Herausforderung Ganztagsbetreuung

Bürgermeister Josef Niedermeier. Foto Günster

Bürgermeister Josef Niedermeier. Foto Günster

Bürgermeister Josef Niedermeier steht bei Gemeindeversammlungen in Pfaffing Rede und Antwort

von Karlheinz Günster

Pfaffing – Was man Pfaffings Bürgermeister Josef Niedermeier nicht vorwerfen kann, ist Untätigkeit. Das wurde bei den beiden Bürgerversammlungen, eine am Nachmittag und eine am Abend, im Gemeindesaal deutlich. Dicht gedrängt reihte sich eine Folie der Präsentation an das nächste Thema. Ein Teil der Ausführungen betraf die aktuellen Haushaltszahlen der Verwaltungsgemeinschaft und der Gemeinde selbst.

Dabei verteilen sich die Zahlen auf 4.300 Pfaffinger und 1.700 Albachinger Bürger. „Es schaut gut aus“, fasste Niedermeier angesichts der Rücklagen zusammen, und: „Wir bauen konstant Schulden ab“.

Kurz ging er auf die Reduzierung der Hebesätze für die Grundsteuer nach deren Reform ein. Hier gab es bei den Einnahmen in der Grundsteuer B einen Anstieg von 424.000 Euro auf geschätzte 640.000 Euro für die kommenden Jahre. Einerseits sage der Gesetzgeber, dass es für den Bürger neutral bleiben solle. Vergebe die Gemeinde jedoch diese gestiegene Einnahme, wirke sich das auf Zuschüsse aus. Die Begründung der Behörden laute dann, dass die Gemeinde offenbar genug Geld habe und daher keine Zuwendungen benötige, beschrieb er das Dilemma.

Neu sei der Beitritt zu einer Stiftung, die es ermögliche, Spenden und Zuwendungen für einen bestimmten Zweck anzunehmen.

Fraktionsvorsitzende
einbeziehen

Wichtig sei ihm bei den Abläufen im Rathaus der Austausch von Informationen. So gebe es regelmäßige Zusammenkünfte der unterschiedlichen Bereiche und Abteilungen. Das habe sich bewährt und soll zukünftig auch die Fraktionsvorsitzenden der Wählergruppen mit einbeziehen.

Für eine bessere und schnellere Kommunikation mit den Bürgern überlege man einen Auftritt auf der Internetplattform Instagram. Denn immer wieder gebe es Probleme mit der Verteilung der gemeindlichen VG-Nachrichten in Papierform, die sich nicht in Briefkästen wiederfanden, sondern schon mal gebündelt im Wald. „Was wird im Rathaus gemacht?“, skizzierte von der Schule über die Wasserversorgung, den Wertstoffhof und die Reinigung eine weitere Folie.

Selbst freute den Rathauschef sein gutes Ergebnis bei der Kommunalwahl, für ihn sei das „eine sehr, sehr gute Ausgangssituation“ und „das macht Spaß“. Künftig wolle er bei zunehmender Bürgerbeteiligung auch den Ausschüssen mehr Verantwortung übertragen.

Erwähnung fanden der Neujahrsempfang, das Ferienprogramm, der instandgesetzte Parkplatz beim evangelischen Kindergarten, ein neuer Lagerplatz beim Bauhof, mögliche, jedoch nicht für gut befundene Standorte für Windräder in der Filzen und im Edlinger Forst, die Freiflächen-Fotovoltaikanlage bei Lehen, der fertiggestellte Geh- und Radweg von Steinhart nach Lehen und der künftige Radweg von Forsting nach Ebrach auf der Trasse des früheren Schulwegs durch den Wald. Ertüchtigt sei jetzt auch der Scheidsöder Moosweg. Und stolz sei man auf die Wasserversorgung mit unterdurchschnittlichen vier Prozent Wasserverlust. Hier seien mit den Nachbargemeinden Übergabepunkte bereits in Betrieb oder geplant. Leider sei der Grundwasserpegel auf einem Tiefstand, „er scheint sich aber wieder zu erholen“. Beschlossen seien von der VG neue Beitragssätze für Grund- und Geschossflächen. Die Abwasserentsorgung betreffe ein neues Rückhaltebecken südlich des Bestehenden nahe des östlichen Ortsrandes.

Ändern soll sich der Vorplatz des Rathauses mit seinen Parkplätzen und dem Gehweg. Ein Aufzug soll helfen, das Rathaus barrierefrei zu gestalten. Erweiterungspläne des Gebäudes seien hingegen vom Tisch, ebenso wie das Papier: „Scannen statt Drucken“ sei ein Grundsatz, erklärte Niedermeier, das spare viel Platz. In Sicht sei der Umzug des Edeka-Marktes hin zum nördlichen Ortsausgang voraussichtlich zu Ende 2027.

Dort entstehe auch der neue katholische Kindergarten und eine weitere Zufahrt für die Schule mit Wendehammer. Durch viele Elterntaxis, die ihre Kinder bis vor die Schultüre fahren, beschrieb der Bürgermeister die teilweise gefährliche Situation, sei eine Entschärfung erforderlich.

Kommunales
Wärmenetz in Arbeit

In Arbeit sei das Kommunale Wärmenetz für den Ort und für das Baugebiet „West 5“, dessen Parzellen bald vergeben werden. Derzeit laufe die Kalkulation, es gebe 193 Interessenten. Ertüchtigt werde „Stück für Stück“ die Kläranlage. Dort entwässern die Mitarbeiter den Schlamm nun selbst, sparen Kosten und verbessern die Abwasserwerte. An einem Tag der offenen Tür soll das der Bevölkerung vorgestellt werden.

Konkret werde es mit dem dem Projekt „Wohnen für Generationen“, das beginne im südlichen Bereich des Rauchbart-Grundstücks in der Bürgermeister-Bodmeier-Straße. Es laufen Gespräche mit möglichen Investoren, teilte Niedermeier mit. Im Idealfall finde man dieses Jahre noch ein Betreibermodell. Zum Thema Gesundheitsversorgung bedauerte der Bürgermeister, dass es derzeit keine passenden Praxisräume gebe, denn Anfragen von Ärzten habe man.

258 Kinder besuchen die Schule, 246 den Kindergarten mit Krippe. Eine Herausforderung sei die kommende Ganztagsbetreuung. Noch immer freue er sich über den Erfolg des Naturkindergartens, jetzt in seinem zweiten Betriebsjahr. Bei der Breitbandversorgung laufe alles auf einen Glasfaseranschluss für jedes Gebäude hinaus. Schön sei das Ergebnis einer Typisierungsaktion mit mehr als 40 potenziellen Stammzellenspendern.

Fragen und Anliegen der Pfaffinger Bürger

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Samstag, 11. Juli 2026
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