Bei besten Wetterbedingungen 370 Tiere registriert
Dr. Andreas Zahn (mit Ultraschallmessgerät) spricht zu den interessierten Zuhörern. Foto Rieger
Ortsgruppe des Bund Naturschutz zählt Fledermäuse an den Hochhäusern der Innhöhe –Sommerquartier im Osten
Wasserburg – Alljährlich stellt sich für die Ortsgruppe des Bund Naturschutz beim traditionellen Zähltermin die Frage, wie viele Abendsegler wohl diesmal ihre Ruheplätze unter den Verschalungen an den Hochhäusern der Innhöhe verlassen werden. Erfreulicherweise konnten heuer bei besten Wetterbedingungen rund um die Wohnblocks gut 370 Exemplare der zur nächtlichen Nahrungssuche ausfliegenden Fledermausart registriert werden, fast 200 mehr als im vergangenen Jahr. Rekordverdächtig war auch die Beteiligung der Zählenden. Rund 50 Interessierte hatten sich eingefunden, darunter 15 Kinder, die mit Begeisterung bei der Sache waren. Mit ultraschalltauglichen Akustik-Detektoren und Zählhilfen ausgerüstet, gelang es so, bei bester Sicht die Größe der örtlichen Population zu ermitteln. Die Zählergebnisse gehen nun in das amtliche Fledermaus-Monitoring bei der Regierung von Oberbayern ein. Der Artenschutzexperte und Fledermausbeauftragte beim Landesverband und promovierte Biologe Dr. Andreas Zahn verkürzte im Vorfeld des Ausflugs mit zahlreichen Informationen das Warten. So erfuhren die Anwesenden unter anderem, dass die fliegenden kleinen Säugetiere an den Gebäuden, an denen demnächst Renovierungsarbeiten stattfinden werden, ideale Abflugbedingungen vorfänden. Ende Mai würden sie dann in Richtung Osten der Republik und Polen abfliegen, um dort ihre ein bis zwei Jungen zur Welt zu bringen. Im August kämen alle wieder zurück nach Wasserburg, um dann hier zu überwintern.
Alljährlich sei man allerdings bei den Naturschützern besorgt, dass die Population abnehmen könnte. Die Sorge bestätigte sich an diesem Abend jedenfalls nicht, denn letztlich konnten diesmal wieder bedeutend mehr Exemplare gesichtet werden. Ein geringer Trost. Denn vor rund zehn Jahren waren noch 900 Abendsegler an gleicher Stelle registriert worden.
Leider sind alle etwa 25 bayerischen Fledermausarten zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht, zum Teil sehr akut. Allerdings besteht derzeit auch die Hoffnung, dass sich wieder die in Wäldern jagende Hufeisennasen-Art im Wasserburger Raum ansiedeln könnte.