Wasserburg – Ursprünglich setzte sich die Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum/Freie Wähler vor acht Jahren für die Errichtung eines öffentlichen Calisthenics-Parks für Outdoor-Sport ein – im Idealfall am Inn. Unter drei möglichen Standorten entschied sich der Bauausschuss im September 2025 schließlich für die Entwicklung der Grünfläche hinter der Mittelschule oberhalb des Inndamms.
Nun wird‘s konkret: Landschaftsarchitektin Marina Pagel vom Wasserburger Büro Landschaftsarchitektur Niederlöhner stellte den Mitgliedern in der Sitzung des Bauausschusses am 15. April Details der Anlage und den Finanzierungsplan vor.
Der Park entsteht direkt am Gelände der Mittelschule und nimmt eine Fläche von etwa zehn mal zehn Metern ein. Geplant ist zum einen, einen sportlichen Zugang anhand der bereits vorhandenen Treppen vom nur wenige Meter entfernten Inn zu schaffen, zum anderen, einen barrierefreien Zugang vom Fußweg Höhe Klosterweg/Unterauerweg zu ermöglichen. Dass in dem Bereich eine Hochdruckgasleitung verläuft, wurde nach Einschätzung von „Energie Südbayern“ als unbedenklich eingestuft. Mehrere Bestandsbäume wie Vogelkirschen und Hainbuchen sollen erhalten bleiben. Die Abstimmung mit dem Landratsamt bezüglich wasserrechtlicher Belange aufgrund der direkten Nähe zum Inn entwickelte sich positiv. Eine eigene Beleuchtung indes ist nicht vorgesehen, damit nachts Ruhe für die direkt angrenzende Wohnbebauung herrscht.
Die Sportgeräte selbst sind vielfältig gestaltet und zu einem Großteil auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Ein großes Kombimodul vereint mehrere Geräte und dient beispielsweise für verschieden große Sportler zur Durchführung von Klimmzügen. Des Weiteren entstehen eine Sprossenwand, eine Slackline sowie eine Fitnessbank, die auch als Sitzmöglichkeit für Pausen dient.
Mit sogenannten „Battle-Ropes“ lässt sich der gesamte Körper trainieren, indem der Sportler in der Hocke massive Taue vor sich schleudert. Die Seile sind wetterfest und für den Außenbereich geeignet.
„Dip Bars“ gehören zu den effektivsten Trainingsgeräten im Calisthenics- und Krafttraining und garantieren multifunktionelle Trainingseinheiten bis zum Handstand. Selbst entwickelt wird die „Nixe“: ein Trainingsgerät, das gezielt die Beinmuskulatur stärkt, nach der speziellen Sicherheitsnorm für Außenfitnessgeräte geprüft und vom TÜV abgenommen wird. Der Farbvorschlag des Büros für die Geräte des Trimm-Dich-Pfads ist schwarz-rot.
„Uns war es bei der Planung des Parks ein Anliegen, viele spielerische Elemente sowie möglichst alle Fitnesslevel abzudecken“, erläutert Pagel.
Der Wunsch im Bauausschuss, die jeweiligen Geräte mit einem entsprechenden QR-Code zu versehen, sodass die Sportler sofort Übungen und korrekte Ausführungen nachlesen können, gehe zwar mit Mehrkosten einher, werde aber in die Planungen mit aufgenommen.
Für die Brutto-Baukosten von 75.000 Euro sind ausreichend Haushaltsmittel vorhanden, weswegen die Ausschussmitglieder das Sport-Projekt einstimmig verabschiedeten.