Tierhaltung möglich

von Redaktion

Gemeinderat Griesttätt gibt grünes Licht für Agri-Photovoltaikanlage

Griesstätt – Eine Win-win-win-Situation für alle Beteiligten könnte es bald nahe Holzhausen geben.

Denn in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates in alter Besetzung gab es überwiegend Zustimmung für ein geplantes Agri-Photovoltaikprojekt auf 2,5 Hektar Weidefläche.

Ausschlaggebend dafür war dabei wohl auch die klare Präsentation der planenden Firma „Feldwerke“ mit ihrem Motto: Wir gestalten die Energiewende so, dass Landwirtschaft, Natur, Gemeinden und Energie gleichermaßen profitieren.

Projektpräsentation
der planenden Firma

Während einer Videoschaltung konnten sich die anwesenden Gemeinderäte bei der Projektpräsentation des Vertreters der planenden Firma Markus Kisser überzeugen, dass auf Gemeindegebiet eine Vorzeigeanlage entstehen könnte, die zeige, dass bei optimaler Nutzung und Aufständerung der Solarmodule mit 3,30 Metern Achshöhe 85 Prozent der Fläche weiter bewirtschaftet werden könnten. Nur zwei Prozent entfielen wegen der Aufständerung selbst, acht Prozent wegen eines Biodiversitätsstreifens.

Unter diesen Bedingungen sei eine Tier- und Weidehaltung problemlos möglich. Solarmodule, die sich automatisch mit ihrem Neigungswinkel dem Sonnenstand anpassen, könnten zudem weidenden Tieren willkommene Schattenflächen bieten, so Kisser. Das vorgesehene einachsige Tracking-System ermögliche eine reibungslose Bewirtschaftung, was Acker- und Grünflächen betreffe. Auch die Einspeisung des Stroms sei kein Problem. Für die vorgesehenen 2,3 MWp läge eine Einspeisezusage vor, über vier MW seien sogar am Einspeisungspunkt der Bayernwerke möglich. Dieser liege nur 300 Meter entfernt, die Netzverträglichkeitsprüfung sei positiv ausgefallen. Überschüssiger Strom werde durch eine befürchtete Abschaltung in den sonnenintensivsten Mittagsstunden auch nicht verloren gehen, da ein entsprechender Großspeicher für eine Aufnahme sorgen würde. In den Abendstunden könnte dann der Netzbedarf dann wieder durch Rückeinspeisung mitgedeckt werden. Da Europas Ackerflächen und die Energiewende ohnehin wegen des Klimawandels, volatilen Märkten, steigenden Kosten bei gleichzeitigem, massivem Bedarf an sauberer, heimischer Energie vor großen Veränderungen stehen, so die Feldwerk-Philosophie, ergebe sich so eine Musterlösung für die Zukunft.

Die meisten Mitglieder des Gemeinderats zeigten sich angesichts dieser Aussichten dem Projekt gegenüber positiv eingestellt. Kritik am massiv veränderten Landschaftsbild tauchte zwar auf, wurde aber wie von Helmut Schuster (BfG) und Katharina von Sommoggy (Grüne) relativiert, da eine optische Störung nur subjektiv wahrgenommen würde und man auch mal umdenken müsse. Die Vorteile würden auf alle Fälle überwiegen. Weil eine eigene Projektgesellschaft etwa 2,2 Millionen Euro auf der gepachteten Grundstücksfläche mit der Flurnummer 95, Gemarkung Holzhausen, investiere, käme auch die anfallende Gewerbesteuer der Gemeinde zugute, auch wenn der Ertrag wohl nicht besonders hoch sei, stellte Michael Kaiser (GfuG) fest.

Gemeindliches
Einvernehmen empfohlen

Dass „weg vom Öl“ aus aktuellem Anlass ein Ziel sein müsse und grüner Strom vor Ort auch der Gemeinde zugute komme, sei von Vorteil, das war auch die Meinung des Sitzungsleiters Anton Strahlhuber (GfuG). Er empfahl, das gemeindliche Einvernehmen zum Projekt zu erteilen, wenn die Netzeinspeisung gesichert sei.

Dieser Meinung schlossen sich fast alle anwesenden Gemeinderatsmitglieder an. Nur Christian Graf stimmte dagegen. Er argumentierte, für ihn gehöre PV aufs Dach und nicht aufs Feld.

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