Wasserburg – Georg Stetter von „bharchitekten“ München stellte die geänderte Entwurfsplanung in der jüngsten Sitzung des Stadtrats vor. Zuletzt war der Neubau des Wertstoffhofs im Oktober 2025 Thema im Rathaus. Der Umweltausschuss entschied sich damals für den Vorentwurf mit einer vollständigen und einheitlichen Überdachung der Anlage.
Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht geklärt, ob die Zufahrt zum Umspannwerk des Bayernwerks mit dieser Planungsvariante vereinbar ist. Der Tätigkeitsbereich der Bayernwerk Netz GmbH kollidiert mit der zunächst favorisierten Planungsvariante.
Simulation mit
Schwerlasttransport
„Daher haben wir Simulationen für die Zufahrt mit einem Schwertransporter durchgeführt“, erklärte Stetter. „Um die Zufahrt mit einem großen Trafo auch wirklich gewährleisten zu können, kamen wir schließlich nicht um eine Planungsänderung drumherum.“
Der gesamte Wertstoffhof wird nun um 90 Grad in Richtung Westen gedreht. Die Gebäude selbst bleiben in ihrer Ausführung im Prinzip unverändert, angepasst wurde ausschließlich die Orientierung, unterstreicht Stetter. So könne der Ausübungsbereich in Abstimmung mit Bayernwerk entsprechend angepasst werden.
„Die Zufahrt für die Kunden erfolgt wie bisher über die Schmerbeckstraße, die Ausfahrt jedoch über die Priener Straße – ebenso wie die gesamte Containerlogistik. Der Logistikbereich wird dadurch größer und ist leichter anzufahren. Die bestehende Trafostation an der Schmerbeckstraße und die in diesem Bereich zahlreich vorhandenen Kabeltrassen beeinträchtigen die Planungen nicht mehr. Zwei Containerstellplätze waren bislang als Reserve vorgesehen. Ein Reservestellplatz wurde nun gestrichen. Dadurch wird das gesamte Gelände kompakter“, erläuterte Stetter die Vorteile der neuen Planung.
Zudem werde die direkte Anwohnerschaft in der Schmerbeckstraße entlastet, weil sich das Geschehen samt Schwerlastverkehr zentriert an der Priener Straße abspielen werde.
Einen Tod aber müsse man sterben, im wahrsten Sinne des Wortes: Die alte Linde auf dem Grundstück müsse weichen. „Die Fällung tut uns weh, aber wir haben keine andere Lösung gesehen“, bedauert Stetter, betont jedoch gleichzeitig, dass „adäquate Ersatzpflanzungen“ in den Kostenberechnungen bereits berücksichtigt seien, sodass sich so am Ende deutlich mehr Grün auf dem Gelände abbilde als vorher.
Das war hauptsächlich Umweltreferent Norbert Buortesch (Bürgerforum) ein Anliegen. Die Einbahnstraßenregelung sei in seinen Augen sinnvoll. „Dass der Baum allerdings dadurch nicht erhalten werden kann, tut im Herzen weh. Da müssen wir mit Ersatzpflanzen beispielhaft vorgehen, um zu zeigen, wie wertvoll uns dieser Baum war.“ Die bisher kalkulierten Kosten verringern sich Stetter zufolge geringfügig auf jetzt 5,63 Millionen Euro. Durch weniger Erdbewegung und weniger Höhenunterschied könne man wirtschaftlicher bauen und so direkt in Leistungsphase drei übergehen.
Beschluss
einstimmig
2026 könnten die Bagger bereits rollen. Eine Kooperation mit der Nachbargemeinde Eiselfing ist angedacht: Auch deren Bürger sollen die Anlage mit der neuen Einbahnstraßenregelung an der Priener Straße nutzen dürfen. Noch sei aber nichts entschieden, wie Andreas Hiebl vom Öffentlichkeitsreferat der Stadt noch am Abend erklärte: Der Ball liege aktuell beim Landkreis als Verantwortlichem, die finale Zustimmung stehe noch aus.
Die geänderte Vorentwurfsplanung segneten die Räte einstimmig ab. Damit folgen die Entwurfsplanung und ein entsprechender Maßnahmenbeschluss. Radfahrern und Fußgängern soll die Ausfahrt beziehungsweise der Ausgang über die Schmerbeckstraße ermöglicht werden. Die Stadt Wasserburg stimmt der Änderung der Grunddienstbarkeit des Geh- und Fahrtrechts für das benachbarte Grundstück der Bayernwerk Netz GmbH zu.