Edling – „Sind wir schon so weit?“, fragte Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die letzte Sitzung dieser Wahlperiode neigte sich dem Ende zu und somit rückte die Verabschiedung der scheidenden Räte näher. Schnetzer bedankte sich bei sechs Mitgliedern, die ab Mai nicht mehr Teil des Gremiums sein werden.
Viel Arbeit und
zündende Ideen
Schnetzer hat die Dienstjahre der scheidenden Räte addiert: 113 Jahre hätten die sechs Personen im Gremium verbracht und dabei „viel Arbeit bewältigen müssen. Es war immer etwas los.“ Von Schule und Kindergarten über Breitband zu Neubaugebieten zählte Schnetzer auf. „Kein Konflikt war oder ist zu groß, dass er nicht gemeinsam von uns allen überwunden werden konnte.“ Besonders freute es den Bürgermeister, dass es Einigkeit über die verschiedenen politischen Gruppierungen gegeben habe und Beschlüsse einstimmig fielen. „Dafür hat uns so manche Nachbargemeinde beneidet.“ Schnetzer betonte, dass so manches Problem durch eine zündende Idee aus dem Gremium gelöst werden konnte und ihm so weniger Kopfzerbrechen bereitete.
Dass das „politische Leben kein Zuckerschlecken“ sei, wüssten sie alle. Einlesen in lange Vorladungen, sich einfinden in fremde Sachgebiete und dann auch noch darüber entscheiden und in der Öffentlichkeit dafür einstehen: „Das war nicht immer einfach.“ Auch so manche Projekte seien über die vergangenen Jahre herausfordernd gewesen. Dazu zählten die Finanzkrise 2008, der Schulhausneubau und die Generalsanierung der Turnhalle und der damit einhergehende Kredit von 1,1 Millionen Euro. Auch die „Flüchtlingsproblematik“ hätten der Gemeinderat und der Arbeitskreis gut bewältigt. In der vergangenen Periode habe dann die Corona-Pandemie für Änderungen gesorgt. „Wir haben das ganz gut gemeistert und dürfen stolz sein“, sagte Schnetzer.
Die Ansprüche an den Gemeinderat seien in den vergangenen Jahren immer mehr gestiegen. Leider sei auch der Ton gegenüber politisch Engagierten rauer geworden. Umso schöner sei es, dass die Gemeinderäte unterschiedliche Meinungen im Gremium respektiert und sich nicht gegenseitig angefeindet hätten. Schnetzer dankte den nun scheidenden Ratsmitgliedern, sich für das Amt entschieden und sich eingebracht zu haben. Auch den Familien der Räte brachte Schnetzer Anerkennung entgegen – für die Geduld und das Verständnis, das sie oftmals aufbringen mussten.
Dienstältester im Gremium war Rudi Adler (CSU). 36 Jahre lang engagierte er sich für die Gemeinde. In seiner letzten Sitzung fehlte er aufgrund von Terminüberschneidungen. 29 Jahre im Gemeinderat war Georg Berndl (CSU). Er kam 1997 als Nachrücker ins Gremium, sagte Schnetzer. Für 18 Jahre Engagement bedankte sich Schnetzer bei Martin Westner (CSU). „Du hast auch mal den Mut gehabt, Nein zu sagen, wenn der gesamte Rat dafür gestimmt hat“, sagte der Bürgermeister.
Sandra Waldherr (UBG) übte zwölf Jahre ihr Mandat aus. „Schade, dass du aufhörst“, sagte Schnetzer. Auch bei Dr. Stefan Schweitzer (CSU) bedankte sich der Bürgermeister für zwölf Jahre Engagement. „Wir werden dein Fachwissen vermissen“, sagte er.
Lob für die
Verwaltung
Dr. Schweitzer wiederum lobte die Verwaltung: „Die Einstimmigkeit der Beschlüsse kam auch durch die gute Aufbereitung der Anträge zustande.“
Stefan Stubenrauch (CSU) verlässt nach sechs Jahren den Gemeinderat. „Du hast keine Umschweife gemacht, sondern gesagt, was du gedacht hast“, sagte Schnetzer. Allen scheidenden Mitgliedern überreichte Schnetzer eine Urkunde und ein Geschenk.