Griesstätt – Fast einer Familienfeier glich die Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder des Griesstätter Gemeinderates und von Bürgermeister Robert Aßmus am letzten Tag ihrer gemeinsamen Amtsperiode. Zusammen mit den neu gewählten Räten und dem künftigen Bürgermeister Anton Strahlhuber, der bereits sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister Erfahrungen mit dem Amt sammeln konnte, blickte man im Gasthof Stechl in Rott auf vergangenes Wirken zurück. Zudem nutzte man in lockerer Gesprächsrunde bei einem gemeinsamen Abendessen die Gelegenheit, sich bezüglich künftiger Aufgaben zwanglos auszutauschen.
Schlüsselübergabe
und Rückblick
Nicht viele Worte machte der scheidende Bürgermeister Robert Aßmus an seinem letzten Tag im Amt, bevor er symbolisch seinem Nachfolger den Schlüssel für die Gemeinde übergab und ihm offiziell die Amtskette aushändigte. Aßmus stellte heraus, dass die Aufgaben für Verwaltung, Gemeinderat und Bürgermeister immer mehr würden, die Bürokratie dagegen nicht weniger. Lob fand er für sein Team im Gemeindeamt, das gut aufgestellt sei und sich auch gegenseitig aushelfen könne. „Doat’s ma auf die Verwoitung schaugn!“, empfahl Aßmus deshalb den Neuen nicht ohne Grund.
24 Jahre aktive Kommunalpolitik seien jetzt genug, meinte Aßmus bei der Verabschiedung, jetzt müsse das Amt in jüngere Hände übergehen, denn seit 2002 sei er schon im Gemeinderat. Von 2014 bis 2017 war er auch bereits als Zweiter Bürgermeister tätig. Seit 2017 war er Bürgermeister, zunächst angetreten für die örtliche SPD. Als Parteifreier kandidierte er 2020 erneut und leitete seither die Geschicke der Gemeinde Griesstätt. Dem scheidenden Bürgermeister und den acht künftig nicht mehr aktiven Gemeinderäten dankte Strahlhuber im Anschluss für ihr zum Teil 24-jähriges Wirken zum Wohle der Gemeinde. Neben Robert Aßmus hätten sogar schon Jakob Ametsbichler und Michael Kaiser den Bau der Umgehungsstraße, der Kläranlage oder des Gewerbegebietes mitbegleitet. Vor allem die vergangenen sechs Jahre mit den Corona-Beschränkungen, mit Breitbandausbau, Murnbrücke und Kindergartenerweiterung seien aber eine besondere Herausforderung gewesen. Ebenfalls auf 24 Jahre als Gemeinderat blickten Jakob Ametsbichler und Michael Kaiser an dem Abend zurück. Ersterer war bereits im Bau- und Umweltausschuss, als Referent für die Feuerwehr oder im Ausschuss Kindergarten/Schule ehrenamtlich tätig gewesen. Kaiser hatte mit seiner Fachexpertise die gesamten 24 Jahre im Bauausschuss bereichert. Auch im Personalausschuss war er eine Wahlperiode tätig gewesen.
Neun Jahre gehörte Stefan Pauker dem Gremium an, drei Jahre davon war er als Bürgermeister im Amt. In der vergangenen Amtsperiode wirkte er im Ausschuss Kindergarten/Schule. Auch Christian Graf war in diesem Ausschuss tätig. Als Nachrücker war er vor sieben Jahren in den Gemeinderat gekommen.
Lorenz Freiberger war sechs Jahre im Finanz- und im Rechnungsprüfungsausschuss tätig, Martin Hofmeister sechs Jahre im Bau- und Finanzausschuss. In diesen beiden Ausschüssen wirkte ebenfalls Gerhard Braunen die vergangene Amtsperiode mit; er war aber auch Kanalreferent.
Ein Appell
für die Zukunft
Eine ganze Liste an zusätzlichen Aufgaben konnte für den bisherigen Dritten Bürgermeister Jürgen Gartner verlesen werden. Er war zwölf Jahre im Finanzausschuss tätig und in dieser Zeit auch Referent für Jugend- und Sportangelegenheiten. Die vergangenen sechs Jahre war er zudem im Personalausschuss vertreten und Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Bevor der gemütliche Teil des Abends begann, erinnerte Jakob Ametsbichler als einer der Dienstältesten alle Neulinge daran, dass man in der Vergangenheit oft hart diskutiert habe. Auch künftig solle man immer erst beide Seiten anhören und fair in der Diskussion bleiben, auch bei unterschiedlichen Meinungen. Schließlich gehe es bei allen Angelegenheiten um die Sache und letztlich um das Wohl der Gemeinde Griesstätt.