Immer ein offenes Ohr für die Bürger

Babenshams Bürgermeister Sepp Huber (links) bekommt eine Vorabversion der Geburtstagsscheibe überreicht.

Babenshams Bürgermeister Sepp Huber (links) bekommt eine Vorabversion der Geburtstagsscheibe überreicht.

Bürgermeister Sepp Huber aus Babensham übergibt Amt nach 24 Jahren an Martin Kubiczek

Von Philipp Giessibl

Babensham – Die Gemeinde Babensham lud zum Ehrenamtsabend ein, und über 200 Babenshamer Bürger folgten der Einladung des scheidenden Bürgermeisters Sepp Huber zum Gasthof Brunnlechner. Der Abend begann bei bestem Wetter mit einem Stehempfang auf der Terrasse. Im Anschluss begrüßte Bürgermeister Huber die Gäste.

Engagement ist
Gewinn für Gemeinde

Er verwies auf die enorme Wichtigkeit eines funktionierenden Vereinswesens, ohne das eine Gemeinde nicht lebenswert wäre. Dazu gehören selbstverständlich die kirchlichen Einrichtungen, die ebenfalls eingeladen waren, unter anderem die Landjugend. Sepp Huber wies in seiner Ansprache darauf hin, dass jegliches Engagement, in welchem Bereich auch immer, ein Gewinn für die Gemeinde ist.

So wie eine Gemeinde auf einen Bürgermeister angewiesen ist, der den Blick für die Wünsche und Vorhaben der Vereine hat, so ist es umgekehrt für die Vereine hilfreich, konstruktiv mit der Gemeinde an Projekte heranzugehen. Auch diejenigen Kandidaten, die sich für die jüngste Kommunalwahl aufstellen ließen und nicht die ausreichende Stimmenzahl erhielten, sind wichtig, da sie Motivation verkörpern.

Verabschiedung
verdienter Ratsmitglieder

Anschließend erfolgte die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder. Einen Nachfolger aus der eigenen Familie hat Markus Öttl, sein Sohn Tobias tritt erstmals für die „Bürger für Babensham“ an. Bürgermeister Huber merkte an, er würde die Momente mit Markus nach der Sitzung vermissen, als mit einer selbstgedrehten Zigarette noch weiter diskutiert wurde. Die Nichtraucher würden nicht wissen, was ihnen da entgeht.

Georg Hainz verlässt den Gemeinderat, da er mittlerweile als Erster Vorsitzender des Zuchtverbandsbeirats Mühldorf ein gewaltiges Aufgabenpaket übernommen hat. Bürgermeister Huber beschrieb den ausscheidenden Gemeinderat als sehr kritischen, zugleich fundiert und ausgesprochen sachlich auftretenden Gemeinderat.

Hermann Manhart wurde als zweifelsohne sportlichster Gemeinderat beschrieben. Er gestaltete unter anderem das Ferienprogramm der Gemeinde. Gleichzeitig ist er einer der „Motoren“ des rührigen TSV Babensham, bei dem er wichtige Funktionen ausübt und aus diesem Verein nicht wegzudenken ist.

Bürgermeister Huber verwies anschließend auf die Tatsache, dass 24 Jahre Bürgermeister eine lange Zeit ist, es aber noch eine längere Zeit ist, wenn man 24 Jahre Gemeinderat unter Bürgermeister Huber ist.

Wertvolle Informationen
dank guter Vernetzung

Mit diesem Vergleich spielte er auf Sepp Hintermayr an, der nach eben dieser Zeit ausscheidet. Er war die vergangenen sechs Jahre Dritter Bürgermeister der Gemeinde. Huber würdigte Hintermayr als immer ehrlichen Begleiter, der dank guter Vernetzung oftmals wertvolle Informationen aus dem Gemeindeleben beisteuern konnte.

Hans Brunnlechner, der urlaubsbedingt abwesend war, wurde als kritische Stimme, insbesondere zur geplanten DK1-Deponie in Odelsham, beschrieben. Dennoch war es dem Bürgermeister wichtig, darauf hinzuweisen, dass es trotz unterschiedlicher Auffassungen zu diesem Thema niemals zu einem großen Krach gekommen sei. Darüber hinaus seien die Einflussmöglichkeiten der Gemeinde ohnehin gering, dennoch sei ein Rücklagenpolster vorhanden, sollte die Regierung von Oberbayern die Deponie genehmigen und eine Klage dagegen erhoben werden.

Rückblick, Dank und ein
besonderes Geschenk

In seinem Resümee betonte Huber, die Arbeit als Bürgermeister, aber auch als Gemeinderat, sei nicht immer eine tolle Sache gewesen. Dennoch gilt der Dank allen Beteiligten, da immer das Ziel im Fokus stand, für die Gemeinde gute Ergebnisse zu erzielen.

Der Zweite Bürgermeister Paul Wimmer lobte die konstruktive Zusammenarbeit im Gremium und verriet, dass es schwierig gewesen sei, für den ausscheidenden Bürgermeister, der kürzlich 70 wurde und alles besitzt, was man braucht, ein passendes Geschenk zu finden. Man wurde fündig: Der Bürgermeister bekommt eine schöne Geburtstagsscheibe, die zwar noch nicht fertig ist. Sie wird zu gegebener Zeit ausgeschossen. Hierzu wurde im Rahmen des Festabends eine „Vorabversion“ überreicht.

Martin Kubiczek, der in die Fußstapfen des scheidenden Bürgermeisters tritt, betonte in seiner ersten größeren Ansprache, er habe höchsten Respekt vor der Lebensleistung seines Vorgängers. Es sei auch zu beachten, dass Sepp Huber nicht nur 24 Jahre Bürgermeister, sondern davor auch schon zwölf Jahre Gemeinderat gewesen ist.

Eine Aufzählung der vielen Ämter gipfelte in der Beschreibung, dass Sepp Huber immer ein offenes Ohr für die Belange der Bürger gehabt habe und manche Entscheidungen auch eher unbemerkt vorangebracht habe.

Er nannte hierzu exemplarisch den Straßenbau in Riepertsham in Richtung Penzinger See. Ohne den energischen Kampf des Bürgermeisters um eine Verlegung nach Süden würde die Straße immer noch sehr nahe am See verlaufen. Jetzt sei dort ein schöner Fuß- und Radweg entstanden.

Literarischer
Abschluss

Der Kauf des Fiedlergebäudes wurde als weiterer Meilenstein hervorgehoben, wenngleich es bei der Bauausführung zu unvorhergesehenen Schwierigkeiten gekommen war. Andere Gemeinden würden Babensham um seinen Kindergarten, die Kinderkrippe und die „SchuMi“ beneiden. Kubiczek lud Sepp Huber, der passionierter Jäger ist, dazu ein, gerne immer wieder in der Gemeinde als „Jagdsheriff“ vorbeizuschauen.

Huber bedankte sich abschließend für die wohlgemeinten Reden und Ratschläge. Er bat eindringlich: „Passt mir gut auf meine Gemeinde auf.“

Für einen literarischen Abschluss des gelungenen Festabends sorgten die Damen von der Verwaltung, die eine „Spezialausgabe“ des Babenshamer Gemeindemitteilungsblattes an die Anwesenden verteilten. Überraschenderweise stand in dieser speziellen Ausgabe hauptsächlich eine Person im Mittelpunkt.

<p>Der Zweite Bürgermeister Paul Wimmer mit den anwesenden Babenshamer Gemeinderäten.</p>

Der Zweite Bürgermeister Paul Wimmer mit den anwesenden Babenshamer Gemeinderäten.

<p>Lockere Stimmung beim Stehempfang zum Start des Festabends. Fotos Giessibl</p>

Lockere Stimmung beim Stehempfang zum Start des Festabends. Fotos Giessibl

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Samstag, 11. Juli 2026
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