Im Zeichen des Generationenwechsels

von Redaktion

Bei der Bürgerversammlung in Babensham zieht der scheidende Bürgermeister Sepp Huber Bilanz

Babensham – Die rund 100 Zuhörer begrüßte Huber mit dem Hinweis darauf, dass die Bürgerversammlung das höchste Gremium der Gemeinde sei, da dies die Möglichkeit bietet, Wünsche und Anregungen vorzubringen. Er würde sich auf den Rückblick auf 2025 beschränken, den Ausblick in die Zukunft beschreibe sein Nachfolger.

Zahlen und Fakten
zur Gemeinde

Die vorgetragene umfangreiche Darstellung der Zahlen und Fakten zum „Zustand“ der Gemeinde wurde auf wesentliche Eckdaten begrenzt. So ist die Gemeinde um 20 Personen auf mittlerweile 3.483 Bürger angewachsen. Hinsichtlich der Altersstruktur zeigt sich ein überdurchschnittlicher Anteil an jungen Menschen, was Huber mit der regen Ausweisung von Neubaugebieten für junge Familien begründet. In der Gemeinde leben 348 ausländische Mitbürger aus 47 Nationen.

Vor diesem Hintergrund sind in der Grundschule alle vier Jahrgangsstufen jeweils zweizügig belegt. Die Tendenz zeige jedoch für die nächsten Jahre zurückgehende Schülerzahlen.

Die sogenannte Steuermesszahl ist mit 1.054 Euro nun erstmals vierstellig.

Hervorragende
Wasserqualität

Ein großer Kostenblock ist für die Gemeinde die Wasserversorgung. Aus den beiden Brunnen wurden 2025 307.000 Kubikmeter in das Netz eingespeist. Aufgrund von Rohrbrüchen musste für das sehr großflächige Netz allerdings ein Wasserverlust von etwas über zehn Prozent verkraftet werden. Dafür ist die Wasserqualität hervorragend. Laut Huber könnte das Babenshamer Wasser damit durchaus als Mineralwasser angeboten werden.

In der Darstellung der größten Ausgabenposten nahmen erwartungsgemäß die Personalkosten (1,25 Millionen Euro) einen hohen Stellenwert ein. Weitere bedeutende Positionen sind die Ausgaben für Kindergarten/-krippe (1,58 Millionen Euro), die Schulverbandsumlage mit 582.000 Euro und die Kreisumlage mit 1,82 Millionen Euro.

Den Schuldenstand bezeichnet Huber als moderat, die Pro-Kopf-Verschuldung sei mit 778 Euro akzeptabel.

Im Ausblick sprach Sepp Huber als großes Projekt den Abriss des bisherigen Pfarrhauses und den Neubau eines Ärztehauses an gleicher Stelle an. Weitere Vorhaben würde der neue Bürgermeister zusammen mit dem neuen Gemeinderat zu beschließen haben.

Nachfolger Martin Kubiczek griff die Vorlage gleich auf, er habe in den letzten Jahren als Geschäftsleiter ohnehin bereits als „Schattenbürgermeister“ fungiert.

Die nächsten wichtigen Entscheidungen stehen aktuell mit einer Sondersitzung des noch amtierenden Gemeinderats an. Es geht dabei vorrangig um die Diskussion, inwieweit künftig in der Gemeinde anhand einer weiteren Änderung des Flächennutzungsplanes Bauland ausgewiesen werden kann beziehungsweise soll.

Ganz wichtig war es dem Neubürgermeister, den vielen ehrenamtlichen und den fest angestellten Mitarbeitern für deren großartige Arbeit und Engagement zu danken. Er bezog sich dabei nicht nur auf die fleißigen Aktivitäten der fünf Feuerwehren in der Gemeinde, sondern auf Schulbusfahrer, Klärwärter, Wasserwart, Wertstoffhof, Bücherei, Kleidermarkt und weitere Bereiche. Hierfür gab es mehrfach kräftigen Applaus.

Der Sportplatz an der Grundschule wird erneuert, diese Maßnahme koste laut Kubiczek ein „Schweine- geld“, weswegen er daran appellierte, die dann wieder neuwertige Anlage pfleglich zu behandeln und vor allem nicht zu befahren. Zum Thema Flüchtlingsunterkunft schilderte Martin Kubiczek sein Erleben, dass das Unterbringen der derzeit ausschließlich ukrainischen Flüchtlinge hervorragend funktioniert hat. Demgegenüber lasse jedoch die Bereitschaft der zu uns gekommenen Menschen, sich insbesondere durch das Erlernen unserer Sprache zu integrieren, sehr zu wünschen übrig.

Hierzu gebe es vielschichtige Probleme, die unter anderem der Tatsache geschuldet seien, dass ein Großteil der untergebrachten Sinti und Roma Analphabeten seien. Gerade die im Schulbetrieb zutage tretenden Probleme zehrten an den Nerven der Beteiligten.

Verbesserung der
Nahversorgung

Das Thema Dorfladen wird den neuen Gemeinderat beschäftigen. Aktuell läuft eine Fragebogenaktion, um die Bedürfnisse der Bürger genauer auszuloten Im jetzigen Stadium ist noch offen, inwieweit Metzgerware mit heißer Theke und Mittagsangeboten, ein Tagescafè, das Angebot der wichtigsten Waren für den täglichen Bedarf oder eine Kombination all dieser Angebote die Verbesserung der Nahversorgung in Babensham sicherstellen soll. Ebenso ist noch offen, welches Domizil letztlich für den Dorfladen gewählt werden wird, eine Unterbringung im Fiedlergebäude ist eine Option.

Martin Kubiczek skizzierte in der Langfristplanung Überlegungen, ein Seniorenhaus zu errichten, ein Grundstück in der Ortsmitte sei immerhin bereits vorhanden. Es seien auch schon Einrichtungen in der Umgebung besichtigt worden.

Eine weitere Investition der Gemeinde ist der Erwerb des „Reinhartareals“ in Kirchloibersdorf, es soll für die bisherige Gaststätte und das Sägewerk eine vernünftige Nutzung erzielt werden.

Wesentliche Investitionen fließen in den Breitbandausbau, der dieser Tage begonnen wurde, die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro. Hierzu gibt es jedoch eine 90-prozentige Förderung.

Weitere Themen waren die vom Planungsverband angedachten Standorte für Windenergieanlagen, sowie die Information, zur angedachten DK1-Deponie habe der Antragsteller weitere Unterlagen eingereicht.

Hoffnung auf
Straßenausbau

Abschließend gab der Neubürgermeister seiner Hoffnung Ausdruck, der von den Planungsbehörden angekündigte weitere Ausbau der Straße St2092 Richtung Irlham möge wie angekündigt im Sommer fortgesetzt werden. Bevor die Bürger die Gelegenheit bekamen, ihre Wünsche und Anliegen vorzutragen, bedankten sich sowohl Sepp Huber als auch Martin Kubiczek für die hohe Beteiligung an der Kommunalwahl. Martin Kubiczek wünscht sich für die bevorstehende Amtszeit eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat, die Gemeinde habe zahlreiche Aufgaben vor sich, die mit zielgerichteter Arbeit bewältigt werden können.

Die Wortbeiträge der Bürger begannen mit einer Wahrnehmung eines Bürgers, der den Winterdienst in Babensham als „zu gut“ beschrieb.

Weitere Fragen waren, weswegen die Gemeinde Grundstücke auf dem freien Markt verkaufen will. Die Antwort ist, es soll damit die Finanzierung des Ärztehauses erleichtert werden.

Gegen Stromausfälle
gewappnet

Die Frage, wie sich die Gemeinde gegen Stromausfälle gewappnet hat, wie sie kürzlich in der Chiemseegegend auftraten, konnte dahingehend beantwortet werden, dass zum Beispiel die Wasserversorgung mit Notstromaggregaten für 30 Tage gesichert ist.

Weitere Fragen, wie die Parksituation am Babenshamer Fußballplatz sowie die Anmerkung eines Bürgers, wonach er die Zahl von 55 Bewerbern für Baugebiete überhöht findet, werden in der nächsten Sitzung des Gemeinderates behandelt.

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