Schonstett – Sehr harmonisch verlief die gut besuchte Bürgerversammlung in der Schonstetter Mehrzweckhalle. Die Zuhörer schienen mit den Ausführungen von Bürgermeister Paul Dirnecker ausreichend informiert zu sein, denn am Ende der Veranstaltung gab es keine Wortmeldungen.
Einwohnerzahl nahezu
unverändert
Die Einwohnerzahl blieb mit knapp unter 1.500 gegenüber 2024 nahezu unverändert, so Dirnecker. 14 Kinder wurden geboren. Der Kindergarten verfügt über 94 Plätze, die alle belegt sind. Zusätzlich besuchen zehn Schonstetter Kinder Einrichtungen in anderen Gemeinden.
Außergewöhnlich hoch ist die Zahl der Neueinschulungen mit 27, diese fällt in den kommenden Jahren dann wieder auf 18. Ab September dieses Jahres besteht für die Kinder der ersten Klasse das Recht auf eine Ganztagsbetreuung. Diese soll in Amerang stattfinden und um 16 Uhr enden. In Schonstett verbleibt die Mittagsbetreuung.
Zum Thema Bauland informierte Dirnecker, dass kein „Einheimischengrund“ mehr zur Verfügung stehe, alle restlichen Grundstücke im Baugebiet „Am Köblgraben“ sind frei verkäuflich. Momentan gibt es aber auch keine Nachfrage. Gewerbegrund ist keiner verfügbar, Anfragen gibt es – dann aber nach großen Grundstücksflächen (in Schonstett nicht zu verwirklichen). Beim Thema Bauhof wurde inzwischen eine Zweckvereinbarung zur kommunalen Zusammenarbeit mit Halfing getroffen. Der Breitbandausbau schreitet ebenfalls voran. Die neue Markterkundung ist abgeschlossen –eine Förderzusage liegt vor. Man rechne mit dem Baubeginn Ende 2027.
Neuer Geschäftsführer
für den Dorfladen
Der Dorfladen hat mit Thomas Ruhrseitz seit Januar einen neuen Geschäftsführer. Die Bürger haben mit ihrem Einkaufsverhalten selbst den Fortbestand des Ladens in der Hand und dies sei ungemein wichtig für die Gemeinde. Viele ehrenamtliche Helfer engagieren sich in und um den Dorfladen, trotzdem sei er weiter auf die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde angewiesen.
Die Modernisierung des Badeweihers mit Unterstützung durch eine Leader-Förderung wird für Ende des Jahres angestrebt. Momentan hakt es noch an der wasserrechtlichen Genehmigung. Der Antrag ist noch in der Bearbeitung. Abgeschlossen ist der erste Teil der Sanierung des Regenwasserkanals. Dafür wurden 650.000 Euro ausgegeben.
Zum Thema Caritas erklärte Dirnecker, dass für den Kindergarten ein Mietvertrag mit der Caritas bestehe. Für das restliche Areal wisse er von keinen konkreten Käufern oder Plänen.
Beim Feuerwehrhaus ist der Keller fast fertig, der Bezug im Juni oder Juli nächsten Jahres ist realisierbar.
Kämmerin Yvonne Aichenauer informierte anschließend über das voraussichtliche Rechnungsergebnis des Haushalts 2025. Der Verwaltungshaushalt hat ein Volumen von 3.766.630 Euro, der Vermögenshaushalt von 2.027.637 Euro, was einem Gesamthaushalt von 5.794.267 Euro entspricht. Erfreulich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit annähernd einer Million Euro. Investiert wurde vor allem in die bereits oben erwähnte Sanierung des Regenwasserkanals.
Hohe Ausgaben für die
Kinderbetreuung
Hoch sind die Ausgaben für die Kinderbetreuung. Der Anteil für die Gemeinde liegt bei 503.000 Euro. Auch die Kreisumlage steigt beständig. Aufgrund einer Personalaufstockung erhöhte sich die Umlage zur Verwaltungsgemeinde. Der Schuldenstand pro Einwohner wurde von 218 auf 148 Euro abgesenkt, die Rücklagen betragen 2.263.846 Euro. Beides sind jedoch nur „Momentaufnahmen“ – für das neue Feuerwehrhaus werden 3,5 Millionen Euro investiert.
Dann sind die Rücklagen aufgebraucht und es wird eine Kreditaufnahme erforderlich werden.
Die Amtszeit für den Gemeinderat begann ungemein schwierig, so Dirnecker, zwei Jahre Stillstand durch Corona, dann Feuerwehr, Caritas und Regenwasserkanal, dazu der personelle Umbruch in der Verwaltung. „Trotzdem haben wir vieles geschafft und die Finanzen stabilisiert.“
Die Herausforderungen werden aber für seinen Nachfolger sowie den neuen Gemeinderat nicht weniger. Dazu zähle das Caritas-Areal, die Sanierung des Schmutzwasserkanals wegen zu hohem Fremdwasseranteil, die Sanierung der Mittelschule in Eiselfing, die Heizung von Schule und Kindergarten muss erneuert werden und dann wird 2028/2029 ein neues Feuerwehrfahrzeug fällig.
Dank für das
gute Miteinander
Abschließend gab Dirnecker bekannt, dass er sein Gemeinderatsmandat nicht wahrnehmen werde. Die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinde, Halfings Bürgermeisterin Regina Braun, dankte Dirnecker für das gute Miteinander sowie die konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit in den letzten vier Jahren nach dem „Vakuum“ der ersten zwei Jahre aufgrund von Corona. mv