„Schön, gemütlich und friedlich“

von Redaktion

Bieranstich, Maibaum und Schützen-Jubiläum in Edling

Edling – Das Edlinger Gmoafest war auch 2026 wieder ein voller Erfolg. Am Freitag, 1. Mai, wurde das Fest auf dem Bolzplatz neben dem Edlinger Feuerwehrgerätehaus pünktlich um 18.30 Uhr eröffnet. Der Tradition entsprechend nach drei vorausgehenden kräftigen Salven der Edlinger Böllerschützen des Edlinger Schützenvereins. Die Vereine, Firmen, Organisationen und Bürger der Gemeinde sowie der regionalen Nachbarschaft merkten sich offensichtlich diesen Kalendertermin schon vor, weshalb das Festzelt zum Bieranstich schon gut besetzt war.

Bürgermeister
Schnetzer zapft an

Beobachtet von den anwesenden Gästen führte Matthias Schnetzer als Bürgermeister der Gemeinde gekonnt – aber nicht ganz tropfenlos – die Anzapfhandlung als wahrscheinlich erste Amtshandlung seiner gerade begonnenen weiteren Bürgermeister-Periode aus. Er ist ja schon recht lange Bürgermeister und für die Schläge mit dem Holzhammer auf den Zapfhahn und in den Spund des Bierfassls der Gutsbrauerei aus Forsting mittlerweile bestens vorbereitet. Brauereichef Georg Lettl achtete deshalb nach dieser „Amtshandlung“ persönlich darauf, dass die Quantität des Einschenkens der würzig-süffigen Qualität des Bierprodukts entsprach.

„Schön, gemütlich und friedlich soll es sein, das Gmoa-Fest“ sagte Matthias Schnetzer nach getaner Arbeit am „Tag der Arbeit“. Die „Rieder Musi“ sorgte für freundlich-zünftige Stimmung bis in den ersten Festabend.

Dass das Gmoafest heuer auf die ersten Maitage fiel, machte sich die Edlinger Vereinsgemeinschaft zunutze. Denn sozusagen als ein Teil vom „Gmoa-Fest“ stellten sie am Samstag, 2. Mai, einen neuen Maibaum in der schon lange witterungsbedingt leeren Maibaumhalterung auf dem Rathausplatz auf. Bereits um 9 Uhr ging es mit dem kleinen Festzug los. Die Maibaumfreunde Soyen-Kirchreit brachten das gestohlene Diebesgut mit einer Länge von „umara 30 Meter“ zurück. Dorthin, wo er hingehört. In die Dorfmitte von Edling, gleich neben dem Rathaus. Gemeinsam mit den Maibaumdieben und den Besitzern der Edlinger Vereinsgemeinschaft machten sie sich kurz vor 12 Uhr ans Werk. Mit den dafür gekreuzten Stangen, den sogenannten Schwaiberl, ging das Werk zügig nach oben. „Anheben“ und „Aufpassen“ hallte es da gut eineinhalb Stunden über den Rathausplatz. Da waren Könner und Wissende mit Muskeln und Hirnschmalz unterwegs, das war sicher.

Meter für Meter, später Zentimeter für Zentimeter wurde die bayerische Brauchtumsstange, die später noch mit den Zeichen der Handwerksbetriebe, von Vereinen und Firmen geschmückt wurde, nach oben gestemmt. Dann war es so- weit. Um 13.26 Uhr gab es einen Donnerschlag von den Edlinger Böllerschützen. Das Werk war vollendet und der Maibaum stand fest verankert und verschraubt in seiner ihn sichernden Verankerung.

Die Auslöse, die von Edling nach Kirchreit in der Gemeinde Soyen zu leisten war, konnte auch mit List und Tücke nicht erfragt werden. „Das waren recht freundschaftliche Verhandlungen. Die Kirchreiter werden deshalb auch so schnell nicht verdursten oder verhungern“, sagte einer der Edlinger Verhandler.

Eingebunden in das diesjährige „Gmoa-Fest“ feierte der Edlinger Schützenverein sein 100-jähriges Gründungsfest. Der Sonntag, 3. Mai, vom „Gmoa-Fest“ war deshalb ganz diesem Anlass gewidmet. Mitgefeiert haben auch alle Schützinnen und Schützen vom Schützengau Wasserburg-Haag, die ihren Gaujahrtag deshalb nach Edling gelegt hatten. Schon in aller Früh ab halb acht kamen die vielen Gauvereine ins Festzelt neben dem Feuerwehrhaus, um beim Frühstück mit Weißwürsten oder Wienern dem Edlinger Geburtstagsverein ihre Verbundenheit zu zeigen. Musikalisch empfangen von „De kloa Blosmusi“.

Der Kirchenzug zum Ort der Festmesse auf der von der Ebrach umrahmten Wiese gegenüber der Schächinger Mühle hatte eine schon recht anständige Größe. Bestehend aus den Schützenvereinen des ganzen Schützengaues, den Ortsvereinen und begleitet von drei Blaskapellen. Auch die Pfaffinger Musik war nach Edling gekommen. „Das werden schon über 700 Teilnehmende sein“, sagte ein Verantwortlicher vom Edlinger Schützenverein.

Verein ist
sozialer Kulturträger

Der Zelebrant, Verbandspfarrer Hyppolyte Ibalayam, verwies in seiner Predigt auf die Bedeutung des Schützenwesens, das in den Pfarreien ein wichtiger und verlässlicher sozialer Gemeinschafts- und Kulturträger ist. „Und ich habe hier gelernt, dass die Schützen dem Namen nach sich nicht auf das Schießen, sondern auf den Schutz beziehen. Schutz für die traditionellen Werte und der Verantwortung für die Gemeinschaft“, sagte er. Musikalisch gestaltet wurde die Feier schön musiziert von der Griesstätter Blasmusik.

Der Festzug zurück zum Festzelt ging auf einem anderen Weg. Zuerst zur durch den Ort führenden Hauptstraße und am Wasserturm vorbei zum Kriegerdenkmal vor dem Friedhof. Dort wurde der verstorbenen und gefallenen Schützenvereinsmitgliedern mit einem niedergelegten Kranz gedacht. Zurück ging es danach noch den kurzen Weg zum Festzelt, wo das Mittagessen und die gemeinsam verbrachte Zeit am Sonntagvormittag für beste Unterhaltung sorgten.

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