musikakademien, des Wasserburger Klavierstudios und der KuRa Kultur GmbH, bestätigen: „Musik potenziert Emotionen des Menschen, gerade auch nach Stimmung. Man sagt nicht umsonst: Für diese Art von Musik bin ich gerade nicht in der Stimmung.“ Für ihn ist Musik aller Art ein „großes Geschenk“, die „Sprache der Seele“.
Selbst wenn sich ein Musikstil im Laufe der Zeit ändert – Rakau ist überzeugt: „Musik wird immer eine Rolle spielen in unserem Leben. Denn Musik ist mitunter das älteste Handwerk in der Menschheitsgeschichte. Es verbindet Menschen, lässt sie höher schwingen. Einzelne Erinnerungen binden sich an bestimmte Töne oder Stücke.“
Impulsgeber
bleiben
Der Verbindung von Musik mit Kabarett bleibt die „Couplet-AG“ als „dienstältestes, nicht verwandtes und nicht verschwägertes Musikkabarett-Ensemble Bayerns“ wohl weiter treu.
Einen Blick in die Zukunft zu werfen, fällt Kirner dennoch schwer: „Das Leben ist bekanntermaßen kein Wunschkonzert. Nachdem wir in jeder Folge meiner Sendung der ‚Brettl-Spitzen‘ neue ‚Couplet-AG‘-Nummern präsentieren, wird‘s auch uns logischerweise in den nächsten Jahren noch geben. Schön wär‘s, wenn wir für viele kommende junge Talente in Bayern Impulsgeber bleiben und unsere Fans weiterhin so treu bleiben.“
Ein großes Lob hat Kirner abschließend für Paula Langer und Linda Karl übrig: Die beiden Event-Sängerinnen aus dem Wasserburger Raum besitzen in seinen Augen ein „herausragendes Talent“, das gefördert werden müsse.
Am 5. Mai treten die zwei Mädels in der BR-Sendung „Brettl-Spitzen“ auf.