Neues Konzept für Café im BürgerBahnhof

von Redaktion

Ehrenamtliche sollen Gastronomie betreiben – Reges Interesse in der Bevölkerung

Wasserburg – Treffpunkt für Menschen mit Anliegen und Fragen im sozialen Bereich: Das macht den Bürgerbahnhof in der Wasserburger Altstadt aus. Bestandteil des Konzepts war es von Anfang an, eine Doppelnutzung im Erdgeschoss als Beratungszentrum und Gastronomie sowie Bürgertreff zu entwickeln.

Reger Kulturbetrieb
in der „Kinowerkstatt“

Nachdem der Betrieb des „Cafesito“ im Mai 2024 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde, fand die Stadt mit Rainer Gottwalds „Kinowerkstatt“ wenige Monate später eine Nachnutzung der Räume. Statt Café und Tee auch Bier und Longdrinks: Mittlerweile finden dort ein reger Kulturbetrieb und viele nächtliche Veranstaltungen statt.

Doch es gibt ein Problem: Die Öffnungszeiten der „Kinowerkstatt“ unterscheiden sich von den Beratungszeiten des BürgerBahnhofs, sodass die Gastronomie zu den regulären Beratungszeiten zu ist. Das widerspricht dem Konzept des Bürgerbahnhofs.

Welcher Ausweg führt aus dem Dilemma? Die Stadtverwaltung begann, sich intensiv mit einer Lösung für das städtische Gebäude zu beschäftigen. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten der Gastronomie durch einen weiteren Betreiber eines Tagescafés scheiterte aus gaststättenrechtlichen Gründen.

Wie Andreas Hiebl (Öffentlichkeitsarbeit) in der Stadtratssitzung am 16. April erklärte, stellen wohl Sanitäranlagen einen wesentlichen Gesichtspunkt dar: „Eine Toilette für den Gastrobetrieb ist absolut ausreichend. Sobald aber ein zweiter Selbstständiger ins selbe Gebäude zieht, funktioniert das Ganze plötzlich nicht mehr.“ Daher habe man versucht, die Problematik mit einem ehrenamtlich und eben nicht gewerblich geführten Café zu umschiffen.

Die Idee ging auf: Eine Informationsveranstaltung im März stieß auf reges Interesse in der Bevölkerung, weswegen die Option, ein Bürgerbahnhofscafé auf ehrenamtlicher Basis zu betreiben, fortgeführt wurde. Der Kreis aus Ehrenamtlichen, die sich des Cafés annehmen möchten, wurde größer. Viele wollten einen Beitrag leisten und sich einbringen. Gottwald als „Kinowerkstatt“-Betreiber war von Beginn an in die Planungen einbezogen und zeigte sich einverstanden mit dem Vorhaben. Ziel ist es, an wenigstens zwei und maximal drei Tagen in der Woche über das Beratungsangebot hinaus das Gebäude für die Wasserburger als einen Ort der Begegnung wieder attraktiv zu gestalten. Davon erhofft sich die Stadt eine Belebung des Platzes vor dem BürgerBahnhof. Die Finanzierung übernehmen die Stadt und der Awo-Ortsverband. Kuchen, Gebäck und kleine Snacks aus eigener Herstellung sowie Kaffee und Tee werden auf Spendenbasis ausgegeben. Die Verantwortung liegt bei der Leiterin des BürgerBahnhofs Wasserburg, Ethel-D. Kafka.

Die Kuchenlieferung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Zuverdienstprojekt des kbo-spz, der Stiftung Attl (Schopperstatthaus) sowie durch Ehrenamtliche. Die Reinigung der Räume muss während der Cafézeiten von einem professionellen Unternehmen übernommen werden. Unkosten werden über Spendeneinnahmen beglichen.

Das Café soll mit 18 Sitzplätzen an insgesamt sechs Tischen, die sich nach Wunsch zu einer Tafel zusammenschieben lassen, ausgestattet werden. Dieses Inventars kann sich die „Kinowerkstatt“ bei Bedarf bedienen. Zudem soll dem Anliegen von Müttern zufolge eine kleine Spielecke für Kinder entstehen. Eine kleine Kühltheke, Geschirr und weitere cafétypische Gegenstände werden bei Nichtbetrieb in einem Beratungsraum gelagert.

Startschuss mit
einem Probelauf

Ziel ist es nun, klein zu starten. Der Startschuss für das Projekt soll Mitte Mai mit einem Probelauf erfolgen. Die Öffnungszeiten richten sich nach den stark nachgefragten Beratungszeiten im BürgerBahnhof und sind dementsprechend Montag und Dienstag von 10 bis 16 Uhr sowie ebenfalls von 10 bis 16 Uhr an jedem dritten Mittwoch im Monat durch das Tauschnetz angesetzt. Die übrigen Mittwoche befinden sich noch in der Abklärung.

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