Moderne Speicheranlage kostet 2,17 Millionen Euro

von Redaktion

Gemeinderat Schnaitsee befasst sich mit Abbruch und Neubau der Wasserversorgung in Oberhof

Schnaitsee – Ein wichtiger Teil der kommunalen Infrastruktur stand im Fokus der jüngsten Sitzung des Schnaitseer Gemeinderats: der Abbruch der alten Hochbehälter für die Wasserversorgung in Oberhof beim Fernsehturm und der Neubau einer modernen Speicheranlage. Nachdem bereits im Sommer vergangenen Jahres die grundsätzliche Entscheidung für die Variante mit vier Röhrenbehältern gefallen war, liegt nun die notwendige baurechtliche Genehmigung des Landratsamtes Traunstein vor.

Größter Posten:
die Röhren

Wie bei der jüngsten Sitzung gezeigt wurde, belaufen sich die Gesamtkosten laut aktueller Kalkulation auf rund 2,17 Millionen Euro brutto. Den größten Anteil nehmen dabei mit etwa 1,16 Millionen Euro die Lieferung und der Einbau der Röhren sowie die zugehörige Druckerhöhungsanlage ein. Es folgen die Tiefbau- und Abbrucharbeiten, die mit rund 926.000 Euro zu Buche schlagen. Das Projekt wird in zwei Etappen umgesetzt: Der erste Bauabschnitt soll bereits im Juli 2026 mit dem Abbruch des ersten, aus dem Jahr 1953 stammenden Behälters beginnen. Bis zum Herbst sollen die Schieberkammer und die ersten zwei Röhren betriebsbereit sein. Der zweite Abschnitt folgt ab März 2027 mit dem Rückbau des zweiten Behälters und der Installation der restlichen Speicher, sodass die gesamte Anlage inklusive der Außenanlagen bis Juli 2027 fertiggestellt sein kann. Eine Besonderheit der Planung betrifft die Entsorgung des Schmutzwassers. Das Ingenieurbüro Hinterholzer legte dar, dass der Anschluss eines Kanals von etwa 270 Metern Länge rund 113.500 Euro kosten würde. Diese Investition stellt sich jedoch nicht als sehr wirtschaftlich dar. Stattdessen soll das Abwasser für jährlich etwa 1.500 Euro mit einem Saugwagen abgepumpt und zur Kläranlage transportiert werden. Eine Lösung, die sich selbst über einen Zeitraum von 30 Jahren deutlich günstiger darstellt als der Kanalbau. Das Gremium zeigte sich mit dem geplanten Ablauf einverstanden und beauftragte die Verwaltung ohne Gegenstimme, die Arbeiten nun zeitnah auszuschreiben.

Änderung von
Bebauungsplan

Neben diesem Großprojekt befasste sich der Gemeinderat mit weiteren Bauvorhaben im Gemeindegebiet. So wurde eine Änderung des Bebauungsplans „Schnaitsee im östlichen Bereich“ bei der Sitzung beschlossen. Genauer betroffen sind zwei Grundstücke in der Strudengaustraße. Dort dürfen jeweils drei Tiny-Häuser errichtet werden. In vorangegangenen Gesprächen mit der Nachbarschaft konnten Vorbehalte bezüglich der Stellplätze und der baulichen Dichte ausgeräumt werden. Sollte die Häuser aber dennoch nicht gebaut oder zurückgebaut werden, gilt wieder die Urfassung des Bebauungsplans. Die entsprechende Änderung wurde bei drei Gegenstimmen beschlossen. Eine weitere Anpassung erfolgte einstimmig für den Bereich Unterharpfing in Kirchstätt, wo durch eine Änderung der Bau eines Doppelhauses statt eines Einzelhauses ermöglicht wird.

Abschließend beschäftigte das Thema Wasser den Rat auch aus landwirtschaftlicher Sicht. Ein Betrieb in Schmidham beantragte eine Teilbefreiung vom Anschlusszwang, um für die Tierhaltung und Stallreinigung künftig das Wasser eines eigenen Brunnens nutzen zu können. Seine Begründung: ein durchschnittlicher Verbrauch von etwa 3200 Kubikmetern und steigende Wasserpreise. Außerdem erhebliche Mehrkosten durch die Nutzung des öffentlichen Trinkwassernetzes sowie die Sicherstellung einer wirtschaftlich tragfähigen Betriebsführung. Mehrheitlich stimmte der Gemeinderat dem Anliegen zu. Das Wohnhaus des Antragstellers bleibt aber davon unberührt und ist weiter an das öffentliche Netz angeschlossen.

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