Gestohlen und gemeinsam aufgestellt

von Redaktion

Seit 1991 gibt es einen Maibaum in Haag – Chronologie von Bauhofchef Tom Göschl

Haag – Die Haager Maibaumgeschichte reicht auf das Jahr 1991 zurück, als der erste Stamm am Marktplatz aufgestellt wurde. Hier wird es heuer keinen neuen geben. Eine Maibaumchronologie für Haag erarbeitete Bauhofchef Tom Göschl.

Regie zum Aufstellen des ersten Maibaums 1991 führte der damalige Kulturbeirat. Die Idee zu einem Maibaum für Haag hatte „Haag aktiv“-Chef Robert Morawietz gefasst und mit Kulturchef Erwin Kohl ausgearbeitet. Und schon gab es Kritik von den Umweltschützern: Die Haager Maibaumfiguren waren nämlich aus sensiblem Tropenholz geschnitzt.

Tanz im
Bürgersaal

Der erste Maibaum wurde mit einem „Tanz in den Mai“ im Bürgersaal eingeleitet. Für die Besucher gab es Festzeichen. Das Aufstellen des Zuges erfolgte in der Mühldorfer Straße. Die Schäffler als Diebe lieferten den Stamm an, die Turnerinnen des TSV verzierten ihn. 16 Vereine marschierten Richtung Marktplatz, wo Josef Eibl das Kommando führte. In der Freinacht 2001 wurde der Maibaum durch einen „Jugendstreich“ mit einer „Fällkerbe“ angesägt und musste daraufhin umgelegt werden. Der Maibaum von 2002 war wegen beginnender Fäulnis nach drei Jahren zu entfernen. Im Jahr 2006 stellten die Schützenvereine den Maibaum auf. 2009 wurde er wegen Pilzbefall entfernt.

Nach einer Stunde und 52 Minuten kündigten 2010 die Böller der FSG Haag und die Albachinger Blaskapelle lautstark an: Der Haager Maibaum steht. Unter dem Kommando von Josef Eibl hatten die Rechtmehringer Burschen den 28 Meter langen und 2,7 Tonnen schweren Stamm ins Lot gehievt. Der Baum war gleich zweimal gestohlen worden, von den Rechtmehringern und Hohenlindenern. Tom Göschl: „Hier gab es ja dann den Eklat mit Hermann Dumbs, wer nun das Freibier bekommt.“ Der von Erhart Glaser gestiftete Baum wurde bald nach dem Aufstellen vom Blitz getroffen. Einige Stücke waren herausgerissen. Beschädigt wurden außerdem die beiden Hauptfiguren in Haager Tracht. Maibaumchronist Tom Göschl dazu: „Hier wurde jeweils ein großes Teilstück abgetrennt. Der Bauhof leimte heimisches Eichenholz an, schnitzte die Figuren nach und schenkte ihnen einen neuen Anstrich. Der Baum wurde im Herbst 2013 dann mit beginnender Fäulnis an den Blitzschäden entfernt.“ 2014 hatte das Aufstellen unter Regie des Verschönerungsvereins stattgefunden. Gestohlen und aufgestellt wurde er von den „Bulldogfahrern“ unter Robert Kinzel. 2019 stimmte der Verwaltungsausschuss zu, dass die Gemeinde die Organisation übernimmt. Gestiftet wurde er vom damaligen stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Weißmüller.

Faulstellen unter
dem Anstrich

Gestohlen und aufgestellt wurde er von den Feuerwehren Wasserburg, Attl-Reitmehring und Edling. Den Markt Haag als Veranstalter unterstützten die „Maibaumfreunde“. Der Baum wurde das erste Mal bis auf die unteren zwei Meter naturbelassen, da sich gezeigt hatte, dass es unter dem weiß-blauen Anstrich immer wieder zu Faulstellen kam. Spannungsrisse sorgten 2024 dafür, dass er entfernt werden musste. Die durchschnittliche Höhe der Bäume lag zwischen 28 und 33 Metern. 48 geschnitzte und handbemalte Figuren zieren den Baum. Seit 2019 schmücken den Baum keine grünen Kränze mehr: „Sie hatten immer wieder für erhebliche Probleme gesorgt und waren eine sehr große Windlast.“ Jedes Jahr nach dem Volkstrauertag nahm die Feuerwehr Haag die Figuren ab, um sie vor dem Winterwetter zu schützen. Zu Ostern wurden sie wieder montiert. Einige Male gaben „Sepp“ Hartl oder die Bauhofmannschaft den Figuren einen neuen Farbanstrich. Jährlich musste die Haager Fahne erneuert werden. Wind und Wetter machten ihr zu schaffen. Einige Mitarbeiter des Bauhofs Haag dürfen nach einer Schulung beim Gemeindeunfallversicherungsverband die aufgestellten Bäume für drei Jahre kontrollieren. In den Folgejahren muss ein sachverständiger Maibaumkontrolleur den Baum begutachten.

Nächstes Jahr
wieder dabei

Je nach Bewertung darf der Baum dann weiter stehen bleiben oder eben nicht. Nächstes Jahr ist wohl auch Haag wieder beim Aufstellen dabei. Bürgermeister Dr. Florian Haas bemerkte, er wolle sich auch darum kümmern. Für heuer dürfen sich die Haager über einen eigenen Maibaum für den „Hofgarten“ freuen.

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