Unterreit – Einen Nachteil gibt es: Die Grünthaler Musikanten mussten sich einen neuen Übungsraum suchen, sonst herrschte rundum nur Freude beim offiziellen Empfang der Gemeinde zur Inbetriebnahme der Hackschnitzelheizanlage im Keller des Unterreiter Bauhofs. Scheidender Bürgermeister Christian Seidl und Firmeninhaber Josef Pflügl führten gemeinsam eine größere Gruppe vorwiegend aus Gemeinderäten und Verwaltungspersonal sowie Firmenmitarbeitern durch die Anlage, wobei man unisono die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und ausnahmslos ortsansässigen beziehungsweise regionalen Firmen hervorhob.
Entscheidung wird als
Glücksgriff gesehen
Und nicht nur angesichts der aktuellen Entwicklung bei den Energiepreisen erscheint sehr nachvollziehbar, dass die Entscheidung für diese Baumaßnahme und die gewählte Umsetzung allgemein geradezu als Glücksgriff gesehen wird.
Angeschlossen an die Heizanlage sind das Rathaus, der Bauhof, die Feuerwehr, ein der Gemeinde gehörendes Mietshaus sowie der Kindergarten, der angesichts der Erfordernisse für die Kinderbetreuung einen besonders hohen Energiebedarf hat. Es werden 28.000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart, die durch rund 400 Kubikmeter Holzhackgut aus der Region, also ein vergleichsweise preiswertes und vor allem nachwachsendes Heizmaterial, ersetzt werden. Die CO2-Einsparung entspricht daher beachtlichen 75 Tonnen. Hervorzuheben ist auch die vollständige Digitalisierung, die eine Steuerung der Anlage, die Erfassung aller relevanten Daten und die Kontrolle der ordnungsgemäßen und optimalen Funktion nicht nur am Bildschirm vor Ort, sondern auch dezentral möglich macht. Etwa 4.000 Arbeitsstunden für Erdarbeiten, bauliche Umgestaltung und für Heizung, Sanitär und Elektro waren zu leisten, wobei 50 Prozent der Kosten durch das entsprechende Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums, also aus Bundesmitteln, aufgefangen wurden.
Kostendämpfend war auch, dass die Integration in den Keller eines bestehenden Gebäudes möglich war und so die Wege verkürzt wurden und kein eigenes Bauwerk für die Heizanlage errichtet werden musste. Sicherlich nicht von Nachteil war auch, dass sich der „Rohrverhau“ im Keller, der sich über die Jahrzehnte zwangsläufig angesammelt hatte, lichten musste.
„Geradezu
ein Kunstwerk“
Eine Hauptwasserleitung mit großem Querschnitt wurde ganz aus dem Gebäude entfernt, weil eine Undichtigkeit oder gar ein Rohrbruch bei einer Leitung dieser Größenordnung sonst die Anlage innerhalb kürzester Zeit hätte zerstören können. „Wenn man sich jetzt die Leitungsinstallation im Keller anschaut, dann ist das im Vergleich zu früher geradezu ein Kunstwerk!“, lobte Seidl und lud im Anschluss an die Führung alle Anwesenden noch zum geselligen Beisammensein mit Getränken und Schnittchen ein.