Wohltätig mit Wolle

von Redaktion

Soyener Strickdamen für Bürgerpreis nominiert – Seit 13 Jahren Institution mit Strahlkraft

Soyen – Der Aufwand ist gering, das Ergebnis beachtlich. Alle haben ihre Freude daran: sowohl diejenigen, die in lockerer Runde Kunstwerke und Dinge für den täglichen Bedarf aus Wollresten fertigen, als auch diejenigen, die damit beschenkt werden.

Es sind die Strickdamen von Soyen, die sich mit wohltätigen Aktionen einen Namen gemacht haben, eine Institution in der Gemeinde mit Strahlkraft weit über den Ort hinaus. Auch Michael Kölbl, scheidender Bürgermeister von Wasserburg, schwärmt von den Frauen und bezeichnet sie als ein Beispiel für gemeindliches Zusammensein und einen sozialen Selbstläufer auf ehrenamtlicher Basis.

Gruppe vor 13
Jahren gegründet

Maria Rummel ist die Initiatorin der Strickdamen, charmant und rührig. Vor 13 Jahren hat die 75-Jährige die Gruppe gegründet, die sich einmal im Monat im Soyener Pfarrzentrum trifft. An diesem sonnigen Mittwoch hat sie drei fleißige Mitstreiterinnen – Veronika, Anneliese und Marianne – sowie den Redakteur von der Zeitung zum Kaffee zu sich auf den Marienberg eingeladen. „Meine Idee war, einsame Frauen zusammenzuführen. Die Handarbeit habe ich als Grundlage für das Miteinander genommen“, erklärt sie ihr Beschäftigungsmodell. Das habe wider Erwarten einwandfrei funktioniert: Immer mehr Teilnehmerinnen – nicht nur aus Soyen – hätten sich im Laufe der Zeit gemeldet, sodass jetzt über 20 Frauen im Alter von 60 bis über 90 Jahren mit Feuereifer dabei seien. Strickereien sind für sie der Sinn des Lebens. Manche häkeln lieber oder nähen, und auch deren Produkte finden ihre Abnehmer. Wer einfach nur zum Ratsch dabeihocken möchte, ist ebenfalls willkommen. Rummel freut sich darüber, mit welcher Leidenschaft die Teilnehmer dabei sind. Was sie machen, könnte nachhaltiger nicht sein: Wolle gibt es praktisch in jedem Haushalt zur Genüge. „Jede Menge Schachteln entdecken wir, wenn wir uns auf die Suche in Kellerräumen machen. Da ist so viel drin, dass wir gar nichts kaufen müssen.“ Es entstehen Schals, Socken, Pullover, Jacken, Spielfiguren, Türstopper – alles Mögliche, was man so brauchen kann. Der Kreativität sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Dabei ist jedes Stück, wie Maria Rummel betont, ganz individuell.

Diverse, über das Jahr verteilte Ausstellungen, Märkte und Basare dienen als Verkaufsplattformen. Der Reinerlös wird weitergeleitet, beispielsweise an die Nepal- oder Ukraine-Hilfe, an die Tafel Wasserburg, an den Wunschbaum, an Organisationen für Obdachlosenhilfe und andere wohltätige Initiativen. Wer so viel Gutes tut, findet Beachtung. Zahlreich sind die Publikationen, in denen die Strickdamen erschienen sind. Kein Wunder, dass sie auch schon für den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags vorgeschlagen wurden. Ende Juni wird über die Preisträger entschieden.

Riesenspaß für
Jung und Alt

Kurz davor, am Samstag, 13. Juni, ist die fleißige Gruppe schon beim Fest anlässlich der Dorferneuerung von Soyen dabei. Dafür haben sich die Frauen schon etwas Lustiges einfallen lassen: Auf einem kleinen Stück Wiese sollen lauter Hühner aus Wolle präsentiert werden. Ein Riesenspaß für Jung und Alt. „Ich genieße das, ich brauche das“, sagt Maria Rummel. Und es ist spürbar: Sie brennt aus ganzem Herzen für ihr Wolleprojekt.

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