Große und kleine Maibäume

von Redaktion

Brauchtum in Bayern – unterschiedliche Größen und Farben im Wasserburger Land

Obing/Pfaffing/Haag – Ein Maibaum gehört in unseren ländlichen Gebieten zu einem Dorf, wie das Salz in die Suppe. Diese Tradition wird auch im Obinger Strandbad wieder ins Leben gerufen. Am 1. Mai war es so weit, so stand es schon vorher auf der Instagram-Seite des FC-Bayern Fanclub Obing. Tage vorher haben Mitglieder vom Fanclub das Fundament für den Maibaum vorbereitet und das Gelände mit Weißbierbar und Biertisch voll ausgestattet. Los ging es um 10 Uhr mit einem zünftigen Frühschoppen.

Kurz vor Mittag war der Baum da. Die Diebe vom „Bermudadreieck“ bogen mit ihrem Gespann auf das Gelände des Strandbades ein und wie könnte es anders sein, ohne entsprechende Auslöse ging es einfach nicht weiter. Die Vorstände des Fanclubs und der Wirt vom Strandbad waren gefragt und mussten schon einiges an Bier und Brotzeit bieten, damit das „Traditionsstangerl“, das immerhin zehn Meter lang ist, auch weiter zum Aufstellplatz transportiert werden konnte. Mit viel Muskelkraft vom Fan-Club und den Dieben, ausreichend Flüssigem und lustiger Moderation von Ernst Hofstetter wurde der Maibaum Zentimeter für Zentimeter in die Senkrechte gebracht.

Bis zum Aufstelltag haben sich die Maibaumdiebe einiges einfallen lassen, um den Holzstamm zu verstecken. „Streng geheim waren die Verstecke“, wie zwei Diebe schmunzelnd erzählen. Gemeindeübergreifend waren die kühnsten Verstecke verstreut, nachdem der Baum aus einem Stadl in der Nähe von Seeon gestohlen wurde.

Alle Zusammen freuen sich, nach 30 Jahren eine alte Tradition am Obinger Strandplatz wieder aufleben zu lassen. Die Halterung war ja bereits vorhanden, stand früher an dieser Stelle mal ein Fahnenmast, wie der Vorstand des FC-Bayern Clubs, Christian Schnebinger, erzählt. Mit viel guter Laune, schneidiger Musik von den „Mörntalern“, bester Stimmung, Herzhaftem vom Grill und so manchen Liter Flüssigem wurde die Tradition um den Maibaum am Obinger Strandbad die ganze Region gefeiert. Stolz erstrahlt der Baum in der Sonne und am Kranz flattern, wie könnte es für die Bayern-Fans anders sein, die rot-weißen Bänder.

Einen Maibaum für den Marktplatz bekamen die Haager heuer nicht. Dafür ließ Ludwig Schletter erstmals im Hofgarten einen aufstellen. Zu den Klängen der Schlossturmmusi unter Andreas Furch brachten die Maibaumdiebe, die Handwerker für die Firma Schletter mit Bernhard Ried, den zwölf Meter langen Stamm. Zum Aufstellen zapfte Hausherr Ludwig Schletter für die Akteure ein Fass Bier. Nachdem der Stamm in die Senkrechte gehievt war, spendeten die Gäste des Maifestes im Biergarten reichlich Applaus. Rechtzeitig traf Bürgermeister Dr. Florian Haas ein: „Das ist eine Bereicherung für Haag.“

In Rettenbach, Gemeinde Pfaffing, gibt es seit dem Aufstellen des Maibaums beim Neuwirt nicht nur ein besonders schönes Exemplar, sondern noch viele kleinere. Denn mehr als 20 Kinder haben sich einen eigenen als Tischschmuck für daheim gebastelt. Die Rettenbach-Farracher Gartler luden zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ins Maibaumstüberl der Burschen nach Neuhäusl ein.

Dort malten die Kinder, arbeiteten mit Gips und verzierten ihr Werk mit viel Spaß und Kreativität. Stolz präsentierten am Ende alle ihren Baum. Letztlich zeigten sich die Gartler dankbar für die Unterstützung der Burschen und der Helfer.

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